So. Okt 13th, 2019

Van der Poel gewinnt das Amstel Gold Race

3 min read

Eigentlich hatte ich schon die Schlagzeile geschrieben Van der Poel versemmelt das Rennen 40 km vor dem Ende. Da hatte der fliegende Holländer angegriffen und sich mit einem Fluchtgenossen absetzt. Gorka Izaguirre hatte aber wohl Stallorder erhalten und durfte nicht mit halten. Deshalb verschwand Van der Poel wieder im Mittelfeld.

Amstel Gold Race

Der Tag war sonnig und warm. Wir hatten den Tag davor auf unseren Boot verbracht und waren auf dem Rückweg bei dem Rennen vorbei geschneit. Das Amstel Gold Race ist nicht ganz so einfach zu lesen. Die vielen Kreise verwirren eine doch sehr. Aber wenn man ein wenig durch die Gegend fährt kommt man die Strecke. Nicht zu spät, sonst steht man in der Schlange und sieht die Renners in der Ferne passieren. Wir hatten uns den Anstieg zum Dreiländerpunkt bei Aachen ausgesucht. Die Spitzengruppe bestand zu diesem Zeitpunkt noch aus 11 Fahrern. Die hatten einen Vorsprung von 7 Minuten und sahen nicht sonderlich angestrengt aus, als bei uns vorbeikamen. Mit dabei war der deutsche Cyclocross Meister Marcel Meisen. Der fährt wie Phil Walsleben bei Corendon Circus im Team von Mathieu Van der Poel.

Die dahinterkommenden Fahrer im noch geschlossenen Hauptfeld sahen auch nicht besonders erschöpft aus. Dazu muss man sagen, der Tag war noch lang. Das Rennen hat 265 km und 35 oder mehr kleine giftige Hügel. Auch war man erst in der ersten großen Schleife.

Später wurde dann ernst gemacht und 35 km vor dem Ziel waren dann alle Ausreißer eingeholt. Vorher hatte Van der Poel seine vergebliche Attacke gestartet und es sah so aus, als ob da heute nichts mehr laufen würde.

18 km vor dem Ende, am drittletzten Berg begann das eigentliche Rennen. Julian Alaphilippe vom Team Deceuninck startete seine entscheidende Attacke und nur Jakob Fuglsang konnte mit halten. Das Hauptfeld und später die Gruppe mit Van der Poel, der auch wieder von hinten zu den Verfolgern aufschloss hatte einen Rückstand von 54 Sekunden. Dazwischen lagen noch Kwiatkowski und Trentin. Auch Max Schachmann war noch als 5. zu sehen.

Wäre alles normal gelaufen, dann hätten die beiden die Sache unter sich ausgemacht. Alaphlippe galt als der sprintstärkere.

Doch dann machten die beiden 1,5 vor dem Ziel Stehversuche. Die beiden werden erst begriffen haben, dass sie gerade Rennen versemmelt hatten, als Kwiatkowski von hinten aufschloss. Doch das hielt nicht lange. Die drei waren wohl noch am grübeln wie das geschehen konnte, als auch noch die Gruppe mit Van der Poel anrauschte. Der war auf einmal wieder im Geschäft und fasste 500 m vor dem Ziel einen einsamen Entschluss. Das Rennen zu gewinnen. Diesen Entschluss setzte er in seinen einmaligen Cyclo Cross Schlussspurt Stil um. Keiner konnte ihm mehr folgen und so fiel er 300 m hinter der Ziellinie glücklich vom Fahrrad auf die Straße. Das hatte er schon letzten Mittwoch getan und so wartete an dieser Stelle auch eine ganze Horde von Fotographen. Die bekamen natürlich ihr Bild. Ob Alaphilippe tröstende Worte von seinem Teamchef zu hören bekam weiß ich nicht.

Van der Poel hat jetzt viele ganz neue Freunde in Holland und dürfte als erster niederländischer Sieger seit dem Jahre 2001 nun everybodies Darling sein.

Ergebnis>>>>

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2 thoughts on “Van der Poel gewinnt das Amstel Gold Race

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