Di. Nov 12th, 2019

Die Tour de France und die Lage der Favoriten.

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Die Tour des France wird bekanntlich nicht im Flachen entschieden. Das Zeitfahren ist wichtig. Vielleicht wichtiger als die Berge. Denn in den Bergen neutralisieren sich die Favoriten oftmals. Das hat man schon zur Genüge gesehen.

Viele Fahrer liegen schon weit zurück. Man glaubt es nicht, aber die letzten hundert Fahrer haben schon über 20 Minuten Rückstand. Der letzte im Feld ist Yoann Offredo vom Team Wanty mit über einer Stunden. Dabei muss man sehen, dass viele halt nur ihre Aufgaben erfüllen. Wenn sie nicht mehr benötigt werden, lassen sie die Beine hängen. Die Sprinter radeln sowieso nur mit. Wenn es nicht flach ist und am Ende des Tages schnelle Beine verlangt werden, dann lassen sie sich gerne zurückfallen. Am Ende kommen dann ein zwei Tage Rückstand raus.

Die Favoriten der Tour versuchen dagegen sich im Windschatten ihrer Mannschaften aufzuhalten und am Ende dann im Verhältnis zu ihren Gegner nicht zu verlieren´. Wir sehen ein Schachspiel. Das Schachbrett hat nicht nur schwarz und weiß. Sondern 7 oder acht Farben. Je nach dem wie viel Fahrer für Podium in Paris in Frage kommen. Einige Teams werden auch schon im Laufe der Rundfahrt matt gesetzt und scheiden aus der Wertung .

Am Ende gewinnt die Mannschaft, dessen sportlichen Leiter die beste taktische oder strategische Leistung erbracht haben. Die Jungs auf den Rädern sind eh nur die Figuren, die in diesem Spiel hin und her geschoben werden. Natürlich kommt es auf die Leistung der einzelnen an, aber ohne Gehirn geht es heute nicht mehr.

Das David Brailsford von Team Ineos ein hervorragender Schachspieler ist, weiß man nicht erst seit gestern. Schon die Auswahl seiner Schachfiguren beweist seine Taktische Qualität. Andere Teams sehen da eher aus wie Hühnerhaufen und sollten besser in der Werbekarawane mitfahren. Obwohl ich manchmal den Eindruck habe, dass dort die härteste Arbeit geleistet wird.

So, sehen wir Geraint Thomas vom Team Ineos schon in hervorragender Position. Dem sportlichen Leiter war klar, dass das Teamzeitfahren schon eine Vorentscheidung bringen wird und hat seine Schachfiguren entsprechend gewählt. Andere Teamchefs haben das mal gut verschlafen und liegen nun zurück. Wer zurückliegt hat schwarz und wer im Schach schwarz hat, kann nur reagieren. Ein Sieg ist nicht ausgeschlossen, aber eher unwahrscheinlich.

George Bennet vom Team Jumbo Visma ist sicher Mann für die Gesamtwertung. Hat auch schon große Rundfahrten unter den besten zehn beendet. In den kleinen hat er aber bessere Ergebnisse abgeliefert. Deswegen wird er sicher beachtet, aber von den Topleuten, die aufs Podium schielen, wird er im Moment nicht als Gefahr betrachtet. Ciccone ist auch ein solcher Aussenseiter. Aber wer weiß, die letzten Träger des gelben Trikots in La Planche des Belles Filles haben auch den Toursieg geholt.

Reden wir von Geraint Thomas. Er liegt schon jetzt an der Spitze der Jungs die in Paris auf dem Podium stehen wollen. Sein Teamkollege Bernal liegt 5 Sekunden dahinter. Eine gute Reserve. Weißer König und weißem Königin haben die beste beste Stellung im Spiel. Die Schachfiguren der Gegenseite können sich aber noch Chancen ausrechnen. Thibaut Pinot von FDJ liegt nur 9 Sekunden dahinter. Kruijswijk von Jumbo Visma hat auch schon bewiesen, dass er es kann, aber auch dass er es nicht kann.

Fuglsang und Buchmann haben haben schon 30 Sekunden Rückstand. Nairo Quintana gar bald eine Minute. Andere noch mehr. Diese Zeit will aufgeholt werden.

Die Fahrer von Jumbo Visma und Ineos haben im Moment die besten Aussichten. Bis zu den Pyrenäen sollte das so bleiben.

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