Lombardei Rundfahrt 2026
Seixas schreibt Geschichte: Der jüngste Sieger aller Zeiten in Como
Die Lombardei-Rundfahrt hat einen neuen König, und er ist 20 Jahre alt. Paul Seixas (Decathlon CMA CGM) hat am Samstag das 120. Il Lombardia gewonnen. Mit 20 Jahren und 16 Tagen ist der Franzose der jüngste Sieger in der Geschichte des Herbstklassikers. Nach 5:49:28 Stunden auf der Strecke von Bergamo nach Como kam er allein im Ziel an, fast eine Minute vor seinen Verfolgern.
Ein Rennen ohne Pogačar
Fünf Jahre lang hieß der Sieger in der Lombardei Tadej Pogačar. Diesmal fehlte der Slowene verletzungsbedingt, und das Rennen war so offen wie selten. Als Favoriten galten Remco Evenepoel und Isaac del Toro, doch am Ende entschied ein anderer.
Seixas hatte sich diese Chance über eine herausragende Saison erarbeitet. Im April war er bei Lüttich–Bastogne–Lüttich hinter Pogačar Zweiter geworden, im Juli Vierter bei seiner Tour-de-France-Premiere. Dazu kamen Erfolge bei der Baskenland-Rundfahrt und beim Flèche Wallonne. Ein Monument fehlte ihm noch.
Die Entscheidung am Civiglio
Das Rennen war über weite Strecken zermürbend. Entschieden wurde es 19,5 Kilometer vor dem Ziel am vorletzten Anstieg nach Civiglio. Seixas beschleunigte, und niemand konnte folgen. Zuletzt hielten nur noch Giulio Ciccone (Lidl-Trek) und Tom Pidcock (Pinarello) das Hinterrad. Pidcock musste bald abreißen lassen. Er sagte später, er sei einfach in den roten Bereich gefahren und dann sei Schluss gewesen. Danach fuhr Seixas unaufhaltsam seinem Sieg entgegen.
Dahinter sortierte sich das Feld neu. Enric Mas (Movistar) schloss zu Ciccone auf und setzte sich sechs Kilometer vor dem Ziel im letzten Anstieg von ihm ab. Der Spanier, frischgebackener Vuelta-Gesamtsieger, kam 48 Sekunden nach Seixas ins Ziel. Für Mas war es bereits der zweite Platz in Como, schon 2022 hatte er hinter Pogačar gelegen. Ciccone wurde Dritter, rund eine Minute zurück. Es war sein dritter Podestplatz bei diesem Rennen, nach 2024 und früheren Jahren.
Im Sprint der Geschlagenen setzte sich Evenepoel (Red Bull-Bora) als Vierter durch, vor seinem Teamkollegen Brandon McNulty. Evenepoel hatte das Rennen schon wenige Kilometer vor dem Ziel aus der Gruppe verloren.
Einordnung
Seixas gewann damit sein erstes Monument. Im vergangenen Jahr war er hier noch Siebter gewesen. Er ist der jüngste Monument-Sieger seit Rik van Steenbergen in den 1940er-Jahren. Nach seinem „Traumsieg” ist die Saison für ihn aber noch nicht vorbei. Schon einen Tag nach dem Triumph soll er beim Mountainbike-Rennen Roc d’Azur starten.
Dass er zuletzt nicht frei von Rückschlägen war, macht die Geschichte noch runder. Bei der Straßen-WM im September hatte er mit Krämpfen zu kämpfen und wurde nur 15. In Como war davon nichts mehr zu sehen. Ob Seixas nun der Mann ist, der in den kommenden Jahren die Klassiker prägt, wird sich zeigen. Der Beginn könnte kaum eindrucksvoller sein.
Ergebnis <<<<<
Das könnte interessant sein 
![]() | Kooij schlägt zurück: Sprintspektakel und Abschied beim 20. Münsterland Giro Münster, 3. Oktober 2026. Zum Jubiläum bekam der Münsterland Giro, was er an einem Feiertag im Herbst verdient: ein… |
![]() | Regenbogen über dem Mont Royal: Die Rad-WM 2026 in Montreal Ein US-Amerikaner düpiert die Favoriten, Evenepoel schreibt Zeitfahrgeschichte und Demi Vollering holt endlich ihr Trikot: acht Tage, die Montreal… |
![]() | Pogacar hält die Vuelta wieder offen. Das wünscht man keinem. So wie Pogacar gestern aus der Vuelta ausgeschieden ist. Eine schlimmer, aber auch eigentlich ein dummer… |




