Dezember 4, 2022

Radsport Journal Tourmann

Profi Radsport

Tour de France. Staub über den Feldern.

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Paris Roubaix gilt ja als die Hölle des Nordens. Weil die Jungs ja die ganze Zeit durch Matsch und Schlamm fahren müssen. Heute wird auf der 5. Etappe der Tour de France ein kleines Schelmenstück in dieser Richtung gegeben. Die Jungs dürfen sich auf ein paar der Pflastersteinpavees abrackern. Es sind nicht alle, nur so an die 11 dieser Sektoren. Und einige wurden bei Paris Roubaix noch nicht überquerrt. Oder sagen wir lieber überbrückt. Nein, überflogen wäre das beste Wort.
Ähnlich wie die Autos in der Wüste die sogenannten Wellblechpisten mit hoher Geschwindigkeit überfliegen müssen. Damit die Reifen nur die Spitzen der Rippen zu fassen bekommen. So müssen die Jungs über der Katzenköppe donnern. Je mehr man sich der Mach 3 annähert um so besser. Pech haben die, denen die Luft ausgeht. Ich meine die in der Lunge und die im Reifen. In beiden Fällen wird es sehr Ernst. Und das Arbeitsende wird für den Tag weit nach hinten verschoben.
Deshalb ist man sich über den Unsinn eines solchen Spektakels auch im Klaren. Man sollte es nicht auf einer derartigen Rundfahrt wie der Tour de France durchführen. Nicht der Glücklichere, sondern der Beste sollte gewinnen.
Illusion? Die Jungs haben schon auf der Brücke über den großen Belt gezeigt, dass sie ihr Köpfchen einschalten. Hier ist es auch angebracht.
Im Gegensatz zu den Schlammschlachten bei den Rennen von Paris Roubaix in den früheren Jahren, hat man heute mit dem Staub zu kämpfen. Man wird einiges an Erde in seiner Lunge mitschleppen. Für die Zuschauer ist es da einfacher. Sie müssen nur auf der Luvseite der Straße stehen. Denn ein leichtes Windchen weht schon.

Heute geschah etwas seltsames auf der Strecke der Pavees bei Lille. Die Ausreißer legten einen Start Ziel Sieg hin. Reden wir also von Vernunft oder Unvernunft. Die Jungs haben trotzdem ein Spektakel gegeben. Es war schon beeindruckend wie die alle über die Pavees gerauscht sind. Den ganzen Tag den Staub schlucken. Das macht sicher keinen Spaß. Kann man mir nicht erzählen. Auch Nils Politt nicht . Der hatte heute keinen freien Tag und durfte seinen Chef Vlasov in der ersten großen Gruppe hinter den fünf Spitzenreitern begleiten. Gesehen habe ich ihn nicht. Jedenfalls nicht durch den Sucher. Sein weißer Meistertrikot dürfte heute die Waschmaschine wohl nicht überstehen. Aber sicher hat man als Champion deren zwei.
Primoz Roglic vom Team Jumbo Visma hat es allerdings erwischt. Der für den Tour Gesamtsieg gehandelte Slowene musste am Ende gegen über seinen Mitstreitern 2 Minuten einstecken. Das ist bitter
Soweit ich sehen kann, hat keiner der anderen Favoriten Terrain verloren. Ende gut, alles gut. Obwohl da ein D Zug angeschossen kam, hatte man nur einen Passagier verloren.
Auf den Rängen gab dagegen ordentliche Blessuren. Am Ende das Bild üblichen Paris Roubaix Schlachtfeldes. Die letzten kamen mit 30 Minuten Verspätung ins Ziel. Immerhin kamen sie. Das ist der Tour geschuldet. Man will ja auch morgen wieder an Start gehen.


Das Mathieu Van der Poel vom team Jumbo Visma auch die anderen ziehen lassen musste ist wohl ebenso wie bei Roglic einer Panne zu verdanken. Obwohl die Teamwagen direkt hinter den Fahrer ordentlich Staub verteilten und ziemlich nah am Geschehen waren, fand der fliegende Holländer keinen Anschluss mehr.


Reden wir doch von der Spitzengruppe. Die fünf Jungs kamen alles durch. Zwar schmolz gegen Ende ihr Vorsprung beträchtlich, aber Simon Clarke von Israel Premium Tech konnte sich im Endkampf durchsetzen und das Rennen gewinnen. Mit dabei war der unvermeidlich Magnus Cort Nielsen von EF Education. Die Jungs müssen für ihre noch Punkte für den Klassenerhalt sammeln. Nach der Tour kann man schon mal eine vorläufige Rechnung aufmachen.

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