Sa. Dez 14th, 2019

Tour de France. Von St. Die nach Colmar

5 min read

Heute geht es zum erstem Mal in die Berge. Zwar werden die hohen Gipfel der Vogesen noch ausgelassen, die kommen es morgen dran, aber ein paar Ausläufer werden gekratzt. Von St.Die des Vosges geht es zunächst in Richtung Norden. Dort werden die Vogesen an einer niedrigen Stelle überquert . Dann geht es wieder nach Süden, wobei man bis Colmar drei Bergwertungen mitnimmt. Insgesamt gibt es jeweils zwei der dritten und zweiten Kategorie. Die Ausreißer des Tages werden sich also das Bergtrikot sichern. Deshalb wird die Gruppe stark umkämpft sein. Der Tag hat 175 km. Die Etappe ist also recht kurz. 

Gestern habe ich im Radio die Nachklatschsendung zur Tour gehört. Man redet dort sehr ausführlich über die Möglichkeiten der einzelnen Fahrer. Was hätte sein können und was nicht geschehen ist. Das französische “hätte hätte Fahrradkette”. Trotzdem sehr interessant. Ich versteh aber nicht alles. Für den heutigen Tag hat Thomas Voeckler dort eine Etappe für die Puncheure angekündigt. Wollen wir mal sehen. Die letzten zwanzig Km gehen runter oder sind am Ende flach. Da werden sich sicher Viviani und Co. wieder eine Scheibe abschneiden wollen.

Habe mir heute mal den Start in St. Die ausgesucht. In Brüssel war ich ja beim Start des Zeitfahrens auch dabei. Aber die Masse hat mich vertrieben. Außerdem hatte die Kamera keine Karte und ich somit keine Bilder. Das soll heute nachgeholt werden. Vorsichtshalber habe ich 3 meiner 6 Spiegelreflex in den Rucksack gepackt. Da soll nichts schiefgehen.

 

Die Nacht habe ich an einem schönen See 50 km vor St. Die verbracht. Die nahe Schnellstraße hört man ja auf dem Bildern nicht. Früh morgens bin dann noch etwas verschlafen aufgebrochen. In St. Die war noch nichts los und ich fand einen Parking in der Nähe des Ziels. Von hier komme ich auch wieder gut weg.

Mittlerweile ist hier der Bär los. Das Vorprogramm zur Tour läuft und die Jungs auf dem Podium machen jede Menge Krach. Die Leute unten sind begeistert. Einmal im Leben kommt die Tour vorbei. Nur jeden Morgen die gleiche Show abziehen, dass ist auch hart. Aber das ist die Tour, das ist Frankreich.

Irgendwann zieht dann die unvermeidlich Karawane los. Die Menschen schreien begeistert. Jeder ist glücklich wenn er irgendeinen Dreck zu Hause in den Mülleimer werfen kann. Anschließend wird auf der Bühne eine Show abgezogen. Die ist wirklich geil. Die Künstler haben ordentlich was drauf. Dazu die Musik von Queen. We are the Champignons darf natürlich auch nicht fehlen. Dazu am Ende dann die gelbe Riesenlamettakanone.

Meine Filmaufnahmen missglücken mal wieder. Ich bin halt filmtechnisch irgendwie ein Versager bei dieser Tour. Dann kommen die Herren Rennfahrer die Bühne. Manche Jungens schleichen sich an das Pult und müssen vom Moderator vors Mikrofon gezehrt werden. Die Menge will ja ihren Spaß und bei Laune gehalten werden. Für die sind es ja nicht die Kiddies, die sich jeden für wenig Geld den Arsch aufreißen. Für die sind es die unbestechlichen Helden der Landstraße. Und man muss zu ihnen aufgucken. Aus der Ferne sieht man die Pickel ja nicht so und die Bühne liegt ein wenig über der Masse.

Da ich ohne Akkreditierung sowie keine Chance habe beim Start Fotos zu machen, verzische ich mich. Oder heißt das, empfehle ich mich auf französisch?. Egal, Ich bin dann mal weg.

Es warten ja noch Ziele auf der Strecke auf mich. Da wollen die Karawane und die Jungs ja ein wenig geschossen werden. Der erste Anlauf am Col de Trois Epis misslückt ein wenig. Wegen zuviel Masse Mensch streiche ich die Segel. Im Tal wir es günstiger sein, vermute ich mal und finde einen kleine Straße die an die Strecke führt. Unten geht tatsächlich. Kommen mit ein paar Deutschen ins Gespräch. Auch mal wieder schön in der Muttersprache rumstrunzen zu können. Passiert eben.

Aber wenn einer mit einer Busladung älterer Menschen die kleine Straße ohne Wendemöglichkeit runtersteuert, in der Hoffnung, dass gut geht, dann ist es eben so. Die alten Leute haben sich gefreut mal die Tour de France zu sehen. Was für ein Abenteuer.

Schon immer Internet hatte ich den Hergang des Renngeschehens verfolgt. 4 Mann haben sich aufgeopfert und spielten die Ausreißer. TimmWellens nicht ohne Grund. Denn er wollten sich die Punkte bei den Bergwertungen sichern. Trotzdem gab es zu nächst zahlreiche Versuche. Immer wieder passte den sportlichen Leitern die Zusammensetzung nicht. Starke Fahrer wurden nicht weggelassen.

Bei mir, am Anstieg zur dritten Bergwertung kamen die vier Jungs noch geschlossen vorbei. Später wurden sie aber eingeholt. Und so kam es, wie ich schon heute morgen gesagt hatte, zu einem schönen Massensprint. Den gewann zu seiner eigenen Freude Peter Sagan von Bora hansgrohe. Die Jungs hatten tagsüber auch ein wenig arbeiten müssen. Zweiter wurde Wout van Aert von Jumbo Visma. Der hechelt dem gelben Trikot immer noch hinterher. Gut , heute gibt es wieder ein paar Bonussekunden. Aber Trikot ist zur Freude der Matrosen, äh Franzosen, noch auf den Epaules von Julian Alaphilippe vom Team Deceuninck Quickstep.

Bester Deutscher Fahrer wurde heute Nils Politt vom Team Katusha Alpecin als achter.

Die Favoriten für die Gesamtwertung haben auch heute wieder die anderen schuften lassen und sind lediglich mitgerollt. Morgen kommt eine Etappe mit mehreren Bergen der ersten und zweiten Kategorie und einem steieln Schlussanstieg in La Planche de Belles Filles.

Da könnte schon einer mal aus der Deckung gehen. Aber ich bezweifele, dass vor dem letzten km was passiert.

Ergebnis >>>>>

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