Dezember 4, 2022

Radsport Journal Tourmann

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Tour de France. Non, je ne regret rien.

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Tour de France

Tour de FranceNein, ich bereue nichts. Haben sie sich schon einmal überlegt, wie Erosion aussieht. Wenn in einem Jahr nur ein Millimeter Staub aus den Wüsten hergeweht werden würde, dann wären es in 10 Jahren ein Zentimeter, in 1000 Jahren ein Meter und in 1 Million Jahren 1000 Meter, die wir höhergelegt würden. Eine kleine Veränderung würde über die Zeit gesehen eine riesig große werden. Nun haben wir Menschen nicht diesen Zeithorizont. Seit etwas über 10000 jahren gibt es so was wie menschliche Kultur. Jedenfalls die nachweisbare. Für uns Jetzt bürger sind 50 Jahre ein lange Zeit. Da haben wir schon alles wieder vergessen. Falls es nicht irgendwo aufgeschrieben wurde.

Denken wir weiter zurück, denken wir vielleicht an die Schriftsteller des vorletzten Jahrhunderts. Göthe oder Schiller zum Beispiel. Da reden wir oft vom alten Göthe. Obwohl der Mann die meisten seiner Geschichten in seiner Sturm und Drangzeit geschrieben. Aber er wird nur noch als alter Mann abgebildet und war sicher nie richtig jung. In der Vorstellung der meisten Menschen.

Mit Rockbands ist es oft ebenso. Da tingeln die Rollings Stones Opas durch die Welt und singen vor einem riesigen gealterten Publikum die Songs ihrer Jugend. I can get no satisfaction. Vielleicht stimmt das ja auch.

Radsportler, wie andere Sportler auch, verpassen oft den Zeitpunkt für den Flicflac. Dann, wenn noch die Rolle rückwärts gelingt, sollte man nach vorne schauen und es gut sein lassen. Einige leben aber mit ihren Illussionen weiter. Es gibt natürlich auch viele, die nie etwas gerissen haben. Die einfach immer nur da waren, weil sie und wenn sie gebraucht wurden. Die keine Erfolge auf ihre Palmares stehen haben. Die nie die ganz große Kohle machen und immer nur den Backround für die Stars abgeben. 

Für die ist so ein Berg der Holländer, ich allerdings da nur sehr wenige gesehen, sehr wichtig. Wenn einem nicht mal mehr die Besoffenen zujubeln, wer dann. Trotzdem wäre es ja traurig, zu sagen, dass das ganze Leben deshalb verpfuscht wäre. Das gilt auch für uns Normalos, diewir  höchstens mit dem Ebike da hoch kommen würden. Solange die Batterie hält. Soll man all die Entscheidungen, die man in seinen Leben getroffen hat, als Fehler hinstellen und sich am Ende eine Harley kaufen und nach New Orleans fahren, um es wieder gut zu machen.

Ich jedenfalls nicht. Je ne regret rien. 

 

Die heutige Etappe der Tour de France führt aus den Alpen raus. Der Ort der Niederlage Pogacars und seines Teams. Abgerechnet wird aber erst in Paris. Da haben wir schon einige Dramen erlebt. Es geht über 192 Km von Bourg d´Oisans nach St.Etienne. Man wechselt auf die andere Seite des Rhonetals. Dazu gibt es nur einige Hügelnchen zu überwinden. Trotzdem muss Simon Geschke auch heute höllisch aufpassen. Jetzt kann er wieder Punkte sammeln. Es gibt 2 Bergwertungen der 3. Kategorie und eine der Zweiten.  So weit ich das sehe, reden wir von 9 Punkten. Die wollen gesammelt werden.

Nils Politt von Bora hansgrohe will es heute wissen. Er ist in der ersten Spitzengruppe. Wird aber wieder gestellt. Dann schaffen es drei andere. Mit dabei sind Jorgenson, Küng und Ganna. Die werden von einer starken Gruppe mit Nils Politt verfolgt. Doch 147 km vor dem Ende werden sie wieder vom Peloton gestellt. Alpecin Deceuninck hatte keinen Fahrer dabei. Die drei Ausreißer halten sich noch. 2 Km später haben sie immer noch 28 Sekunden. Es geht flach und heiß weiter. Heute ist eine der wenigen Gelegenheiten für die Sprinter. Alpecin Fenix und Jumbo Visma werden sich nicht lumpen lassen. 

Ein weiterer Fahrer hat die Tour wegen Corona verlassen müssen. Warren Barguil vom Team Arkea Samsic ist der Betroffene. Gestern war er noch zeitweise bei die Leut. Dann fiel er weit zurück. Mit der Krankheit ist nicht zu spaßen. Obwohl einige das nicht wahrhaben wollen.

Vorne hat sich in der Zwischenzeit etwas getan. Eine Gruppe von vier Fahrern ist noch dazu gekommen. Fred Wright ist mit dabei. Nils Politt dagegen nicht. Das Peloton hat über eine Minute Rückstand.

Die erste Bergwertung ist an Unbekannte gegangen. Noch werden 5 Punkte vergeben. Damit haben nur Fahrer noch die Möglichkeit Simon Geschke das Trikot weg zu nehmen. Keiner von denen ist in der Spitzengruppe. Das dürfte was werden für Geschke. Damit wäre Simon Geschke mit fünf Tagen im Trikot schon jetzt der beste Deutsche ever in dieser Wertung.

Roglic wird von Albert Contador im vorbeirollen interviewt. Er zum Schluss, dass Roglic sich nun auf die  Vuelta vorbereitet. Zwischenzeitlich hat  Matteo Jorgenson  von Movistar eine Panne am Hinterrad. Er findet aber wieder in die Spitzengruppe zurück.

112 km vor dem Ende ist es amtlich. Die 5 Bergpunkte werden an jemanden vergeben, der keine Konkurenz für Geschke ist. jedenfalls nicht heute. Deshalb trägt der deutsche Fahrer vom Team Cofidis auch morgen das Trikot und ist der beste deutsche Bergfloh bei der Tour de France ever.

Dann ist das Rennen für das Peloton plötzlich zu Ende. Caleb Ewan vom Team Lotto Soudal stürzt. mit einem Schlag hören alle auf zu fahren. Die Spitzengruppe kommt über den letzten Berg und bauen ihren Vorsrung auf über 3 Minuten. Noch sind es 44 Kilometer bis ins Ziel. Immerhin sind ein paar super Zeitfahrer wie Küng und Ganna mit dabei.

Die Spitzengruppe kommt wohl durch. An der 10 Kilometer Marke setzen sich die Sprinter ab. Wright, Pedersen und Houle. Ich hätte eher erwartet, dass die Zeitfahrer Küng und Ganna so handel würden. 8 Km vor dem Ende haben sie 22 Sekunden Vorsprung. Das Peloton hat in der Zwischenzeit die Füße hochgelegt. Da fährt keiner mehr.

Die drei bleiben zusammen und machen den Sprint unter sich aus. Mads Pedersen ergreift an der 300 Meter Marke die Initiative und setzt die anderen in den Wind. Fred Wright versucht einen Gegenangriff, bleibt aber im Wind hängen.

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