Kooij schlägt zurück: Sprintspektakel und Abschied beim 20. Münsterland Giro

 

Münster, 3. Oktober 2026. Zum Jubiläum bekam der Münsterland Giro, was er an einem Feiertag im Herbst verdient: ein hochkarätiges Sprinterfeld, eine lange Fluchtgruppe und ein Finale vor dem Schloss, das sich nicht vorhersagen ließ. Am Ende setzte sich Olav Kooij (Decathlon CMA CGM) im Massensprint durch und holte nach 2022 seinen zweiten Sieg in Münster.

Ein Feld wie bei der Tour

23 Teams mit 160 Fahrern gingen in Borken an den Start. Die rund 190 Kilometer lange Strecke ist fast vollständig flach und damit ein Wunschkonzert für die schnellen Männer. Das Starterfeld las sich entsprechend: Tim Merlier, Jasper Philipsen, Dylan Groenewegen, Matthew Brennan und Mads Pedersen hätten auch bei einer Tour-Etappe für Spannung gesorgt.

Die Flucht und das Finale

Fünf Ausreißer setzten sich früh ab und kämpften bis tief ins Finale. Erst fünf Kilometer vor dem Ziel, auf den Schlussrunden durch Münster, wurden sie gestellt. Die Sprinterteams hielten den Vorsprung lange bei etwa zwei Minuten, vorne arbeiteten vor allem Alpecin-Premier Tech und Soudal Quick-Step für ihre Kapitäne Philipsen und Merlier.

Im Sprint selbst spielte keiner der beiden Favoriten eine Rolle. Philipsen hatte die vergangenen beiden Ausgaben gewonnen und blieb diesmal chancenlos. Stattdessen schoss Kooij am schnellsten zur Linie. Zweiter wurde Jordi Meeus (Red Bull – BORA – hansgrohe), für sein deutsches Team fast ein Heimspiel. Dritter wurde der Niederländer Frits Biesterbos (Picnic PostNL). Mit seinem zweiten Sieg beendete Kooij Philipsens Serie. Bemerkenswert ist auch, dass der Münsterland Giro damit zum fünften Mal einen Fahrer sah, der sich zum zweiten Mal in die Siegerliste eintrug.

Walscheids letztes Rennen

Den emotionalsten Moment des Tages erlebte Max Walscheid (Lidl – Trek). Für den 33-Jährigen war es das letzte Profirennen seiner Karriere. Walscheid hatte 2018 als bislang letzter Deutscher in Münster gewonnen und wurde von den Fans entsprechend gefeiert. Im letzten Kilometer stellte sich Teamkollege Mads Pedersen noch einmal in seinen Dienst und zog den Anfahrzug für ihn. Das Traum-Finish blieb aus: Walscheid wurde Zwölfter und sagte hinterher, sein Team sei im Finale etwas zu früh dran gewesen. Das schmälerte den Applaus nicht.

Radsportfest für Profis und Hobbyfahrer

Bevor die Profis starteten, waren bereits rund 8.500 Hobbyfahrerinnen und Hobbyfahrer bei den LeezenCups auf der Strecke und eröffneten den Radsport-Feiertag. Gesamtleiter Rainer Bergmann zeigte sich begeistert vom Tag und vor allem vom Finale der Profis. Zum Jubiläum konnte sich der Giro ein Rennen mit Spannung bis zum Schluss ins Programm schreiben.

Kooij selbst hielt es kurz: Gute Beine helfen eben immer.

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