Di. Jun 2nd, 2020

Tour de Bretagne 2017. Sturz im Abendgrauen

4 min read
Radsport Journal Tourmann

Ruben Zezuntke

Es ist schon ein paar Jahre her. Aber wir haben ja die Zeit. Wenn man in den alten Geschichten stöbert, findet sich so manche Gelegenheit. Man frägt sich allerdings, ob das nicht erst gestern war. Oder letztes Jahr? So frisch sind die Eindrücke noch. Gut, die Wunden sind verheilt. Dafür hat man jetzt neue Sorgen.

Dieser  Tag bei der Tour de Bretagne war ereignisreich.

Morgens beglückwünschten wir uns noch zu unserem Entschluss an der richtigen Ausfahrt in der Pampa Frankreichs rausgefahren zu sein und eine Soforthilfe Werkstatt gefunden zu haben. Der Stau um Paris hatte unsere Bremsbeläge und die Bremsscheiben ruiniert. Der Auto Service hatte die Dinger vorrätig und in 45 Minuten installiert. Komplette Bremsanlage vorne sofort und nur 150 Euros. Das kann kann sich sehen lassen.

Danach gab es auf der Autobahn einen Mc Donalds und ich konnte meine Zeitung vervollständigen.

Der Stau war später auf der Gegenseite der ansonsten leeren Autobahn. Dafür komplett. Ein LKW hatte sich über alle Spuren verteilt.

Nun soll man schlechte Zeichen wahrnehmen. Wir fuhren aber weiter nach Rennes und machten einen Spaziergang durch die Altstadt. Hätten wir so nicht für möglich gehalten. Rennes war für uns immer der verkehrstechnische Albtraum.

Auch gespendet an die Bettler haben wir reichlich. Man kann also nicht sagen. Gott hat einen harten rechten Haken.Dann kam aber noch die Radtour an dem Kanal , der von Nantes durch die Bretagne nach St. Malo führt. Erst ging es ganz locker dahin. Doch auf dem Rückweg wollte ich meiner Frau unbedingt zeigen, wie Grivko dem Kittel die Stirn zerbeult hatte. Ich macht die Bewegung und flog im selben Moment über der Lenker und landete auf Händen und Knien. Ohne Handschuhe und Helm. Mit Jeans.

Im ersten Moment dachte ich, ich hätte meine Frau touchiert und auch zu Fall gebracht. Das war nicht der Fall. Ich sortierte mich und stieg wieder aufs Rad und 3 m später flog ich wieder über den Lenker. Ich muss wohl völlig fassungslos gewesen sein, denn ich setzte mich noch aufs Fahrrad und flog kurz darauf wieder auf den Boden.

Jetzt fragte mich meine Frau, ob ich nicht mit dem Scheiß aufhören wolle. Das brachte mich zur Besinnung. Ich kontrollierte mein Rad und sah , dass sich der Schaltzug zum Umwerfer mit der Pedale verhedderte. Wenn die Pedale den Schaltzug erwischte, zog sie den Lenker abrupt nach links und ich machte die Fliege. Nachdem das Problem gelöst und die Wunden ausgewaschen waren, fuhren wir zum Auto und dann zu einer Apotheke.

Viel Salbe, Spray, Pflaster und Rotwein sollten jetzt zu einer ruhigen Nacht beitragen.                                                                                                            Morgen wollte ich eigentlich einen Teil der 1. Etappe der Tour de Bretagne abfahren. Ich glaub, ich lass das erst mal. Und vermutlich ist ein Crash bei 20 Km/h glimpflicher als bei 60 km/h bergab.

Danke für die Warnung, lieber Gott!



Die erste Etappe  der Tour de Bretagne führte von Rennes nach Medrignac über 153. Wir fuhren  Richtung Dinant über viele kleine wunderschöne Landstraßen und Orte. In einem schmückte der Bürgermeister persönlich den Dorfplatz und stellte ein paar Flaschen für die Gäste hin. Dazu waren wir zu früh und wir wollten auch noch weiter. Da wir zweieinhalb Stunden vor dem Rennen waren , hatte wir Zeit für einen Abstecher nach Dinant. Eine mittelalterlichen Stadt mit gut erhaltenen Ortskern.

Vor dem Rennen sahen kaum jemand auf der Straße. Natürlich führte das Rennen nicht durch das belebte Touristenstädtchen Dinant. Das die Tour de Bretagne und nicht die Tour.omit sind die World Tour Mannschaften nicht vertreten. Sondern die Liga darunter.                                                                      Hatte zwar für die Tour de Romandie eine Akkreditierung, aber aufgrund des Wetters für die Bretagne entschieden. Außerdem Frankreich oder Schweiz, wo ist da die Frage?                                                                                    Auch bei dieser Rundfahrt gab es wieder eine Gedenkminute für Michele Scarponi.

 Dann ging es los.

Da wir mittlerweile nur noch ein halbe Stunde vor dem Peloton sind müssen wir uns beeilen wieder an die Strecke zu kommen.  Da mein Aldi Webstick nicht funktioniert muss ich immer ein wenig improvisieren. Ich bitte da um Verständnis.

Ein schöner Tag für Ruben Zepuntke.                                                                        Zwei Mann an der Spitze und mit dabei Zepuntke vom Team Sunweb. Die beiden kamen gemeinsam in die Schlussrunden . Zepunkte sicherte sich die Zwischensprintwertung und durfte auf dem Podium eine große Champusflasche entgegennehmen.

Sein Fluchtkollege  Damien Shaw sicherte sich die Bergwertung.Da die zwei in der letzten Runde eingeholt wurden, kam es zu einem Massensprint, den  Bram Welten von BMC für sich entschied. Er durfte mehrmals auf Podium und verspritzte dabei einer seiner Champusflaschen.

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Am Zielort haben wir dann eine nette Bar gefunden, wo wir über freies Wifi dann unseren Bericht direkt absetzen konnten. Es ist die Central Bar in Merdrignac. Ich  kann sie nur empfehlen.

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