Tour de France. Arm und Reich

 

Ja, wir reden mal wieder vom Geld. Schön, wenn man es hat und schlecht, wenn nicht. Aber egal, ob sie bis zur Unterkante Oberkiefer Schulden haben, mitzittern sollen sie bei der Tour de France und anderen Sportereignissen schon. Dafür sind die ja da. Damit Sie ihre Sorgen vergessen und nicht auf die Barrikaden gehen.

Obwohl das gerade in Frankreich ja gerade ein schwieriges Thema ist. Und bald kommt auch noch der Bastille Tag. Da wird dann gefeiert, das der Pöbel den Aufstand wagte. Aber  heutzutage bitte nur mit einer Militärparade auf dem Champs Elisee.

Gut. Ein prikäres Thema. Wir wollen ja auch eigentlich von anderen Geldsorgen reden. Nämlich von denen der bisherigen Looser der Tour. Denjenigen, die sich bislang jeden Tag abgestrampelt und nicht eine müde Mark für diese Arbeit bekommen haben. Oder Franc oder Euro. Jedenfalls, was das Preisgeld anbelangt. Das ist Sahnetopf der Tour. Natürlich bekommen die Teams jeden Tag für die Teilnahme ein paar tausend Euros und natürlich haben die Fahrer zumeist ihren Mindestlohn.

Aber daran wird man ja nicht gemessen. Die Weihanchtsgratifikationen sind es, die das Müsli besser schmecken lassen. Wir sind zwar erst ganz am Anfang der Tour, keine 5 Renntage, sondern 4. Aber schon zeichnet sich das Bild ab. Zwischen denen ganz unten und denen ganz oben.

King of the hill ist im Moment natürlich Jasper Philipsen mit seinen 24800 Euros. Da kommt so schnell keiner ran. Adam Yates hat zwar eine Etappe gewonnen und trägt seitdem das gelbe Trikot, hat aber nur 15600 auf dem Konto. Immerhin 4 Tage a sagen wir 5 Rennstunden. Das macht 15600 durch 20. Ist dann ein Stundenlohn von  780 Euro. Das kann sich sehen lassen. Fußballer und andere Sportstars würden für diesen Stundenlohn vermutlich eher im Bett liegen bleiben, aber bei Radsporlern ist das schon was.

Phil Bauhaus vom Team Bahrain Victorious steht mit seinen 8300 Euro auch nicht so schlecht da. Doch muss man auch sehen, dass er zweimal nur knapp von Jasper Philipsen geschlagen wurde. Da reden wir von 24800 zu 8300 Euro.

Aber das sind ja die Reichen und Schönen dieserTour. Kommen wir nun zu den armen Schluckern. Die letzten müden Marken oder Euros haben Anthony Delaplace und Jonas Abrahamsen auf dem Konto. Das sind 200 Euro. Delaplace hat sich gestern die Kante gegeben und dem Peloton zu etwas Mehrarbeit verholfen. Wahrscheinlich hat er auf diesen Kilometern sich irgendeine kleine Prämie geholt. Abrahamsen ist mir bisher gar nicht aufgefallen. Ich weiß deshalb auch nicht, wofür seine 200 Euro stehen. Immerhin steht er damit an 63. Stelle und ist der letzte Fahrer im bisherigen Kohleranking.

Das heißt aber auch, dass da noch rund 110 Fahrer mit von der Partie sind, die bisher keinen Groschen gesehen haben. Für die Ehre, wie es so schön heißt. Oder soll man für den Arsch sagen? Meine Damen und Herren, ich bitte sie.

Ebenso gibt es bei den Teams ein oben unten. Ganz oben steht da Alpecin Deceuninck mit 27900 Euro und ganz die Movistars mit 300 Euro. Aber die Tour ist ja noch lang. Da kann und wird noch was ändern.

https://twitter.com/LeTour/status/1676547541721141248

Kommen wir zum heutigen Renntag.

Da geht es in die Pyrenäen. 162,7 km stehen auf dem Programm auf dem Weg. Von Pau nach Laruns. Können wir uns eine Tour de France ohne Pau vorstellen. Ich glaube nicht. Es gibt zwei dicke Berge, den Col du Soudet und Col de Marie Blanc. Hintenraus wird dann allerdings flacher. Erst morgen sehen wir einen der berüchtigten Schlussanstiege. Trotzdem sollten sich heute die Kletterer zeigen. Ich rechne mit einem Kämpfchen am Col de Marie Blanche. Lassen wir uns überraschen.

Und wir werden super angenehm überrascht. Lange versuchen es einige Fahrer. Sie können sich aber nicht absetzen. Dann plötzlich eine riesigengroße Gruppe mit 35 Fahrern. 20 Mannschaften sind vertreten. Mit dabei ist auch Bora hansgrohe mit 3 Fahrern. Vor allen Hindlay und Buchmann sollen noch eine Rolle spielen.

Doch zunächst macht Wout Van Aert seine Kamikaze Tour. Er reißt noch einmal mit vier Fahrern aus der Spitzengruppe aus und fährt, dass kann jetzt schon sagen seinen Teamchef aus den Socken. Der hatte doch eigentlich geplant heute abend mal in gelb rumzulaufen.

Im Anstieg zum Soudet wird Van Aert aber geschlachtet. Sieger der ganzen Sachen ist schließlich Jai Hindlay von Bora hansgrohe. Der fährt als erster über den letzten Pass, Col de Marie Blanque. Er wird zunächst nur von Vingegaard verfolgt. Der hat rund eine Minute Rücksstand und wird auf den restlich Kilometern noch von einer kleinen Gruppe um Emanuel Buchmann eingeholt. Vingegaard ist zwar unbestritten der stärkste Fahrer. Er nimmt Hindlay noch eine weitere halbe Minute ab. Doch auf den letzten Metern wird er noch von der Gruppe um Buchmann niedergemacht. Keine weiteren Bonussekunden mehr.

So übernimmt Jai Hindlay das gelb Trikot von Adan Yates. Und alle Jumbos werden sich bei Wout van Aert sehr herzlich bedanken. Der Verlierer des Tages heißt allerdings Pogacar. Der slowenische Jungsiegfried hatte doch ein Eichenblatt auf dem Rücken. Er kann in den Bergen nicht mithalten und verliert auf Hindlay 1:38. Dazu kommen noch die 10 Bonussekunden für den Sieg.

Hatte man gestern noch die Unscheinbarkeit von Bora hansgrohe bemängelt. Meiner Ansicht nach zu Unrecht. Habe das ja schon mal erklärt, so ist das Mauerblümchen von der Mauer heute rungestiegen und tanzt in Laruns auf den Straßen nach Paris. Hoffentlich war das nicht zu früh.

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