Dezember 3, 2020

Radsport Journal Tourmann

Profi Radsport

Peter Sagan. Noch ist nichts verloren.

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Radsport

Peter Sagan vom Team Bora hansgrohe hatte gestern sicher einen schlechten Tag beim Giro d’Italia. Auf der durch den Streik  der Fahrer verkürzten Etappe versuchte sein Team die Ausreißer einzuholen und noch ein paar Punkte für die Sprintwertung zu sammeln. Doch die 12 Mann an der Spitze waren stärker als die drei Fahrer von Bora. Man jagte mit über 50 Sachen durch die Poebene und verschließ sich recht ordentlich. Am Ende kam nichts dabei heraus. Die anderen Mannschaften zeigten keinerlei Interesse und Bora hansgrohe musste sein sinnloses Unterfangen wie so oft schon aufgeben.

So sah es jedenfalls für den geneigten Zuschauer aus. Die nicht geneigten hielten das mal wieder für eine  nette Inszenierung von Bora hansgrohe für die Sponsoren. Ihr seht, wir kämpfen  ohne Ende, aber!  Den Höhepunkt unter die Dolchstoßlegende setzte dann Peter Sagan, als er wie der klagende Jesus vor dem Feld her radelte und den Himmel beschwor. Das war recht unterhaltsam. Dafür werden die Küchengeruchsabsauger und  die Installateure sicher einen Haufen Geld springen lassen. Die nächste Saison sollte gesichert sein. Der italienische Markt ist gerettet. 

Spaß gemacht hat es auch. Die Komparsen von den anderen Teams spielten recht gut mit und am Ende gab es Applaus und sogar zustimmendes Gelächter für die gelungene Komödie. Soll doch keiner denken,  die Bora`s hätten ob ihrer Arroganz keine Freunde mehr im Peloton.

Heute könnte man noch eine zweite Vorstellung geben. Denn noch sind 42 Punkte zu vergeben und Peter Sagan hat 37 Punkte Rückstand. Da geht doch sicher was. Zumindest könnte Sagan sich in einer Ausreißergruppe hervortun und noch einmal die Punkte des Tages einsammeln. 12 gibt es für den Zwischensprint und 15 für den Sieg in Sestriere. Peter Sagan als Held der sieben Berge. Selbst Luis Trenker würde da noch einmal aus dem Grab heraus Beifall klatschen. Und morgen noch ein Sieg beim Zeitfahren in Mailand. Das wäre doch nun wirklich genügend Material für eine Oper aus Seife. Am Ende der Heldengedenkmarsch aus Apokalypse now, jedenfalls irgendwas von Wagner und nichts von Verdi. Dazu die Bora`s im Entenmarsch beim Weg auf das Podest, Sagan auf ihren Schultern. In der einen Hand eine Dunstabzugshaube und in der anderen einen Wasserhahn schwenkend.

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