Tour de France 2026 – Etappe 2: Das Geschenk am Montjuïc

 

Barcelona hat am Sonntag eine der großzügigsten Gesten der Tour-Geschichte gesehen – und einen neuen mexikanischen Helden. Doch eines muss man auch klar sagen. Der Anstieg ist nicht mit der Redoute zu vergleichen. Wie manche das getan haben. Aber muss auch sehen, er wurde dreimal ueberquerrt und jeder Anstieg ist so hart wie er eben nun mal gefahren wird. Obwohl viele abgehaengt wurden, haben die Favoriten noch nicht das letzte gezeigt.

Am 5. Juli 2026 führte die zweite Etappe der 113. Tour de France über 168,5 Kilometer von Tarragona nach Barcelona. Nach dem Teamzeitfahren am Vortag war es der erste richtige Straßentag des katalanischen Grand Départ, offiziell als hügelige Etappe mit 2.391 Höhenmetern ausgeschrieben.

Die ersten 85 Kilometer rollten flach an der Mittelmeerküste entlang, mit dem Zwischensprint in Viladecans. Ernst wurde es an der Côte de Begues – 6,1 Kilometer lang mit 6,5 Prozent Steigung, die erste Bergwertung der Kategorie 2.

Das Finale spielte sich komplett in Barcelona ab. Ab Kilometer 137,5 wartete ein 12,2 Kilometer langer Rundkurs, dreimal zu fahren. Herzstück war die Côte du Château de Montjuïc: 1,6 Kilometer, im Schnitt 9,3 Prozent steil, mit Rampen bis zu 13 Prozent kurz vor dem Castell. Oben wurde dreimal eine Bergwertung der 3. Kategorie abgenommen, danach ging es über den Passeig del Migdia hinunter und die letzten 700 Meter mit rund 7 Prozent hinauf zum Ziel vor dem Olympiastadion.

Das Rennen war lange kontrolliert von Visma–Lease a Bike für den Gelbträger Jonas Vingegaard. Für Drama sorgte Isaac del Toro. Der 22-jährige Mexikaner von UAE Team Emirates XRG hatte mitten im Rennen einen Defekt, musste lange auf das Ersatzrad warten und kämpfte sich das Feld wieder heran.

Am letzten Anstieg zum Montjuïc attackierte sein Kapitän Tadej Pogačar. Nur Del Toro, Remco Evenepoel und Vingegaard konnten folgen. Oben schaute Pogačar über die Schulter, nahm Tempo raus und ließ Del Toro vorbeifahren.

So gewann Isaac del Toro seine erste Tour-Etappe vor Pogačar, Evenepoel wurde Dritter knapp vor Vingegaard. Del Toro ist damit erst der zweite Mexikaner nach Raúl Alcalá vor über 30 Jahren, der eine Tour-Etappe gewinnt.

In der Gesamtwertung blieb Vingegaard in Gelb, aber Pogačar rückte durch die Bonussekunden bis auf sechs Sekunden heran. Del Toro übernahm mit dem Sieg auch das Grüne und das Weiße Trikot.

Nicht mehr am Start war Clément Berthet von Groupama-FDJ, der nach seinem Sturz auf Etappe 1 mit Schürfwunden und einer Schulterverletzung passen musste.

Etappe 2 sollte ein hügeliger Aufwärmer sein, wurde aber zum Lehrstück in Team-Hierarchie: Pogačar hätte seinen 18. Etappensieg holen können, schenkte ihn aber seinem jungen Helfer – ein Vertrauensbeweis, der in Barcelona lange diskutiert wird.

Heute geht es weiter mit Etappe 3 von Granollers nach Les Angles – 195,9 Kilometer und der erste richtige Pyrenäen-Test.

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