Tour de Luxembourg
Tour de Luxembourg 2026: Van der Poel liefert die Show, Piganzoli holt den Gesamtsieg
Vom 16. bis 20. September 2026 stand die 86. Ausgabe der Tour de Luxembourg auf dem Kalender – fünf Etappen, jede Menge Rampen und ein Zeitfahren, das am Ende den Ausschlag gab. Wie schon in den Vorjahren war die Rundfahrt ein wichtiger Formtest kurz vor der Straßen-WM in Montréal, und entsprechend prominent war das Feld besetzt: sieben WorldTour-Teams, drei ProTeams, sechs Continental-Mannschaften und die luxemburgische Nationalauswahl gingen an den Start.
Etappe 1: Van der Poel gewinnt den Sprint nach eigenem Fluchtversuch
Der Auftakt führte über 157,5 Kilometer von Luxembourg-Knuedler zum Fëschmaart mitten in der Hauptstadt. Mathieu van der Poel versuchte es früh mit einer Attacke, wurde aber wieder eingefangen – und setzte sich stattdessen im Sprint einer kleinen Gruppe durch. Damit übernahm er nicht nur den Etappensieg, sondern auch gleich das Gelbe Trikot sowie die Führung in Punkte- und Bergwertung.
Etappe 2: Van den Berg gewinnt den langen Sprint
Auf dem Weg von Niederkorn nach Junglinster (166,8 km) blieb das Feld lange zusammen, ehe sich am Ende ein größerer Sprint entwickelte. Marijn van den Berg (EF Education–EasyPost) setzte sich in einem langgezogenen Zielsprint durch und übernahm damit auch die Gesamtführung – van der Poel rutschte auf Rang drei der Gesamtwertung.
Etappe 3: Reinderink triumphiert aus der Ausreißergruppe, Piganzoli übernimmt Gelb
Die dritte Etappe von Wiltz nach Diekirch (179,6 km) war die bergigste des Rennens und brachte die erste echte Entscheidung im Kampf um den Gesamtsieg. Pepijn Reinderink (Soudal–Quick-Step) setzte sich aus einer Spätattacke durch und wehrte im Zielsprint eine Verfolgergruppe knapp ab. Wichtiger für die Gesamtwertung: Davide Piganzoli (Visma–Lease a Bike), gerade 21 Jahre alt, wurde Zweiter und übernahm damit die Gesamtführung – mit sechs Sekunden Vorsprung auf Thomas Gachignard (TotalEnergies).
Etappe 4: Piganzolis Ansage im Zeitfahren
Das 20,4 Kilometer lange Einzelzeitfahren rund um Ettelbruck war die entscheidende Etappe der Rundfahrt. Piganzoli zeigte, dass er nicht nur bergauf, sondern auch gegen die Uhr stark ist, und gewann die Etappe klar vor Andrea Raccagni Noviero (Soudal–Quick-Step). In der Gesamtwertung baute er seinen Vorsprung damit deutlich aus: 47 Sekunden auf Mattéo Vercher (TotalEnergies), 49 Sekunden auf Gachignard. Vor der Schlussetappe war der Gesamtsieg für den jungen Italiener damit schon fast gesichert.
Etappe 5: Van der Poels 175-Kilometer-Solo
Die letzte Etappe von Mersch nach Luxembourg-Limpertsberg (176,4 km) lieferte dann noch einmal ein Ausrufezeichen – wenn auch nicht mehr für die Gesamtwertung. Van der Poel attackierte bereits wenige Kilometer nach dem Start und fuhr anschließend rund 175 Kilometer komplett allein an der Spitze des Feldes. Über das hügelige Terrain hielt er sein Polster bis ins Ziel und feierte nach 4:10:58 Stunden – umgerechnet gut 43 km/h Schnitt – einen der spektakulärsten Solo-Siege der jüngeren Radsportgeschichte. Dahinter löste sich Mikkel Frølich Honoré (EF Education–EasyPost) aus der Verfolgergruppe und wurde mit 1:04 Minuten Rückstand Zweiter, gefolgt von Pepijn Reinderink als Drittem.
Für die Gesamtwertung änderte sich dadurch nichts mehr: Piganzoli kam sicher als Vierter der Etappe ins Ziel und machte damit seinen ersten großen Rundfahrtsieg perfekt.
Endstand der Gesamtwertung
- Davide Piganzoli (ITA/Visma–Lease a Bike) – 16h 22′ 17″
- Mattéo Vercher (FRA/TotalEnergies) – + 52″
- Thomas Gachignard (FRA/TotalEnergies) – + 54″
- Aurélien Paret-Peintre (FRA/Decathlon CMA CGM) – + 1:03
- Igor Arrieta (ESP/UAE Team Emirates XRG)
Nebenwertungen:
- Punktewertung: Mathieu van der Poel
- Bergwertung: Mathieu van der Poel
- Nachwuchswertung: Davide Piganzoli
- Teamwertung: Team TotalEnergies
Fazit
Die Tour de Luxembourg 2026 hatte zwei Gesichter: einen taktisch geführten Kampf um den Gesamtsieg, den mit Davide Piganzoli ein 21-jähriger Visma-Fahrer für sich entschied, und einen Mathieu van der Poel, der sich – kurz vor seinem WM-Härtetest in Montréal – als Schauspieler in eigener Sache inszenierte: Etappensieg zum Auftakt, Etappensieg zum Abschluss, dazwischen ein Solo über 175 Kilometer, das noch lange in Erinnerung bleiben dürfte. Für Piganzoli ist es der bislang größte Erfolg seiner jungen Karriere und ein klares Ausrufezeichen mit Blick auf die kommenden Saisons.
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