Mo. Aug 19th, 2019

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Profi Radsport

Tour de Pologne 1. Etappe

4 min read

Die Teamvorstellung gestern war ein voller erfolg für Bora hansgrohe. Natürlich hatte die Aufstellung des polnischen Idols Rafal Majka mit diesem  viel tun. Die anderen wurden auch ein wenig beklatscht, aber in der Sonne standen nur die Jungs von Bora. Selbst CCC und das polnische Nationalteam kamen da nicht mit. Die Freude übertrug sich auch die anderen Fahrer des Küchenteams. Man sah ausnahmsweise nur strahlende Gesichter und junge Helden, die dem Publikum freundlich zuwinkten.

Der nächste begann recht schlecht. Schon in der Frühe jagte ein Schauer den anderen und eine Besserung war nicht abzusehen. Kurz schien die Sonne und beruhigte die Massen der Touristen, die sicher nicht alle wegen des Radsport in die Stadt geströmt waren, dann prasselte ein solcher Regen auf auf alle hernieder, dass es in den Cafe`s und Hausfluren eng wurde. Kein großartiger Tag zum Radfahren also.

Trotzdem bildete sich schnell nach dem Start eine dreiköpfige Ausreißergruppe. Aufgrund der regennassen Straße verringerte sich die schnell um einen Mann. Adrian Kurek vom polnischen Nationalteam  legte sich auf die Straße und so bestand die Gruppe vor nur noch aus Jacub Kacmarek aus Polen und Charles Planet von den Diabetikern von Novo Nordisk.

Die hatten allerdings nach 42 km von 2:35 Minuten. Er war schon mal bei 4 Minuten. Trotz des zeitweiligen Sonnenscheins blieben Straßen nass. Die Etappe heute hatte eine Länge von 132 km und auch einige kleine Berge. 3 Bergwertungen der 4. Kategorie mussten fürs Klassement langen. Die 1. holt sich der Franzose Charles Planet.

Die beiden an der Spitze wissen natürlich genau, das der Tag keine 36 Stunden hat. Heute wollen die Sprinter sich in Krakow ein Stelldichein geben. Das Szenario sieht man im Peloton. Bora hansgrohe und UAE arbeiten. Gaviria gegen Ackermann. Das italienische Duell vom Giro findet sein Fortsetzung in Krakau. Aber auch Deceuninck Quickstep mit Cavagna und Fabio Jakobsen scheinen sich was auszurechnen. Und Max Walscheid vom Team Sunweb ist immer heiß auf einen Sieg. Die Form von John Degenkolb vom Team Trek Segafredo war ja nicht so doll. Weiß man es? Und Cavendish ist ja auch dabei. Wir werden in gut anderthalb Stunden das Ergebnis hier live sehen.

Matej Mohoric von Bahrain Merida ist auch dabei. Bei der Tour de France hat er mich nicht ganz überzeugt. Als Nibali schwächelte, dachte ich, dass Mohoric in seine Fußstapfen treten könnte. Dem war nicht so. Da ich beim Start gerade neben ihm stand, fragte ich ihn, ob er mehr Wert auf die Tour de Pologne oder die Deutschland Tour in diesem Jahr lege. Er erwiderte, dass die Tour Tour de Pologne schließlich ein World Tour Rennen sei und die Deutschland Tour nicht.  Wir also sehen, was nun folgt.

60 km vor dem Ende werden die Ausreißer noch immer am langen Bändsel gehalten. Allerdings wurde die Leine ein wenig verkürzt. Man hält den Abstand auf anderthalb Minuten. In Krakau kommen noch drei flache Runden a 4 Kilometer. Da soll die Entscheidung fallen.

Charles Planet vom Team Novo Nordisk gewinnt auch die zweite Bergwertung und macht damit das Bergtrikot für die Siegerehrung klar. Kacmarek arbeitet heute nur für die Ehre.

50 km vor dem Ende ist es trockener geworden. Bei der Verpflegung werden Regentrikots gegen Lebensmittel getauscht.

Dann kommt es wie kommen musste. Die Ausreißer werden noch vor den letzten drei Schlussrunden eingeholt. Die Fotografen werden der Zielinie wegkomplimentiert. Sie landen in einer 180 Gradkurve. Die Jungs kommen da zum Schluss mit recht netter Geschwindigkeit an. Die folgenden Autos auch. Da soll nichts schiefgehen, sonst sind wir platt. Ich knie auf dem Boden, direkt an der von Einweiser geklebten Linie. Ganz wohl fühl ich mich nicht. Natürlich kommt es in der letzten Runde in dieser Ecke zu einige Stürzen. Die Jungs haben einfach zu viel drauf. Cavendish ist auch dabei und muss seine Sieghoffmungen begraben.

Das gibt gute Foto`s a la Rainhard Fendrich und ” Es lebe der Sport.” ” Wenn`s einen auf die Backen haut……” Zum Glück versteuert sich keiner der Begleitwagen. Sonst gäb es ja auch keinen Bericht.

Das Finale darf dann nahe der Ziellinie verfolgt werden. Obwohl diesmal ein paar hundert Männer mit sehr teuren Kameras und Objektiven herumstehen erwische ich einen guten Platz und komme zum Schuss. Das ist mir beim Giro nie gelungen.

Dann ist es auch noch Ackermann, der als erster die Arme hochreißt. Da soll doch das Foto gerne was geworden sein. Auf dem ersten Blick sieht es gut aus. Aber erst das Großformat auf dem Computer entscheidet. Zweiter wurde Gaviria und Dritter Jakobsen. Max Walscheid vom Team Sunweb wurde zu seinem eigenen Verdruss nur Vierter.

Ergebnis >>>>

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