So. Jul 5th, 2020

Mal mit dem Fahrrad auf den Everest.

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Radsport Journal Tourmann

Die Coronakrise zeichnet seltsame Blüten. Irgendwann hat einer der Radprofis mal soviel Höhenmeter zusammengepackt, dass er auf die Höhe des Everest kam. Seitdem haben die Nachmacher ein Thema gefunden. Jeder, der nur irgendwie ein Dreirad zur Hand hat, will die Höhenmeter persönlich zurücklegen. Zunächst waren es andere Profis die in ihrer Langeweile kein anderes Betätigungsfeld fanden. Jetzt sind es die Jedermänner und Frauen die sich beim Auf und Abfahren von kurzen Steigungen übertreffen. Hauptsache man hat am Ende 8848 Höhenmeter auf dem Tacho. Everesting wird die Sache genannt. 

Das Ganze erinnert mich an das Leben des Brian, folgt dem Schuh, folgt der Lampe oder folgt einfach den weggeworfen Windeln in den Straßengraben. Der menschlichen Nichtphantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Was Reinhold Messner hat wollen sie auch haben. 

Ich schlage als nächste Disziplin vor, alle Achttausender in vierzehn Tagen  zu überwinden.  Die Besseren schaffen die Höhenmeter in einer Woche. Erst wenn die Ärsche so wund sie wie bei einem Pavian, kommt das richtige Radsportfeeling auf. Oder heißt es dann Peeling?

Die Coronakrise zeichnet sich ja allgemein durch eine Hinwendung zu Radsport aus. Im Gegensatz zu den Autoverkäufern, werden den Radhändlern die Buden eingerannt. Wobei Fahrrad hier E-Bike heißt. Als ich mir vor zehn  zwölf Jahren so ein Ding zulegte, als teilweisen Autoersatz, schauten mich die Leute noch blöd an. Wenn ich zu meinem Lauftreff kam, forderten mich alle auf mit dem normalen Fahrrad zu fahren. Sie selber kamen noch mit dem Auto.

Heute sind die E-bikes moderner und man sieht  kaum noch eins unter 3000 Euro. Alle mit satten Batterien und Motoren ausgestattet, so dass man damit auch am Berg nicht unnötig treten muss. Da die Fahrradwege und Waldwege ein wenig voll geworden sind, weichen einige nun auf die Wälder an sich aus und schaffen sich dort eigene Wege. Mit den neuen starken Motoren ja kein Problem. Wenn mal ein Hirsch oder Hase im Weg steht, wird der einfach umgepustet. Das neue Halali der Städter auf dem Weg in die Natur. Da kann man echt nur hoffen, dass die Coronakrise bald vorbei ist

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