Pogacar gewinnt die Vuelta.
Was sollen wir groß rum reden. Der Klops ist schon nach der vierten Etappe gegessen worden. Man kämpft nun um Platz zwei.

Pogačar zerlegt die Vuelta schon auf Etappe vier
Die Vuelta a España ist noch nicht einmal in Spanien angekommen, da hat Tadej Pogačar sie schon so gut wie entschieden. Auf der vierten Etappe, einer nur 104 Kilometer kurzen, aber mit über 3.000 Höhenmetern gespickten Bergetappe durch die Pyrenäen nach Andorra, setzte sich der Slowene mit einem Solo über 50 Kilometer von der gesamten Konkurrenz ab und feierte seinen zweiten Etappensieg bei dieser Rundfahrt.
Der Angriff am Collada de Beixalis
Im Roten Trikot des Gesamtführenden zeigte Pogačar keine Anzeichen von Zurückhaltung. Am Einstieg zum Collada de Beixalis, exakt 50,3 Kilometer vor dem Ziel, zog er einfach durch – ohne sich auch nur einmal umzuschauen. An Steigungen von bis zu 16 Prozent konnte ihm zunächst noch Felix Gall folgen, doch der Österreicher musste schnell erkennen, dass das Tempo nicht zu halten war, und ließ Pogačar ziehen.
Auf dem Gipfel des Beixalis hatte der UAE-Kapitän bereits rund 1:40 Minuten Vorsprung auf das Verfolgerfeld herausgefahren, das nun von Richard Carapaz angeführt wurde. Ohne einen einzigen Teamkollegen an seiner Seite baute Pogačar seinen Vorsprung über den Coll d’Ordino weiter aus, nahm dabei den Zwischensprint in Ordino mit und sammelte zusätzliche Bergpunkte. Am Gipfel von Ordino betrug sein Vorsprung auf die stärkste Verfolgergruppe bereits rund drei Minuten.
Auch auf dem letzten Anstieg des Tages, dem Alto de la Comella der dritten Kategorie, blieb der Slowene ungefährdet und fuhr als Solist ins Ziel von Andorra la Vella. Hinter ihm entbrannte derweil ein zäher Kampf um die weiteren Podestplätze, bei dem unter anderem Primož Roglič mit einer Attacke für Unruhe sorgte und Carapaz in Bedrängnis brachte. Am Ende komplettierte Gall als Dritter das Etappenpodium hinter Pogačar und Jarno Widar.
Die Gesamtwertung nach Etappe vier
Mit diesem Coup hat Pogačar seine Führung in der Gesamtwertung massiv ausgebaut. Er liegt nun 3:21 Minuten vor dem Feld und hält damit nicht nur das Rote Trikot, sondern führt auch die Punkte- und die Bergwertung an. In der Nachwuchswertung übernahm derweil Oscar Onley die Führung, mit 21 Sekunden Vorsprung auf Jarno Widar und 59 Sekunden auf Ramses Debruyne.
Carapaz und Gall bleiben zumindest theoretisch im Rennen um das Podium und liegen innerhalb von vier Minuten Rückstand. Mattias Skjelmose und Widar folgen mit jeweils 4:06 Minuten, Jay Vine komplettiert mit 4:11 Minuten die Top Ten. Sollte nichts Unvorhergesehenes passieren, scheint der Kampf um den Gesamtsieg nach nur vier Etappen bereits gelaufen zu sein – offen bleibt vor allem noch, wer sich hinter Pogačar auf dem Podium einreihen wird.
Zur Erinnerung: Die dritte Etappe war einen Tag zuvor wegen eines schweren Unwetters mit hagelgroßen Eiskörnern zehn Kilometer vor dem Ziel abgebrochen und in der Wertung annulliert worden. Und mit Etappe fünf ist es für die anderen auch nicht besser geworden. Im Moment hält Roglic den zweiten Rang, aber die anderen Favoriten sind auch nicht weit entfernt.
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