Klassiker in Baskenland: Evenepoel schreibt Geschichte in San Sebastián
Am gestrigen Samstag ging die 45. Ausgabe der Clásica San Sebastián über die Bühne, und wieder einmal war es Remco Evenepoel, der sich in den grünen Hügeln des Baskenlandes durchsetzte. Über 221,2 Kilometer mit sieben kategorisierten Anstiegen und mehr als 4.000 Höhenmetern behielt der Belgier am Ende im Zweikampf mit Richard Carapaz die Nerven und feierte seinen vierten Sieg bei diesem Rennen – nach 2019, 2022 und 2023. Damit zieht er einsam an die Spitze der ewigen Bestenliste und lässt den bisherigen Rekordhalter Marino Lejarreta, der dreimal gewann, hinter sich.

Ganz reibungslos verlief der Tag für Evenepoel allerdings nicht. Mitten im Rennen sorgte ein ungünstig getimter Radwechsel für Aufregung und zwang ihn zu gleich zwei kräftezehrenden Aufholjagden, um wieder an die Spitze des Geschehens zu gelangen. Die entscheidende Aktion fiel schließlich am steilen Anstieg von Murgil Tontorra: Nachdem Maxim Van Gils lange das Tempo für sein Team Red Bull – BORA – hansgrohe vorgegeben hatte, zog Evenepoel das Tempo an. Nur Richard Carapaz konnte dem Olympiasieger folgen.
Die beiden setzten sich auf dem Gipfel rund zehn Sekunden von der Verfolgergruppe um Louis Barre und Titelverteidiger Giulio Ciccone ab und bauten ihren Vorsprung auf der Abfahrt Richtung San Sebastián weiter aus. Carapaz arbeitete auch in den Schlusskilometern noch mit, sodass das Duo genug Puffer hatte, um den Sieg unter sich auszumachen. Im letzten Kilometer musste der Ecuadorianer schließlich an die Spitze, was Evenepoel exakt die Position verschaffte, die er sich für den Sprint gewünscht hatte. Vom Hinterrad seines Kontrahenten aus lancierte er seinen Sprint auf der Zielgeraden und ließ Carapaz keine Chance.
Etwas mehr als eine halbe Minute dahinter setzte sich Ben Tulett (Visma – Lease a Bike) im Sprint einer 17 Fahrer starken Verfolgergruppe durch und sicherte sich den letzten Podestplatz vor Christian Scaroni (XDS – Astana). Auf Platz fünf landete Pello Bilbao (Bahrain Victorious), der das Rennen im Rahmen seiner Abschiedstournee bestritt. Die beiden Schweizer Jan Christen (UAE Team Emirates – XRG) und Marc Hirschi (Tudor) komplettierten als Siebter und Achter die vordere Ergebnisliste.
Für Evenepoel, der erst eine Woche zuvor bei der Tour de France Zweiter geworden war, ist der Rekordsieg in San Sebastián ein weiterer Beleg seiner beeindruckenden Form im Hochsommer. Sein Blick richtet sich nun bereits auf das nächste große Ziel: die Weltmeisterschaft, bei der er nach eigener Aussage vor allem eines im Kopf hat – das Regenbogentrikot.
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