Mi. Apr 8th, 2020

Eingesperrt.

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Coronavirus, Eingesperrt,Radsport Journal Tourmann

Das Leben der Radsportler ist gefährlich. Nicht nur das man auf der Straße permanent der Gefahr ausgesetzt ist von einem anderen Verkehrsteilnehmer angefahren zu werden, besonders im Training. Auch das neue Coronavirus beinhaltet eine gewisse Gefahr.  Wenn sich jemand in der näheren Umgebung mit dem Virus angesteckt hat  und zufällig auf demselben Hotel Flur miteinander die Zeit verbringt, kann es gefährlich werden. Schnell ist man unter Quarantäne und kann zusehen wie die Kollegen in einem anderen Land wieder Radfahren und man selber nicht. So geschehen in Arabien bei der UAE Tour ,wo zwei Mitarbeitern des Teams Cofidis positiv auf Corona getestet wurden und zunächst alle Radfahrer im Hotel eingesperrt wurden. Nach einem Test, der negativ ausfiel, durfte einen Großteil der Radfahrer wieder nach Hause fahren. Nur die Jungs, die auf der gleichen Etage wie die Betroffenen wohnten,  mussten und müssen sich weiteren Test aussetzen und erstmal unter Quarantäne bleiben. da kann natürlich der  Zimmerkoller seine Wirkung tun. Man darf seine Hütte nicht verlassen, man hat keine Handyverbindung und kann sich nicht outen. Das ist für mich eigentlich sehr schwer verständlich. Warum können die Jungs ihre Telefone nicht aufladen  oder besteht hier eine Politik der Nichtbeeinflussung von außen oder nach außen. Jedenfalls können die Jungs sich nicht mehr mit ihrer sportlichen Leitungen in Frankreich oder sonst wo in der Welt in Verbindung setzen.   

 Letztes Jahr, bei Paris Nizza waren wir zufällig in einem Hotel auf der selben Etage wie das Team UAE Emirates untergebracht. Der ganze Flur war von dem Team belegt, außer unserem Zimmer. Das hat wir schon vorzeitig gebucht. Auf dem Flur standen die Kisten mit dem Equipment und draußen vor dem Zimmer auf dem Parkplatz stand der Materialwagen. Der machte natürlich ordentlich Krach. Die Hotelleitung fragte uns am nächstens morgen, ob wir uns gestört gefühlt hätten und war dann sehr erfreut als wir verneinten und sagten, dass wir auch wegen dem Rennen hier waren.

Dieses Jahr würde ich aber auf diese Ehre sicherlich gerne verzichten. Die zufällige Anwesenheit könnte zu einer ungeplanten Verlängerung  des Aufenthaltes führen.

Grundsätzlich sind die Beschwerden der Radfahrer schon berechtigt. Die Zimmer werden aus Angst vor einer Ansteckung nicht mehr gereinigt und ansonsten wir man nur sehr spärlich mit Informationen versorgt. Andererseits sind die Jungs in keiner anderen Situation, wie Reisende auf einem Kreuzfahrschiff. Es gilt hier die knallharte Regel, mitgegangen mitgefangen, von hangen wollen wir hier besser nicht reden. Das einige der Jungs, die im selben Hotel wohnten, schon nach Hause fahren durften, ist wohl eher schon eine Kulanzsache. Wären die die Behörden richtig hart, müssten alle mindestens 14 Tage in Quarantäne bleiben.  Solange kann es dauern bis man mit einiger Sicherheit sagen kann, dass der Virus ist nicht  vorhanden ist.

Wir verzichten jedenfalls in dieser Situation auf Kontakte bei Rennen. Bleibe im Lande und ernähre dich redlich. Weiß auch nicht, ob das hilft.

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