Oktober 22, 2020

Radsport Journal Tourmann

Profi Radsport

Giro d’Italia. Jhonatan Navraez überschreitet den Rubikon.

4 min read
Radsport

Giro. Wie lange noch? Das ist die große Frage in Italien. Heute geht es noch mal weiter. Wenn man das so sagen kann. Es geht von Cesenatico nach Cesenatico. Dazwischen geht es 203 km durch das Hinterland. Es gibt einige Berge zu überwinden. Nicht mehr die Hügel von 200 oder 300 Meter Höhe. Diese hier haben Mittelgebirgscharakter. Sind also so um die 700 m hoch.

Jetzt könnten viele meinen. Ist das nichts von Peter Sagan von Bora hansgrohe? Aber  Sagan ist nicht mehr der alte. Nach seinem Gewaltritt vor  zwei Tagen ist die Luft raus. So haben die 13 Fahrer in der Ausreißergruppe schon 55 km nach dem Start einen Vorsprung von mehr als 9 Minuten. Der Zwischensprint kommt nach rund 130 km. Da sind die Punkte dann weg und Arnaud Demare von Groupama FDJ braucht sich keine Sorgen mehr zu machen.

Radsport

Das Wetter ist nicht besonders. Aber letztes Jahr im Mai war es auch nicht besser. Heute könnte es regnen. Mal wieder. Denn wir hatten schon einige Regentage. Die Aussichten für die Alpen sind auch nicht  besonders. Aber wer weiß heute schon, wie weit der Giro kommt. 

Das Peloton hat heute überhaupt keine Lust. Die Ausreißer sind für die Gesamtwertung nicht gefährlich. Auch Demare sieht sich nicht gefährdet und so hält man still und lässt die Jungs reisen. Über 11 Minuten sind es mittlerweile und es werden sicher noch mehr.

Das ist richtig. Es werden 13 und mehr. Dann beginnt NTT zufahren. Auch kommt der mit Missbilligung erwartete Regen. Die Punktefahrer fallen zurück. Auch Peter Sagan macht halblang. Warum die Jungs alle Corana bekommen wird heute schnell klar. Die Mechaniker springen ohne Masken aus den Autos und versorgen ihre Jungs. Da braucht man sich keine weiteren Gedanken mehr machen. Der Giro schützt seine Athleten nicht so wie die Tour de France. Jedenfalls nicht sichtbar.

30 km vor dem Ende sind 2 Jungs einsam an der Spitze im Regen unterwegs Sie haben 7 Minuten Vorsprung vor der Gruppe mit den Trikots.. Wer morgen nicht erkältet ist, hat vielleicht Covid 19.  What a race.

Wir sind im Pantani Land. Der Pirat wird hier wie ein Gott verehrt. Scheiß ein auf Doping oder Koksmissbrauch. Ich weiß nicht,  was die Leute ihren Kindern erzählen. “Den Schnee auf den sie talwärts hier fahren kennt doch jedes Kind. Drah di nicht um.”  Tun die meisten auch nicht, denn man will ja den Jungs mal ordentlich  bei ihrer Vorbeifahrt ins Gesicht rotzen. Da braucht man auch keine Maske und Gott ist bald so nah.

Ich  habe das schon bei der WM in Imola gesagt. Die Meisterschaften der fallenden Masken. Aber auch bei uns haben die Leute ums goldene Kalb getanzt. Die Zahlen sprechen die tödliche Wahrheit.

26 km vor dem Ende geht es über die letzte Bergwertung. Die zwei an der Spitze Mark Padun von Bahrain und Jhonathan Navraez vom Team Ineos haben 2:10 Minuten Vorsprung vor Simon Clarke von EF Pro Cycling.  Navaraez, den Namen habe ich doch in der letzten mal gehört. Mal schauen. Der Mann hat zuletzt die Settimana Coppa e Bartali gewonnen. Auch in dieser Gegend. Und er hat Glück. Weil Padun Pech hat und in der Abfahrt sein Rad wechseln muss.

Gestern kamen ja Rick Zabel und Nico Denz unter die besten zehn Fahrer. Das soll nicht vergessen werden. Aber heute haben die beiden nicht viel zu bestellen. Die Sache wird ausgefahren zwischen Padun und Navraez. Letztere hatte auf Grund des Radwechsels von Padun die besseren Karten.  Das heisst 13 km und 20 Sekunden. Allerdings regnet es ohne Ende und auf den nassen Straßen kann viel passieren. 

Der Fluss hier heißt übrigens Rubikon. Den Zwischensprint gab es in Savignano sul Rubicone. Als Cäsar den Rubikon  überschritt, wusste er , es gibt kein zurück mehr. Was für für ein Symbol.

Nicht nur für den Giro sondern auch für den Ukrainer Padun und dem Equadoricaner Narvaez. 6 km to go und 26 Sekunden für Narvaez. Es waren schon einmal 9 Sekunden. Jetzt verliert Padun aber immer mehr an Zeit. Jhonatan Navarez vom Team Ineos Grenadiers gewinnt alleine in Cesenatico.

Die Gruppe der Favoriten kommt erst lange später ins Ziel. Sie haben Joao Almeida von Deceuninck Quickstep im Gefolge. Der behält sein Trikot einen weiteren Tag.

Ein paar Wochen später kam auch die Gruppe mit den Sprintern ins Ziel. Gut 37 Mann. Entweder gefiel denen das kalte Duschen so gut oder sie haben am Denkmal von Marco Pantani eine längere Gebetspause eingelegt.

Ergebnis <<<<<

Please follow and like us:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

RSS
Follow by Email
YouTube
Instagram