Fr. Nov 22nd, 2019

Tour de Pologne. Etappe 2

4 min read

Gestern war es echt spannend. Dass der Ackermann gewinnen konnte war schon gut. Der Junge stand strahlend auf dem Podium und wurde auch gut von den zahlreichen Borafans bejubelt. Doch der eigentliche Star heißt hier Rafal Majka. Bin eben am polnischen Bora Hansgrohe Fanclub vorbeigekommen. Der hält zu Majka, Bodnar, Poljanski und Bennet. Man muss auch in Polen Prioritäten setzen.

Gestern habe ich doch tatsächlich einen Fehler gemacht. Ich habe gesagt, dass der polnische Fahrer an der Spitze nichts außer den Glückwünschen der Menge erben würde. Das war nicht so ganz richtig. Denn er mindestens genauso häufig auf dem Podium wie Ackermann.  Es gibt nämlich auch eine Wertung für den besten polnischen Fahrer und  zwei drei weiteres Wertungen für Polen. Jedenfalls war der Tag für den Jungen nicht ganz umsonst.

Und so werden auch heute wieder einen Fahrer der polnischen Nationalmannschaft ganz vorne sehen. Man sieht ja eigentlich mehr Leute mit den T Shirts von CCC rumlaufen. Allerdings machen die sich in der Lautstärke nicht so ganz bemerkbar. Und erscheinen im Rennen  auch etwas weniger öffentlich. Obwohl das orange Trikot ja weithin sichtbar ist. Als Fotograf mag man das, die Farben geben immer ein bemerkenswertes Foto ab. Danke.

Heute morgen haben wir zum ersten Mal die Strecke abgefahren. Natürlich nicht ganz. Nicht weil die zu lang ist, sondern weil da zu viele Kreise gefahren werden. An Start einer von 31 km und am Ziel drei von 19 km. Da gibt es auch noch noch 2 Bergwertungen der 4. Kategorie. Das stück dazwischen ist 50 km lang und führt das  Kattowitzer Kohlerevier. Jedenfalls dem nördlichen Teil. Überall sind man Fördertürme. Viele scheinen stillgelegt. Man fährt teils durch wirklich grüne Landschaften und Brachen und könnte meinen, dass Herr Kohl auch hier mal Kanzler gewesen ist. Dann gibt es viele alle Häuserblöcke aus der Zeit vor dem Krieg. Die Fassaden bröckeln ein wenig. In Italien findet man das idyllisch.

Dazwischen steht immer wieder das moderne Polen. Die Unterschiede sind wie Im Ruhrgebiet gewaltig.  In Ostdeutschland hat man das besser gelöst, als in diesen beiden Gebieten. Finde ich.

Charles Planet vom Team Novo Nordisk will es heute wieder wissen. Er ist wieder einer von zwei Ausreißern. Der andere ist natürlich ein Fahrer vom polnischen Nationalteam mit Namen Pavel Franczak. Die beiden haben nach 32 km über 5 Minuten Vorsprung. Die Berge kommen aber erst auf den letzten 50 Kilometern in den Schlussrunden. Es sind drei Runden, aber nur 2 Bergwertungen. Die sind nun auch nicht gnadenlos hoch. Ich glaube, mein Hund könnte problemlos drüber spucken. Können Hunde spucken?

Die beiden Spitzenleute kennen sich aus. Sie die Fahrer mit den mesuten Starts bei der Tour de Pologne. Franczak hat deren sieben und bei Planet stehen 3 in den Palmares.

Bora hansgrohe fährt den Abstand der Ausreißer wieder auf 3: 20 runter. Man wird sich wieder die kleinen Punkte bei der Bergwertung holen und Franczek wird dann als kämpferischster Fahrer auf dem Podium erscheinen. Den Rest vom Schützenfest werden sich dann die Herren mit den schnellen Beinen teilen. Hoffentlich kommt Cavendish diesmal um die Kurven. Also ich mag den Jungen, obwohl er all zu häufig mit dem Kopf durch andere Fahrer will.

www.radsportjournaltourman.com

Die zwei Jungens wurden erst spät eingeholt. Sie wurden erst spät eingeholt.

Noch in die letzte Runde gingen sie als Führende, dann war es aber vorbei und es kam zum Sprintfinale. Wir standen diesmal unglücklich in einer Kurve. Da sollte alles gut gehen. Wir witzelten zwar ein wenig rum, ob man für ein gutes Foto sterben sollte. Aber man hofft ja immer. So war es auch. Diesmal entschied Lukas Mezgec Mitchelton Scott. Wusste gar nicht, dass der sprinten kann. Äh. Zweiter wurde wieder Gaviria und dritter Pascal Ackermann. Der bekam den meisten Beifall.

Obwohl ich da Horden von CCC Fans gesehen habe, Aber wenn die Jungs nichts reißen.

Siegerehrungen nehme ich ja nur immer so mit. Das Gute ist, dass die Jungs rumstehen und dann mit Sekt rumspritzen dürfen. Diesmal hätte ich sie aber nicht missen wollen. Denn irgendein hoher polnischer Politiker war angesagt worden. Die Wartezeit dauerte ein wenig länger und die Veranstalter bekamen Sorgenfalten. Man spürte die dicke Luft. Ich fragte die Kollegen in unseren Fotografenkäfig und die sagten: Nö, nix besonderes.!

Jo, und dann kamen die die Gunmen und zogen ihre Show. Keine GSG 9 , sondern 8 schwerbewaffnete Herren mit Sonnenbrille und mehreren sichtbaren Knarren unter den teueren Jackets sicherten das Terrain. Alles wurde gecheckt, auch die Jungs die hinter der Bühne auf ihre Pokale warteten. Alle Zugänge wurden gesichert und dann trat der Star des Abends Kurz in Erscheinung und ehrte den Sieger. Dann verschwand er wieder von der Bühne und wurde von seinen Mannen abgeschirmt. Einer hatte sogar den berühmten riesigen Regenschirm in Bereitschaft. Also, dieses Siegerehrung hat sich gelohnt. Das war spannender als James Bond. Wer der einflussreiche Politiker war, weiß ich nicht. Mein polnisch ist nicht so überragend und meine Kollegen waren entsprechend wortkarg. Schauen sie sich die Fotos an. Vielleicht wissen sie mehr.

Ach ja, als der einflussreiche Gast sich schon durch die Hintertür verabschiedet hatte, wurde Pascal Ackermann noch das Gelbe Trikot überreicht. Die Flasche Sekt übergab er seinem polnischen Fanclub von Bora. Aber die haben ja andere Leute auf der Liste der Günstlinge stehen, schrien aber trotzdem. Soviel Applaus hat der Junge in Deutschland nicht bekommen.

Ergebnis >>>>>>

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