Algarve Rundfahrt. Radrennen mit Zeltplatz

Algarve Rundfahrt

Es ist schön an der portugiesischen Algarve. Zweifelsohne! Und sicher kann man hier sehr schön die Seele baumeln lassen und an den Stränden ein verfrühtes Bad nehmen. Wenn man das kalte Wasser mag.

Man könnte auch Radrennen fahren. Könnte. Nur, wenn ich auf die Ergebnisliste der Algarve Rundfahrt schaue, will ich das nicht so recht glauben. Da könnte man meinen, das komplette Bora hansgrohe Team macht Urlaub von nervigen Küchenabzugsselling. Doch, Erholung ist notwendig, und doch,  sollte man einen Wettbewerb eben als  Wettkampf nehmen. Kein Mensch erwartet von einen Herr Ackermann, dass er den Schlusshügel einer Etappe hochsprintet, wenn er es dann mal im Flachen tun würde. Aber wenn das gesamte Team während des  Rennens die Sonnenschirme aufstellt, darf man auch fragen, wo sie denn unterwegs gezeltet haben.

Wovon reden wir eigentlich?

Ich weiß, dass viele deutsche Radsportmagazine zu solchen Leistungen schweigen. Zu groß ist das Eigeninteresse und man will ja keinen in der lieben Radsportfamilie vergraulen. Aber man hat doch auch gewisse journalistische Aufgaben. Wenn jetzt ein Pascal Ackermann mit über 18 Minuten Rückstand bei einer Etappe mit einem 7 km langen Schlussanstieg  der gerade mal 5,8 Prozent im Durchschnitt hat, ankommt,  kann man das noch verkneifen. Wenn er das im Flachen ausgleichen könnte oder wollte. Wenn aber der beste Bergfahrer des Teams zwar zweitbester Fahrer des Teams wird, mit über 9 Minuten Rückstand auf den Sieger, dann kann man sich schon fragen, ob wir hier noch bei einen Radrennen sind. Soll man sich jetzt über die Leistung von Nils Politt mit über 6 Minuten minus auf den Sieger freuen oder nicht? Wenn der Rest der Mannschaft gar nichts tut. Peter Sagan wird froh sein, dass er diese Truppe nicht beim Giro an seiner Seite hat. Und noch ein Tipp. Mit solchen Leistungen verkauft man weder Dunstabzüge oder Badezimmergarnituren. Und das ist schließlich die Hauptabteilung bei dieser Sache. 

Bester Deutscher Fahrer wurde auf der zweiten Etappe der Algarve Rundfahrt Georg Zimmermann vom Team Intermarche Wanty und so weiter und so fort. Er kam als 21. mit einem Rückstand von 1 Minute ins Ziel. Geht doch.

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