Baskenland Rundfahrt. Vingegaard geht voran.

IX6A1204 (2) sergio higuirta

Ich frage mich ernsthaft, wie Ide Schelling von Team Bora hansgrohe eigentlich zu dem Prädikat guter Climber in der Statistik von PCS kommt. Selbst an den kleineren Anstiegen kommt der Mann nicht mit. Im Sprint dagegen hat er dagegen gestern seine Qualitäten aufgezeigt. Nun waren die großen Sprinter nicht dabei. Also stufen wir den Jungen mal unter Allrounder ein.

Der Allrounder hatte gestern aber nichts mehr zu kamellen. Denn gestern hatten wir am Ende den Aufstieg in den Weinkeller vor uns. Der hatte nur eine Länge von 600 Metern, aber teilweise ein Gefälle von 26 Prozent. So einen Schwachsinn braucht man im Radsport überhaupt nicht. Ich vermute mal ganz stark, dass es da einen Schwager gab, der kannte einen, der ein Weingut hatte. Und so weiter und so fort. Der Weg in Keller war bis vor einigen Tagen noch geschottert. Da wären die Räder nie hochgekommen. Also hat man ihn kurzerhand asphaltiert. Nun, dann aber zum Wohlsein.

Einem Teamkollegen von Ide Schelling, der kolumbianischen Klettermaus Sergio Higuita, wurde der Anstieg zum Verhängnis. An der steilsten Stelle wurde er gegen das Geländer gedrückt, verlor die Balance und musste absteigen. Das Aufsteigen gelang, das Anfahren nur, weil schnell ein paar gnädige Hände den Poppes anschoben. Das ganz brachte dann 20 Sekunden Rückstand. Blöd gelaufen.

Für das Leichtgewicht Jonas Vingegaard war das Gelände natürlich ideal. Man war sich schon vor dem Start ziemlich sicher, dass der dänische Toursieger vom Team Jumbo Visma heute die Tabellenführung übernehmen würde. So kam es auch. Erst auf den letzten 300 Meter zündete der junge Mann die Rakete und ließ alle anderen stehen.

Als Dank für die 20 Sekunden Arbeit gab es den Siegerkranz und das gelbe Trikot des Gesamtführenden.

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