Do. Apr 9th, 2020

UAE Tour. Froomeys erste Ausfahrt.

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Liveticker UAE Tour jetzt

Der Kommentar im livestream ist auf arabisch. Bevor ich die Bilder sah hörte ich den Ton. Mann, dachte ich, hier muss ja die Hölle los sein. Sind wir schon im Sprintfinale? Hab ich was verpasst?

Nein, wir waren erst bei Kilometer 145, vor dem Ziel und die Jungs radelten gemütlich über die Baustellen, Das Feld war noch ziemlich geschlossen. man erzählte sich Witze und hatte wirklich einen schönen guten Tag. Vorneweg fuhren 4 Jungs von den Teams Gazprom und Vini Zabu mit rund 2 Minuten Vorsprung. Die würde man am Ende schnelle niedermachen, denn schließlich ist hier die Elite der Sprinter am Start.

Und natürlich Chris Froome. Was gab es nicht im Vorfeld für Gerüchte. Von Chris Froome völlig fertig, bis Froomey in der Form des Lebens. Heute sehen wir erstmals die Ausfahrt mit Präsident. Man radelt gemütlich durch die Wüste. Das wird sich noch ändern.

Hey Kamele, man sieht tatsächlich Kamele. Wow. noch sind es 112 km ins Ziel. Nicht nur Chris Froome sucht sein Glück auf dem ölhaltigen Boden.

Chris Froome

Die Sprinter wollen auch nach Gold schürfen. Hier wird in Petro Dollars ausgezahlt. So sehen wir die Stars durch die tristen Baustellen rasen. Zur Belohnung kommt natürlich am Ende die City Line der größten Hochhäuser der Welt. Welche Sprinter denn mit von der Partie. Auf der Startliste  stehen prominente Namen. Gaviria, Ackermann, Walscheid, Cavendish, Sam Bennet, Arnaud Demare, Rick Zabel, Dylan Groenewegen und selbstverständlich auch der kleine Caleb Ewan. Das wird ein Gemetzel auf der Zielgeraden geben. Alle Sprinter sind ein wenig überrascht über die hohe Anzahl der Kollegen. Die meisten denken, dass es schwierig werden wird, weil hier mehr Topsprinter sind als bei der Tour de France.

82 km vor dem Ende sieht man es noch gelassen. Man hält die vier Ausreißer auf 2:30 Minuten und lässt ansonsten Gott einen guten Mann sein. Vorne arbeiten die Knechte ein wenig im Wind, weiter hinten verkürzt man sich den Tag mit Geschichten vom letzten Weihnachtsfest.

Trotz aller Entspannung sind die Teams auf der Hut. In der zweiten Reihe sind man die Teams relativ geschlossen zusammen fahren. An erster Stelle Ineos. Man ist in der Wüste und falls es zu einer Windstaffel kommt, will man nicht im Anhänger sitzen.

50 Kilometer vor dem Ende ist die Situation unverändert. Die vier Jungs an der Spitze haben 2:30 Minuten zu ihren Gunsten, hinten radeln sie aber mal wieder in breiter Front. Man rechnet wohl nicht mehr mit ungünstigen Wind. Jetzt sollte man doch die vier tapferen Reiter an der Spitze mal mit Namen nennen. Es sind Nokolay Cherkasov, Cristian Scaroni, Leonardo Tortomasi und Veljko Stoinic. Letzterer hat den ersten Zwischensprint gewonnen.

Wenn ich mir die Bilder von Ausreißern anschaue, so denke ich, dass doch ein wenig Wind herrscht. Die Jungs fahren seitlich versetzt durch die Wüste. Im Peloton sieht da nichts. Doch 40 km vor dem Ende geht es auch hier los.

Man verdient ganz gut bei der UAE Tour. Gut aber nicht überragend. Bei der Tropicale Amissa Bongo in Afrika gibt es mehr. Hier in Arabien beträgt der Tourmann Preisgeldindex 180 Euro pro Tag und Fahrer. Dazu kommen natürlich die festen Antrittsgelder für die Teams. Die World Tour Teams sind ja auch verpflichtet hier teilzunehmen.

29 km vor dem Ziel geht die Reise der Ausreißer dem Ende entgegen. Zwei können sich noch halten . Cherkasov und Tortomasi haben noch 35 Sekunden. Hier geht es noch um ein bisschen Geld. Doch es scheint um die Ehre zu gehen, Die beiden hören zu den zwei eingeladenen Teams und wollen sich zeigen. 22 vor dem Ende sind es wieder 51 Sekunden. Hinten im Peloton sieht man es noch gelassen.

Die Straßen sind breit in Dubai. Des fahren einige Sprinterzüge an der Spitze des Feldes nebeneinander. Die Interessen sind übermächtig. Noch sind 15 km zu fahren und trotzdem fahren die Jungs schon im Leadout Modus. Das führt schnell zum Ende der Ausreißer. Jetzt muss 14 Kilometer sehr hart gearbeitet werden.

Als ob die Einholung der Ausreißer eine Initialzündung gewesen wäre, verwandelt sich die vormals geordnete Formation in eine Messi Bewegung. Die einst so geordneten Reihen zerfallen. Kriegt man wieder zusammen, was zusammen gehört? Von solchen Verhältnissen profitiert in der Regel Dylan Groenewegen. Aber auch Arnaud Demare kann sich in diesem Umfeld behaupten.

3 km vor dem Ende sieht man Deceuninck Quickstep an der Spitze des Feldes. Drei Fahrer halten das Tempo hoch. Das ist aber nur eine Blitzaufnahme. Wir bekommen eine Messisprint und den gewinnt Pascal Ackermann. Die Jungs haben sich gut zurückgehalten, aber auf den letzten Metern kam Pascal Ackermann von Bora hansgrohe und keiner konnte ihm folgen. Zweiter wurde immerhin Caleb Ewan von Lotto Soudal. Dylan Groenewegen von Jumbo Visma war ein wenig eingebaut worden und konnte sich durchsetzen. Max Walscheid wurde in diesen Sprint der Topleute immerhin noch achter. Ackermann führt auch die Gesamtwertung an. Dritter in dieser Wertung ist Veljko Stoinic von Vini Zabu KTM. Da hat sich die Ausreiße wenigsten noch gelohnt.

Ergebnis >>>>>

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