Nun ist wieder Wintersportzeit. Das heißt im Radsport natuerlich Cyclo Cross. Insbesondere in Belgien ist es ein Sport der sogar mit dem geliebten Fußball mthalten kann.

Der gestrige Koppenbergcross in Oudenaarde (Belgien) eröffnete die diesjährige X²O Badkamers Trofee 2026/27 und bot den Zuschauern alles, was den traditionellen Herbstklassiker des Cyclocross ausmacht: Schlamm, Stürze, steile Anstiege und dramatische Rennverläufe. Besonders das Männerrennen entwickelte sich zu einem regelrechten Thriller.

Der legendäre Koppenberg

Der Koppenberg ist einer der bekanntesten Anstiege Belgiens. Die steile, gepflasterte Rampe ist bereits aus der Flandern-Rundfahrt berühmt. Beim Cyclocross müssen die Fahrer den Anstieg mehrfach bewältigen, häufig sogar laufend mit geschultertem Rad. Gerade bei nassen Bedingungen entstehen hier die entscheidenden Rennsituationen. [cxmagazine.com]

Männerrennen: Sensationelle Aufholjagd von Thibau Nys

Im Mittelpunkt stand der belgische Meister Thibau Nys, der sein erstes Crossrennen der Saison bestritt. Schon früh schien sein Rennen jedoch verloren.

In der Anfangsphase gehörte Nys zu einer Spitzengruppe mit Michael Vanthourenhout, Joris Nieuwenhuis und Victor Van de Putte. Dann kam es zum ersten Unglück: Nach einem Sturz von Van de Putte wurde auch Nys aufgehalten. Wenig später folgte sogar ein weiterer Sturz, bei dem er über den Lenker ging und anschließend den verdrehten Lenker richten musste. 

Währenddessen setzte sich Vanthourenhout an die Spitze und erarbeitete sich zeitweise einen Vorsprung von rund 25 Sekunden. Für viele Beobachter schien das Rennen entschieden. Doch Nys begann eine beeindruckende Verfolgungsjagd. Er arbeitete sich zunächst an Joris Nieuwenhuis vorbei und profitierte später auch von einem Missgeschick von Pim Ronhaar, der gegen ein Hindernis prallte und stürzte. 

Runde für Runde verkürzte Nys den Rückstand. Trotz eines weiteren Ausrutschers kämpfte er sich bis zum Fuß des Koppenbergs wieder an Vanthourenhout heran. Auf der Schlussrunde lieferten sich beide Belgier ein packendes Duell.

Als Vanthourenhout den Sprint am letzten Anstieg eröffnete, schien er noch im Vorteil. Doch Nys setzte auf den letzten Metern seine enorme Explosivität ein und zog auf dem gefürchteten Kopfsteinpflaster vorbei. Mit einer spektakulären Aufholjagd sicherte er sich seinen dritten Sieg beim Koppenbergcross.

Ergebnis Männer Elite

  1. Thibau Nys (Belgien) – 1:01:31
  2. Michael Vanthourenhout +7 Sekunden
  3. Gerben Kuypers +42 Sekunden
  4. Pim Ronhaar +57 Sekunden
  5. Cameron Mason +1:01 Minute 

Frauenrennen: Lucinda Brand dominiert

Bei den Frauen war die Niederländerin Lucinda Brand die überragende Fahrerin des Tages. Lange hielt sich eine Spitzengruppe mit Sara Casasola, Marie Schreiber, Hélène Clauzel und Inge van der Heijden. Brand fuhr zunächst kontrolliert mit und ließ ihre Konkurrentinnen die Tempoarbeit übernehmen.

Die Vorentscheidung fiel in der vierten von sechs Runden. Brand erhöhte am Koppenberg das Tempo deutlich. Zunächst konnte Casasola noch folgen, doch wenig später musste auch sie abreißen lassen. Von da an fuhr die Weltmeisterin souverän allein an der Spitze.

Während Brand ihren Vorsprung stetig ausbaute, kämpften Casasola und Schreiber um die verbleibenden Podestplätze. Im Ziel betrug Brands Vorsprung bereits 53 Sekunden, was im Zeitklassement der X²O-Trofee besonders wertvoll ist. 

Ergebnis Frauen Elite

  1. Lucinda Brand – 53:29
  2. Sara Casasola +53 Sekunden
  3. Marie Schreiber +1:22 Minuten
  4. Hélène Clauzel +1:44 Minuten
  5. Amandine Fouquenet +2:02 Minuten [cyclocross24.com], [procyclinguk.com]

Fazit

Der Koppenbergcross 2026 wird vor allem wegen der unglaublichen Leistung von Thibau Nys in Erinnerung bleiben. Trotz zweier schwerer Stürze und eines Rückstands von 25 Sekunden gelang ihm eine der eindrucksvollsten Aufholjagden der jüngeren Cyclocross-Geschichte. Bei den Frauen zeigte Lucinda Brand dagegen eine Machtdemonstration und unterstrich ihre Favoritenrolle für die gesamte X²O-Trofee.

Für Cyclocross-Fans war der gestrige Koppenbergcross damit ein Saisonauftakt, der Lust auf einen spannenden Winter macht.

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