Fr. Sep 20th, 2019

Tour de France. Das Zeitfahren in Pau

2 min read

Gestern machte Rohan Dennis vom Team Bahrain Merida Schlagzeilen. Er verschwand unbemerkt  von der Öffentlichkeit aus der Tour de France. 80 km vor dem Ende stieg er kommentarlos in den Teamwagen. Eigentlich sollte er heute das Einzelzeitfahren gewinnen. Doch dann verschwand und hinterließ bis heute eine Lücke des Schweigens.

Journalisten ratlos. Ich muss mich an die Siegerpressenkonferenz bei der Tour de Swiss vor zwei Jahren erinnern. Damals fragte ich ihn vor vollem Haus, nach seinen Aussichten bei der Tour de France. Er sagte, dass er gar nicht daran teilnehmen würden. Irgendwie hatte das keiner der Anwesenden richtig mitgekriegt. Sein Englisch ist auch sehr speziell. Kurz vor Beginn der Tour  in Düsseldorf kamen die Jungs dann drauf, als Dennis nicht auf der Teamliste stand. So geht`s.

Kann mir schon vorstellen, dass er was gesagt hat, aber die Jungs mit den um Hals gehängten Bändseln es nicht verstanden haben oder nicht verstehen wollten.

27 km ist die Etappe lang. Sie hat drei Höhenmeter. Kasper Asgreen vom Team Deceuninck Quickstep setzt die erste große Bestzeit, an der sich viele der Fahrer zunächst die Zähne aus bissen. Dann kam aber die Wende mit Wout van Aert vom Team Jumbo Visma mit einer neuen Zwischenbestzeit. Andere folgten und man sah schon, dass die Zeit von Asgreen nicht mehr lange Bestand haben würde. Doch mit Wout Van Aert wurde es nichts. Kurz vor dem Ziel blieb er in einer Kurve an einem Geländer hängen und stürzte schwer. Anscheinend muss er das Rennen beenden.

Thomas DeGendt von Lotto Soudal kommt besser in der Kurve an dem auf dem Boden liegenden Van Aert vorbei und setzt mit 16 Sekunden Vorsprung eine neue Bestzeit. Die liegt jetzt bei 35: 36 Minuten.

Eine Viertelstunde nach dem Sturz liegt Wout van Aert immer noch am Straßenrand. Die Rettungsfahrzeuge können die Stelle nicht erreichen. Was ist wichtiger, der Mensch oder das Rennen? Für die ASO scheint es unmöglich zu sein einen Rettungswagen an die Stelle zu schicken und das Rennen zu unterbrechen.

An dieser Stelle beende ich für den Tag die Berichterstattung. Tut mir leid. Der Circus darf nicht über der Gesundheit eines Menschen stehen.

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