Dezember 4, 2022

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Tour de France. Bei den Ch`tis

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Tour de France

Tour de FranceEine Reise ist immer eine Geschichte. Wie man es auch nimmt. Man setzt sich in irgendein Gefährt und beginnt zu träumen. Der Traum von der Reise zur Tour de France wurde schon seit Beginn der Pandemie geträumt. Vorher waren wir häufig mit dabei. Während aber nie. Und jetzt ist es auch noch nicht vorbei. Man ist nur psychisch abgehärteter und vielleicht auch zu risikobereit. Auf der Fahrt nach Dünkirchen habe ich einige andere Verrückte gesehen. Manche, die das auch beruflich machen. Für die ist es der Alltag. Und manche, die wieder ein wenig Roullette spielen. Privat.
Ich hatte mir keinen großen Plan gemacht. Irgendwo bei Dünkirchen sollte es hingehen. Der Berg von Cassel war die große Idee. Dann beschloss ich aber, noch ein Stück Strecke mitzunehmen. Ausfahrt 16 war die von Bergues. Willkommen bei den Ch`tis. Also gut.
Dann ging es aber drekt nach Cassel. Auf Kopfsteinpflaster den Berg hoch. Anderhalb Kilometer. Die Jungs werden also schon vor der Etappe über die Pavees die dicken Steine zu kosten bekommen. Es rattert ganz nett. Der Ort oben ist auch mit selbigen gepflastert. Groben Stücken. Die Abfahrt hat dafür wieder Asphalt. Das dürfte keine Probleme geben.
Dafür hat die Polizei welche. Mit den Campern. Die Straßenränder sind alle für den Tag gesperrt. Man reiht sich trotzdem ein. Le Tour est Le Tour. Und der Camper ist auch Le Tour. Hier werden die Leute nicht gleich niedergeknallt, für ein Vergehen. Man geht höflich miteinander um und parkt ein paar Meter weiter, wo schon zwanzig andere stehen. Da ist es auch verboten. Aber die Flics schauen einfach weg.
Das ist auch ein Phänomen. Sieht man sonst bei keinen anderen Rennen. Viele planen ihren Urlaub nach dem Tourkalender. Nirgendwo hat man mit den dicken Wohnmobilen sonst so viele Freiheiten wie in Frankreich. Und wenn viele auf einem Haufen stehen, wie in den Bergen, dann gibt es auch einen ordentlichen Foodservice. Frische Baguettes morgens um 8 auf dem Tourmalet. No problem.
Schon am Vortag einer Etappe ist an den Straßenrändern in den Orten schon was los. Wo sonst das ganze Jahr vielleicht nie was ist, da stehen sie nun oder sitzen auf ihren Campingstühlen, stehen an den schon aufgestellten Barrieren und warten. Vielleicht passiert ja was. Manchmal kommt ein rotes Tourmann Mobil vorbei. Mit einigen Aufklebern, die man so bei den Rennen zeigen muss. Damit durchgelassen wird. Dann werden schon mal die Augenbrauen hochgeklappt. Und wenn der Fahrer hupt, dann winkt man kurz und widmet sich wieder der Tageszeitung. Auch das ist die Tour.
Die erste Ekstase wird es morgen erst geben. Wenn die Werbekarawane durchzieht. Zwei Stunden vor dem Rennen. 5 Kilometer Karneval. Das dauert meist sehr viel länger als der Durchzug des Pelotons. Da ist man schon mit 10 Sekunden zufrieden. In der Ebene. In den Bergen dauert das natürlich länger. Zumindest gegen Ende der Etappe. Da will man die Jungs gerne den Berg hochschieben. Sieht ja keiner. Die Kameras und die Kommisäre sind ja alle vorne.

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