König der Alpen: Vingegaard schlägt in Pila zu

 

Aostatal, 23. Mai 2026 — Es war der Tag, auf den alle gewartet hatten. Die 14. Etappe des 109. Giro d’Italia, kurz, brutal, ohne Gnade — 133 Kilometer von Aosta hinauf ins Skigebiet Pila, verteilt auf fünf Anstiege und 4.350 Höhenmeter. Und als es darauf ankam, gab es nur einen Namen: Jonas Vingegaard.

Der Däne von Team Visma | Lease a Bike ließ rund vier Kilometer vor dem Ziel alle Rivalen stehen. Ein trockener, explosiver Antritt — und schon war die Lücke offen. Kein Antwort aus der Favoritengruppe. Vingegaard rollte als souveräner Solist über die Ziellinie in Pila, 49 Sekunden vor Felix Gall (Decathlon-CMA CGM Team) und 58 Sekunden vor dem Australier Jai Hindley (Red Bull-Bora-hansgrohe). Es war bereits sein dritter Etappensieg bei dieser Ausgabe der Corsa Rosa.

Das Aostatal als Bühne der Entscheidung

Schon beim Startschuss in Aosta war klar: Dieser Tag gehört nicht den Sprintern. Sofort hagelte es Attacken, rund 25 Fahrer bildeten eine starke Ausreißergruppe, darunter Jardi van der Lee und Jan Christen. Doch das war erst der Auftakt zu einem Höllentag durch das Aostatal — eine Abfolge von Anstiegen und Abfahrten, die die Beine der Fahrer schon lange vor dem finalen Anstieg zermürbte.

Auf dem Schlussanstieg nach Pila — 16,5 Kilometer mit durchschnittlich 7,1 Prozent Steigung und Spitzen von bis zu 11 Prozent — begann das große Auseinanderbrechen. Visma ließ die Mannschaft hochwertig arbeiten und heizte das Tempo so lange an, bis die Gruppe auf ein Häuflein der Stärksten zusammengeschmolzen war. Rund neun Kilometer vor dem Ziel verlor Afonso Eulálio den Kontakt. Der Portugiese, der das Rosa Trikot bis dahin verteidigt hatte, konnte dem Rhythmus des dänischen Topfavoriten schlicht nicht mehr folgen.

Machtdemonstration mit Ansage

Was dann folgte, war eine klassische Vingegaard-Nummer. Fünf Kilometer vor dem Ziel wurden die letzten Ausreißer eingeholt. Kurz danach musste auch Giulio Pellizzari reißen lassen. Und dann — der Moment, auf den das ganze Peloton seit Tagen gewartet hatte: Vingegaard zog durch, mit einer Gleichmäßigkeit und Macht, die keine Gegenwehr zuließ. Felix Gall versuchte zu kontern, doch die Lücke wuchs in wenigen Hundert Metern auf eine halbe Minute und mehr.

Eulálio kam schließlich als 15. mit einem Rückstand von 2:49 Minuten ins Ziel — eine bittere Abrechnung für den jungen Portugiesen, der das Rennen lange so mutig angeführt hatte.

Gesamtwertung in Vingegaards Händen

Mit dem Etappensieg wechselte auch das Rosa Trikot den Besitzer. Vingegaard führt die Gesamtwertung nun mit 2:26 Minuten Vorsprung auf Eulálio an, der Zweiter bleibt. Auf Rang drei folgt Felix Gall mit einem Rückstand von 2:50 Minuten. Thymen Arensman rutschte trotz eines ordentlichen Tages auf Platz vier ab, 3:03 Minuten hinter dem neuen Spitzenreiter.

Team Visma | Lease a Bike kann sich die Hände reiben: Mit Vingegaard in Rosa, Davide Piganzoli auf Rang zehn und Sepp Kuss auf Platz 17 hat das niederländische Team die erste Alpenetappe nach Maß gestaltet.

Eine Woche bleibt

Rund eine Woche vor dem Finale in Rom hat Vingegaard die Weichen gestellt — aber noch nicht alles entschieden. Die Dolomiten warten, und mit ihnen die härtesten Prüfungen dieses Giro. Doch nach dem gestrigen Auftritt dürfte es für die Konkurrenz schwer werden, den Dänen noch aus dem Rosa Trikot zu vertreiben. Vingegaard hat im Aostatal gezeigt: Er ist wieder da — und er fährt auf den Grand-Tour-Hattrick.

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