Giro. Das Blockhaus brennt — Vingegaard schlägt zu
244 Kilometer. Fast 4.500 Höhenmeter. Und am Ende eine Bergflanke, die keine Gnade kennt. Die siebte Etappe des Giro d’Italia 2026 war kein Radrennen — sie war ein Verhör. Und der Zeuge, der am lautesten sprach, trug dänische Farben.
Von Formia an der Küste bis hinauf zum Blockhaus in den Abruzzen auf 1.665 Metern Höhe: Das war die längste Etappe dieser 109. Austragung der Corsa Rosa, bewertet mit vier von fünf Schweregradssternen, die erste echte Richterin des Klassements. Wer hier schwächelte, würde es nicht vergessen. Wer hier glänzte, würde Geschichte schreiben.
Und Jonas Vingegaard schrieb sie.
Der Däne, zweifacher Tour-de-France-Sieger und Vuelta-Champion, hatte bis zu diesem Donnerstag noch nie eine Giro-Etappe gewonnen. Dieses Kapitel ist nun geschlossen. Am Schlussanstieg zum Blockhaus — 13,6 brutale Kilometer mit durchschnittlich 8,4 Prozent Steigung — zündete er den Turbo, ließ alle hinter sich und rollte als Sieger ins Ziel. Erster Etappensieg bei der Italien-Rundfahrt. Es wird wohl nicht der letzte gewesen sein.
Doch der wahre Held des Tages hatte einen österreichischen Pass.
Felix Gall, der Osttiroler aus dem Dunkel der Außenseiter, hielt dem Favoriten mit atemberaubender Entschlossenheit stand. Nur 13 Sekunden trennten ihn am Ende von Vingegaard — 13 Sekunden auf 244 Kilometern, auf einem der härtesten Schlussanstiege der Saison. Rang zwei. Ein Ergebnis, das mehr war als eine Platzierung. Es war eine Ansage.
Dahinter folgte Jai Hindley mit 58 Sekunden Rückstand, der im Finale noch einmal beschleunigte und ein kleines Loch zu den Verfolgern riss. Giulio Pellizzari und Ben O’Connor kämpften sich durch, auch wenn das Tempo an der Spitze am Ende zu hoch war, um Schaden zu verhindern.
Und das Rosa Trikot? Es blieb auf den Schultern von Afonso Eulálio. Der Portugiese, der sich bereits in der ersten Rennwoche als formidabler Kletterer erwiesen hatte, verteidigte sein Leibchen mit Würde. Mehr als drei Minuten Vorsprung auf Vingegaard in der Gesamtwertung — das ist kein Zufall, das ist Substanz.
Sechs Stunden und mehr auf dem Sattel. Die Beine brannten, die Lungen schrien, der Apennin schwieg — und das Blockhaus richtete über Träume und Ambitionen. Was dieser Tag gezeigt hat: Der Giro 2026 ist kein Rennen für Zauderer. Er ist ein Rennen für jene, die bereit sind, sich zu verbrennen.
Vingegaard hat das Feuer entzündet. Die nächsten zwei Wochen werden zeigen, wer die Glut aushält.
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