Di. Nov 12th, 2019

Tour de France. Die drei Wochen auf dem Everest

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Maximilian Schachmann darf das Deutsche Meister Trikot auf den Everest bringen. Aber auch ansonsten wird das  Team Bora hansgrohe eine ziemlich bunt gewürfelte Mannschaft sein, ob wohl außer Patrick Konrad keiner anderen nationalen Meister aus dem Team noch dabei sein wird.  Denn mit Sicherheit wird Peter Sagan das Grüne Trikot ein wenig durch die Gegend chauffieren wollen. Und wer weiß, das Gelbe und das mit den roten Punkten könnte auch mal in Reichweite sein.

Die Tour de France ist so lang wie ihre  Fakten. Und die sind umfangreich. 3480 km sind es dieses Jahr. Unterteilt in einem Mannschaftszeitfahren, einem Einzelzeitfahren, 7 Flachetappen, 5 hügelige Etappe und  7 Bergetappen, von denen 5 mit einem Schlussanstieg enden.                            Da weiß man schon, wer am Ende wieder bei die Leute ist. Ich frage mich, warum man die 6 People nicht alleine die Runde drehen. Etwa wie bei den Deutschen Meisterschaften, wo die meisten Jungs schon nach einer Stunde gesagt haben: ” So das war es. Wir haben eh keine Chance. Was sollen wir uns den Schrott hier antun.”

Da wäre dann nicht gut für die Helden. Die hätten auf einmal keine Untergebenen mehr. Kein Knechte, die das Wasser holen. Welch grausame Vorstellung. Am Ende müsste man auch noch das Fahrrad selbst reparieren.

Vergessen sie es. Wir sind in einer Zeit der medialen Komplettversorgung. Das heißt im Prinzip Dauerwerbesendung und die muss mit Material ausgefüllt werden.

Das sind nicht nur die Fahrer, das ist auch die 5 km lange Werbekolonne. Die wird im Fernsehen selten gezeigt. Die Jungs und Mädels fahren gut ein zwei Stunden vor dem Peloton daher und sind für die Franzosen der Hauptgrund, weshalb sie sich schon frühmorgens an den Straßenrand stellen. 80 Prozent der 12 Millionen Zuschauer am Straßenrand sind Franzosen und die kommen sicher nicht wegen der 20 Sekunden , die Jungs an ihnen vorüberziehen. Nein die kommen wegen des Karnevals, den die Werbekolonne zelebriert. Wegen der kleinen Wegwerfartikel, die man begeistert dem Nachbarn abstibitzt und dann zu Hause in die Mülltonne wirft. Ich kann ihnen sagen, ansonsten sammelt sich da nach ein paar Jahren jede Menge Pröll an. Oder brauchen sie 26 Werbekappen von Skoda, Skill oder Carrefour? Die Werbekarawane 11 km lang, besteht aus 160 Fahrzeugen und 600 schwer arbeitenden Animateuren. Die meisten sind recht jung, die Anstrengungen sind eben so groß wie bei den Fahrern im Peloton. Während der drei Wochen werden ca. 15 Millionen Werbeartikel unter das Volk gebracht.

60 Prozent der Zuschauer sollen Männer sein. Ich glaube das nicht. 60 Prozent der Zuschauer sind Kinder, die von ihren Eltern einmal im Jahr an die Strecke gekarrt werden. Weswegen? Wegen der Haribobären und der Madelaines. Und sonst nichts.

Kommen wir nochmal zum sportlichen Teil. Die längste Strecke ist 230 km lang, die kürzeste 117 km. Der höchste Anstieg hat eine absolute Höhe von 2770 m. Es ist der Colle de Iseran. Der tiefste Punkte ist der, wenn ich mal wieder die Schnauze voll hab und nach Hause fahre. Die größte Stadt ist der Zielort Paris mit 2.270.000. So wenig nur? Der kleinste Etappenort ist Baregès mit 180 Einwohnern. Liegt irgendwo in den Pyrenäen. Die 10 Wölfe werden nicht mitgezählt.

Kommen wir noch einmal zu den Medien. Über 100 TV Sender übertragen die Veranstaltung in 140 Länder. 554 der verschiedensten Medien verbreiten die Nachrichten in alle Welt. Ja auch das Radsport Journal Tourmann kann sich diesem Wahnsinn nicht entziehen. 2000 Journalisten aller Art sind bei dieser Show involviert. Es ist wohl eines der größten Medienereignisse in der Welt. In Frankreich sieht man das gelassener. Wenn die Tour vorbei ist, sieht und hört am nächsten Tag nichts mehr davon. Die Fernsehsender in den Kneipen zeigen wieder die üblichen Shows und man muss einen Wirt schon mal bitten auf die Tour umzustellen. Ansonsten sieht man “Wer wird Millionär auf französisch.”

Deswegen gehen die Tour und die anderen großen Rundfahrten auch so gern ins Ausland. Hier kann man sicher sein, dass die Zuschauer auf der Strecke in Viererreihen am Straßenrand stehen.

Was gibt es sonst noch über die Organisation zu berichten. Die ASO, der Veranstalter, beschäftigt während der drei Wochen rund 500 Leute. Dazu kommen über 30000 Polizisten und Streckenposten, 10 Ärzte und 7 Krankenschwestern.

3 Flugzeuge sind im Einsatz, dazu zahlreiche Hubschrauber für die Fernsehübertragung und die VIP´S.

Es ist also ordentlich was los im Juli in Belgien und Frankreich. Hoffen wir, dass die Show reibungslos über die Bühne geht.

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