Mo. Aug 19th, 2019

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Profi Radsport

Tour de Pologne. Die Anreise.

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Wir haben ja ja schon viel vor Ort über den Radsport berichtet. Das ist auch gut so. Für uns gibt es nicht nur die Tour de France und danach packen wir die Jungs wieder nur mit der Dopingzange an. Nein, so läuft das nun mal hier nicht.

Die Tour de Pologne stand schon lange lange auf dem Programm. Da waren wir noch nie, weder in Polen noch bei der Rundfahrt. So gestaltete sich die Anreise schon im Kopf etwas spekulativer. Was würde uns erwarten? Wir würden neue Menschen kennenlernen und neue Landschaften sehen.

Der Name der Autobahn klang vertraut. Wir fuhren bei uns Overath auf die A 4 und verließen sie erst wieder in Kraukau. Im Prinzip jedenfalls. Weil in Deutschland ein Stück fehlt oder anders heißt, in Polen hat die Bahn den gleichen Namen wie bei uns. Die A 4 also, und ist genauso gut, wenn nicht besser ausgebaut. Dafür gibt ab Breslau aber drei Mautstellen. Viel Stau für 300 km und 6 Euro.

Doch vorher fuhren ja noch durch Deutschland. Hinter Fulda waren wir auch schon lange nicht mehr gewesen. In Eisenach legten wir einen kurzen Gesundheits bedingten Stopp ein. Das Unternehmen war leicht gefährdet. Ein Apotheke half und so wagten wir uns bis Bautzen. Zum Glück muss ich sagen.

Ich hatte immer noch den Spruch: ” Ab nach Bautzen!” im Ohr und jetzt standen wir in der mittelalterlichen Stadt. Man kann dem alten DDR Regime ja viel vorwerfen, aber unnötige Bausubstanz, wie in den Städten des Westens, haben die nicht vernichtet. So steht man dann statt vor dem Knast vor einem wunderschönen Kleinod deutscher mittelalterlicher Kultur. Vor den Stadttoren war uns noch ein Pärchen zwei Fahrrädern und jede Menge Gepäck aufgefallen. Zuerst dachte ich, Simon Geschke will mit seiner Frau privat bei der Polen Rundfahrt anreisen. Doch es war jemand anders. Die beiden wollten noch zur Neiße und dann weiter nach Berlin.Wir wünschten uns gegenseitig eine gute Reise.

Der nächste Morgen brachte die Entscheidung. Alles gut. Auf nach Krakau. Die ersten 180 km nach Breslau ging es nur an LKW`s vorbei. Eine riesige Karawane strömte nach Osten. Hinter Breslau wurde es ruhiger. Dafür kamen die Mautstellen. Die Einwohner könnten mit einem Telepass durchfahren, trotzdem stauen sich die meisten vor den Bezahlhäuschen. Die Jungs haben echt die Ruhe weg. Und dauert es etwas länger bis man nach Krakow kommt, aber man kommt an und hinter Katowice wird die Landschaft auch ein wenig abwechslungsreicher. Vorher dachte ich immer, dass es hinter Dresden total flach sei und hinter der Neiße wieder hügelig. Aber es ist genau umgekehrt. Fahren sie mal hin. Als ich abends bei Bautzen im dem superwarmen riesigen Stausee der Spree saß, rief ich meiner Frau zu: ” Es ist doch super hier, ich weiß gar nicht warum die Ossis früher alle nach drüben wollten.” Die Antwort kam prompt:” Nicht so laut, es schallt doch ziemlich übers Wasser.” Die gute Frau traut sich in keine Pfütze, wenn da nicht Schwimmbad draufsteht. Und mittlerweile will auch keiner mehr in den einst so heißgeliebten Westen. Wozu auch.

In der Gegend von Bautzen sind alle Schilder zweisprachig. Hier leben die Sorben, eine slawische Minderheit mit eigener Sprache. Bautzen ist die Hauptstadt und heißt auf sorbisch Budisyn.

In Kraukau angekommen, holten wir uns die Akkredierungsunterlagen ab. Dann klebten wir alle Aufkleber aufs Auto und suchten unser nahe gelegenes Hotel auf. Das erwies sich als Hostel, war einen Studentenheim angeschlossen. Wir fühlten uns direkt 35 Jahre jünger und dachten an unseren alten Schuppen in Bonn Tannenbusch. Als ich die beste aller Ehefrauen im Aufzug dann fragte, ob sie nicht eine von diesen verkniffenen Juristinnen sei, musste sie es leider verschämt zugeben. Was für einen Blödsinn hatte ich eigentlich damals studiert?

Also, wenn sie noch mal zurück in die Zukunft wollen. Fahren sie nach Krakow ins Strumyk. Es gibt WLan , ein modern eingerichtetes Zimmer und eine kleine Küche für 25 Euro pro Tag. Nur Doppelbetten gibt es nicht. Aber die hatten wir damals doch auch nicht, oder?

Abends wollen wir noch auf die Teamvorstellung gehen. Aber davon dann morgen mal wieder.

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