August 18, 2022

Radsport Journal Tourmann

Profi Radsport

Tour de France. Wieder einer weniger.

4 min read

Wenn es so weitergeht, dann wird Pogarcar möglicherweise alleine nach Paris fahren. Die UAE Blase ist eine Covid Blase. Man hat hohe Chancen sich bei den Jungs zu infizieren. Dabei erinnere ich mich an den Anfang der Epedemie. Das Team war direkt mal betroffen. Gaviria mehrmals sogar. Sie durften die Quarantäne in einen arabischen Hotel verbringen. Leicht unterversorgt, weil die Hotelangestellten auf keinen Fall in Kantakt mit den Jungs kommen wollte. 

Ein Jahr zuvor waren wir bei Paris Nizza zufällig mit dem Team in einem Hotel untergekommen. Auf dem selben Flur. Zimmer an Zimmer. Darauf  würde ich heute gerne verzichten. Supergerne sogar. Das heißt, ich würde auch jede andere Mannschaft meiden.

Pogacar hat noch drei Leute um sich. Heute ist Rafal Majka ausgeschieden. Er ist schon längere Zeit mit Schwierigkeiten rumgeradelt. Jetzt wurde der Stecker gezogen. Es ging einfach nichts mehr. Der Motor wurde ausgeschlachtet und mit den restlichen Ersatzteilen lässt sich nichts mehr empfangen. Sie sagen, das ist aber zynisch. Das ist leider die Realität im Radsport. Gestern ist Marc Soler vom Team UAE völlig erschöpft aus dem Timelimit gefallen.

Heute wird weiter geschlachtet. Man muss das so sagen. Man fährt von Saint Gaudens nach Peyragudes über lediglich 129 Kilometer. Dafür gibt es vier kräftige und sehr berühmte Anstiege. Der letzte nach Peyragudes hoch ist der Schlussanstieg. Pogacar ist wohl der stärkste Fahrer im Peloton. Zumindest in den Bergen. Das wird ihm aber nicht nützen. Denn als lonesome Cowboy hat er sich schon vor zwei Jahren geoutet. Die anderen Jungs kennen seine Stärke und haben ihre Gegenmittel dafür bei. Ohne Team und Hirschi, McNnulty und Berg kann man, trotz ihre relativen Stärke nicht wirklich als Hilfe bezeichnen. Ich lasse mich da gerne eines besseren belehren. Vielleicht sollte man das diesjährige Motto der Tour umändern. Etwa in: Immer lustig und vergnügt bis der Arsch im Sarge liegt.

Simon Geschke hat immer noch das Bergtrikot auf seinen Rücken. Heute gibt es wohl 35 Punkte. Da will Geschke sich ein paar von absahnen. Die Strecke ist kurz aber heftig. Da werden ganz andere Geschwindigkeiten gefahren als sonst üblich.

Im Flachen kommt daher zunächst keiner weg weg. Erst 84 km vor dem Ende finden sich zwei, die ein wenig fahren gelassen werden.

Der erste Berg ist der Aspin. Eine Legende bei der Tour. Er soll 74 mal überquert worden sein. Eine Pyrenäenetappe  ohne Aspin ist eher in den letzten die Ausnahme gewesen. 12 km geht es hoch. 6 Prozent im Schnitt. Wir haben da auch schon an der Strecke gestanden. Oben auf dem Pass ist mehr los. Die Wohnmobilisten werden von stehenden undfliegenden Händlern gut versorgt, Morgens, mittags und abends ein frisches Baguette. No problem, Sir.

Wenn ich mir den Aufstieg zum Aspin im TV anschaue, so muss ich sagen, da war im unteren Teil schon etwas mehr los gewesen. Zuschauermäßig. Dafür wird Didi ganz groß rausgebracht. Oben sitzen dan aber wieder die Caranvanis zahlreich neben dem Schild der Bergwertung.  Hat es auch Baguette? Simon Geschke wird wohl ein paar Punkte abgreifen. Sein Teamkollege Perichon macht das Tempo. Pinot und Lutsenko kommen alleine an. Dahinter holt sich Geschke die nächsten 6 Punkte.

Sie sind noch nicht richtig unten, da geht es wieder los. Die Fans haben sich für diesen Aufstieg der zweiten Kategorie entschieden. Hier sind jedenfalls wesentlich mehr als im Anstieg zum Aspin anwesend.

Der Däne Mikkel Berg versucht für seinen Teamchef das Peloton auseinander zufahren. Viele sind nicht mehr dabei. Natürlich sind die Favoriten dabei, aber die Reihen der Helfer haben sich gelichtet.

Geschke verschaltet sich kurz vor der Bergwertung und verliert zwei Punkte an Ciccone.

Im vorletzten Anstieg werde ich eines besseren belehrt. Team UAE trumpft gewaltig auf. Zunächst fährt Mikkel Berg die Konkurenz aus den Socken. Dann übernimmt, für mich überraschend Brandon McNulty für seinen Kapitän Pogacar das Kommando. Geraint Thomas wird abgehängt. Nur Jonas Vingegaard kann mithalten. Zwei UAE’s gegen einen Jumbo Visma. Die sind wohl eine Nummer zu groß für die anderen.

Simon Geschke behält das Trikot. Morgen kommt dann die Entscheidung in dieser Sache.

Am Flugplatz von Peyragude kommt es dann zur Entscheidung. Zwar verliert  Vingegaard kaum Zeit. trotzdem hat er es auf den letzen Metern verushct. Allein, hier erwies sich Pogacar als der Stärkere. Der holt sicht die Etappe und zieht von Vingegaards Vorsprung 4 Sekunden ab. Das wird morgen sicher noch einmal ein heißer Tag.

Ergebnis <<<

 

 

 

 

 

 

 

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