Di. Nov 12th, 2019

Tour Trans Alp

2 min read

Das Etappenrennen  für Kleine die auf ganz groß machen wollen. Der Jedermensch ist nun mal stolz auf seine Fitness. Wenn der Messner auf den Everest kommt, dann kann man das heute schon lange. 80000 Ocken auf den Tisch gelegt und schon spurt die Sherpa Seilbahn den Weg auf den Gipfel. Beerdigung inclusive. Es gibt nichts, was der betuchte Jedermensch sich sich nicht zutraut und zumutet. Marathon am Südpol bei Minus 40 Grad, what shalls? Nächste Woche wird die gleiche Nummer  am Nordpol durchgezogen. Was, es gibt noch keinen Berglauf auf den Monte Everest? Dann wird es aber höchste Zeit.

Mont Everest

Ich verstehe es ja, der Büroalltag ist nicht mehr so ausfüllend und eigentlich hätte man ja sowieso schon von früh auf auf Nansens Spuren wandeln wollen. Wenn da nicht Mutti gewesen wäre. Und Mutti hat gesagt. Erst die Kohle ranschaffen und ein Häusle bauen.

Jetzt hat man das aber geschafft, genug Kohle für ein Fitness Studio, reichlich Aufbaupräparate und noch Geld für ein Original Fahrrad von Lance Armstrong. Also nicht das Fahrrad von Lance, sondern dessen neueste Version, dreimal leichter, mit vielmehr Schaltung und viel aerodynamischer. Das Ding fährt allein den Berg hoch. Viermal besser, sowieso.

Man kann ja auch mit ein bisserl Epo nachhelfen. Sieht ja keiner. Ein Motor würde heute eher auffallen. Nun kann man es den Helden also endlich nachtun. Ein wenig Kohle auf den Tisch gelegt und man darf mit dem Fahrrad über die Alpenfahren. Es geht natürlich auch ohne. Aber macht das Spaß, ohne die vielen Kollegen in Festina, Gerolsteiner oder Telekomtrikots? Aber nein, die sind ja heute verpönt und hängen nur noch im Schrank oder werden heimlich mal angezogen.

Doch das ist ja kein Problem, die Sportpromoteure liefern die neueste Ware zum akzeptablen Preis. Lass das Hemd doch 100 Euro kosten. Penningskram.

Ich weiß jetzt nicht, ob die Tour de Transalp prestigemäßig eine Everestbesteigung ersetzt. Schließlich kostet die Teilnahme nur 1000 Euro. Dazu kommen natürlich noch die allgemeinen Überlebenskosten. Wie schön, wenn man im Büro in einer Woche sagen kann, also ich hab die Transalp gemacht. Eine Woche, 796 km, 18600 Höhenmeter.

Peinlich wird dann nur, wenn der Kollege alle Achtausender im Nepal in drei Wochen gemacht hat und noch mit dem Eispickel in der Hand den Computer bedient. Da machen sich stinkende Fahrradsocken gar nicht so gut.

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