Giro d’Italia. Heute fahren wir ins Wallis mit dem Bus

 

Nee, nee, heute gehen wir nicht ins Maxim. Wir fahren zu den reichen Schweizern. Allerdings geht die Reise nicht wie geplant über den ST Bernhard Pass,  sondern man muss sich mit dem Tunnel begnügen.  Der Grund dafür ist das schlechte Wetter, das heißt die Schneelage. Jammert man im Frühwinter darüber, dass ist keinen Schnee gibt. So jammert man im Frühjahr darüber, dass zu viel Schnee liegt.  Und wenn man halt die Jungs über die Alpen peitschen will, dann kann es schon mal passieren,  dass zu viel Schnee liegt.

Angesichts der Lage können wir allerdings auch froh sein, Wenn die Jungs überhaupt auf ihren Rädern  ins Wallis kommen. Auch dort steht ja noch ein Berg auf der Rechnung, der hat immer in einer Höhe von über 2000 m.  Die Anfahrt nach Kranz Montana sollte kein Problem sein.  Also kein schneeproblem. Da sich um einen Schlussanstieg handelt, nach rund 200 km,wird heute sicher etwas für das Klassement getan.

Ich kann das verstehen, dass die Jungs morgens aus dem Fenster schauen und dann sagen: Danke heute nicht. So ist heute der Däne Mads Petersen nicht mehr am Start. Es regnet mal wieder in Italien. Das war schon gestern klar. Petrus hat was gegen den Giro. Die Jungs werden heute neutral starten und sich dann 2600 m in den Bus setzen.  Der Bürgermeister hat gezahlt und will nun die Fahne für den Start schwenken. Man fährt mit dem Bus durch den Tunnnel und wird dann am zweiten Anstieg beginnen. Das ist wohl eine gute Entscheidung. Bin mal gespannt, wieviel Jungs wieder aus den Bus steigen. Es sollen heute nur 75 km werden. Das ist ein Bergsprintrennen.

 

Logistik heißt die Devise der Stunde. Die Jungs waren auf das Rennen vorbereitet. Sie müssen sich nun irgendwie versorgen. D.h. es  müssen nicht nur trockene Klamotten organisiert werden. Es muss auch eine komplette Mahlzeit herbei geschafft werden. Dass man nicht eben auf der Strecke mal ins Restaurant gehen kann, macht es nicht auch nicht einfacher. Der richtige Start soll jetzt um 14:30 sein. Der weitere Ablauf wird dann eher heftig. Zwar ist das Wetter in der Schweiz besser, aber man wird direkt auf einen 2100 Meter hohen Pass hochfahren. Das wird sicher nicht lustig.

Um 15 Uhr geht es weiter. Eigentlich war der Start ja um 14:30 Uhr. Aber alle Teams waren da noch gar nicht da und so hat man noch mal eine halbe Stunde geschoben. Direkt nach dem Start geht es richtig los das Peloton zerfällt in seine Einzelteile und die Favoriten versuchen irgendwie Anschluss zu halten.

Vorne knallen einige den Berg hoch. Mit dabei Thibaut Pinot. Als die Straße schmaler wird und man sich dem Gipfel nähert, wird es wieder nass.  Das ist nicht so schön, aber die Jungs sind eh vorsichtig. Die ersten Kilometer runter werden vom Schnee gesäumt.  Die Straße ist auch nass. Unten wird sie dann wieder breiter und sieht gut aus.  Sobald man die Gipfel Region hinter sich gelassen hat, wird es wieder ein wenig heller und trockener. An der Spitze ist eine Gruppe mit fünf Fahrern. Mit dabei ist  Thibaut Pinot.  Der hat seine Abfahrtsschwächen überwunden und hält sich ziemlich wacker an der Spitze.  Später sieht man Valerien Paret Peintre die Pace machen

 Die Gruppe mit den Favoriten hat einen Rückstand von nur 3 Minuten. Noch sind es 43 km bis ins Ziel. In der Abfahrt kommen wieder viele Fahrer zurück. Die Ineos Grenadiere und die  Jungs von Jumbo Visma sind  im Tal an der Spitze des Pelotons präsent.

Thibaut Pinot hat in der Gesamtwertung einen Rückstand von 4 Minuten und ein bisschen mehr.  Deshalb dürfen die Favoriten ihn nicht zu weit wegkommen lassen. 23 km vor dem Ziel haben sie einen Rückstand von 3 Minuten 30 Sekunden. Da haben sie nicht mehr viel Spielraum.

Die Ineos Grenadiere haben weniger Fahrer im Peloton  als Jumbo Visma. Trotzdem sind mehr Grendaniere über den Berg gekommen und arbeiten brav für ihren Leader Geraint Thomas. Vom Team Soudal Quickstep, die ursprünglich den Giro gewinnen wollten, redet  nach dem Ausscheiden von Remco Evenepoel kein Mensch mehr.

Lennard Kämna von Bora hansgrohe ist auch noch mit dabei. Zu Beginn des letzten Anstiegs nach Crans Montana haben die Jungs an der Spitze einen Vorsprung von rund 3 Minuten. Thibaut Pinot macht zunächst das Tempo, hält dann aber ein wenig zurück. Dann kommt er von hinten durchgeschossen. Nur Cepeda von EF kann mithalten. Später kommt noch Rubio Movistar hinzu. Aber Pinot hat heute etwas vor. Das sieht man deutlich. Man fängt an zu diskutieren. Das ist nicht besonders hilfreich. Die  Jungs bekämpfen sich ziemlich ernsthaft und ziemlich früh. Das wird heute sicher nichts. Die drei kloppen sich ordentlich. Besonders Cepeda und Pinot. Wenn zwei sich streiten lacht der dritte und der heißtRubio vom Team Movistar.

Wenig später kommt Lennard Kämna mit Geraint Thomas und Primoz Roglic ins Ziel. Doch große Verlierer ist Thibaut Pinot. Ob wohl er das Bergtrikot übernimmt. Er wollte umbedingt in seinem letzten Jahr  eine Giroetappe gewinnen.

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