Mi. Dez 11th, 2019

Giro D`Italia. Etappe 3. Ein windiger Tag für Fernando Gaviria.

4 min read

Langsam freunde ich mich wieder mit Italien und dem Giro D`Italia an.

 Doch ehrlich. In der Nacht hatte ordentlich am Auto geschüttelt. Der Wind war enorm stark. Allerdings sah die Gegend wie eine Hochalm aus. Bedeckt mit satten grünen Gras. Die Hügel stark von der  Erosion geprägt. Als ich morgens die Autotür öffnete wurde sie mir aus der Hand gerissen. Dabei war ich noch nicht mal oben auf den Hügeln.

Später als ich von dort runterschaute, wart das Gebiet unten wie von Riesenhand gefaltet. Es sah jedenfalls außergewöhnlich aus. Dann habe ich auf die Reise gemacht. Oben auf dem ersten Berg des Tages, der keine Wertung trägt, aber trotzdem steil ist, habe ich den nachfüllen lassen. Zwei Tankwartinnen führen dort das Regime und beide übernehmen den Tankvorgang. Die beiden arbeiten nur draußen und sind den ganzen Tag dem Wind ausgesetzt. Und stehen Schilder am Straßenrand, dass man bei Schneefall Schneeketten anlegen soll.

Der Giro D´`Italia ist nicht immer so großartig ausgeschildert. Als ich mal wieder für längere Zeit keine Schilder sehe, fahre ich den Berg wieder hoch und finde die Strecke. Das nächste mal gelange ich auf eine Strade Bianche. Einige Wanderer schauen mich fragend an. Als die Straße vor einem Hof endet weiß ich warum. Auf dem Trampelpfad kommen nur Fußgänger weiter.

Überhaupt sind die Straßenverhältnisse wieder auf normales Italienisches Niveau heruntergesunken. Auch die Toskana glänzt mit zerrissenen Wegen. Der Einstieg war nur ein kleines Geschmackshäpple. 

 Die Strecke heute geht von Vinci, das ist in der Gegend von Florenz über 220 km nach Orbetello. Das ist da, wo wir früher unser Segelboot haben liegen lassen. In Porto Ercole. Allerdings nur im Winter. Denn im Sommer konnte man das nicht bezahlen. Da waren wir dann in Holland, bis wir dort eine Gegend fanden wo wir auch bequem im Winter segeln konnten. Ja. der Klimawandel.

Ich müsste hier eigentlich mal ein Sprühdose rausholen, denn das Klima lässt hier im Süden ein wenig nach. Gut, dass ich meinen dicken Winterpullover eingepackt habe.

Der Wind kommt den Jungs entgegen und zwar böig und kräftig. Die werden sich sicher auf ein paar Windstaffeln vorbereiten. Heute kann schon ein wenig am Klassement gebastelt werden.

Primoz Roglic wird aufpassen müssen, sonst ist er sein Maglia Rosa heute Abend los. Gestern hatte ich noch gesagt, heute gäbe es keine Bergankunft. Das ist nicht richtig. Ich hab sie einfach übersehen. Zur Strafe habe ich mich dort hingestellt und warte auf die Jungs. Das kann noch ein paar Stunden dauern. Vorher kommt aber noch die Karawane vorbei und die will sich der Sultan mal anschauen.

Die Bergwertung hat übrigens die 4 Kategorie  und ist nicht richtig steil. Sie hat eine Höhe von 202 m und der Träger des Trikots braucht heute keine Konkurrenz zu fürchten. Er hat genug Punkte.

 

In der Zwischenzeit tut sich etwas. Zunächst kommen gehäuft einige Motorräder der Polizei vorbei. Dann taucht plötzlich eine Gruppe Radfahrer beiderlei Geschlechts oder muss heute dreierlei Geschlechts sagen. Es hört sich irgend divers an, nutzt da etwa einer E Motoren. Oder war das der E Giro. Muss mich mal erkundigen. Jedenfalls folgt noch ordentlich Unterstützung hintendran. Dann ist wieder Ruhe.

Das Feld ließ sich vom Wind nicht aus der Ruhe bringen. Die Jungs kamen  beim letzten Anstieg geschlossen vorbei. Die wollten sich in Orbetello einen Massensprint reinziehen. Ich konnte mich die direkt an das Ende anhängen und hatte eine guten Lift. Wenn man gut als rasen wie Affe bezeichnet.  Dann bog eine Gruppe jedoch falsch ab und ich das Geschehen hinter dem Van nicht beobachten konnte war ich erst mal aus dem Rennen.  Nachdem ich viel Landschaft gesehen hatte und mit polizeilicher Genehmigung auf der Autobahn am gestauten Verkehr vorbeigerauscht war ich unerwartet, sah ich mich wieder im Geschehen. Allerdings durch die Hintertür. Den Sprint sieg von Viviani konnte ich mir auf der Leinwand anschauen. Seine Tränen, als sein Sieg gecancelled wurde dagegen live. Danach wurde Fernando Gaviria unter den Pfiffen der ansässigen Bevölkerung zum Sieger ausgerufen. Ackermann hatte Viviani sauber den Sprint angezogen und durfte nach dessen Disqualifikation den dritten Platz einheimsen. Danach muss es zu Unstimmigkeiten zwischen Gaviria und Viviani gekommen sein. Auf der Leinwand sah es aus als herzten sie sich.

Ergebnis >>>>>>

Bei der Pressekonferenz sieht Gaviria auch nicht glücklicher als auf dem Podium aus. Er ist froh den Tag überstanden zu haben und wünscht sich noch einen echten Sieg und keinen durch Jury Entscheid.

 

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