Fr. Okt 18th, 2019

Tour de France. Ab nach Gap

5 min read

Es kommt das Ende mit Schrecken. Kurz vor dem Sektschlürfen in Paris wird die Folterschraube noch einen Dutt heftiger angezogen. Das man auch einer Flachetappe ausscheiden kann zeigte gestern Jakob Fuglsang. Geraint Thomas hätten beinahe seinen zweiten vorzeitigen Brexit während dieser Tour hingelegt. Aber er ist wieder aufgestanden und für mich der heiße Favorit auf den Thron vom Champs Elysees.

Video Etappe 17

Heute gibt es das Vorspiel zum Drama in den Alpen. Schade das nicht das Matterhorn als Kulisse herhalten kann. Der Mont Blanc muss reichen. Man konnte ihn übrigens schon bei der Etappe nach La Planche des Belles Filles vom Markstein aus bewundern. 

Tourfunk.” Gentleman, Augen nach rechts. Dort sehen den Mont Blanc. Einige von Ihnen werden dort in zwei Wochen ihr Schicksal finden.”

Ich saß dagegen in einer Blaubeerwiese, schlemmerte ( grins) und schaute auf den Berg, den ich mal allein im Winter bestiegen hatte. Ist schon lange her, aber man erinnert sich gerne. Höchster Mensch auf Erden  in Europa, wenn auch nur für diesen Tag.

Die Jungs werden für die Hubschrauberperspektiven keinen Blick haben. Die werden froh sein, wenn sie irgendwo oben radeln und die Radgabel neigt sich wieder dem Tale zu. Aber heute geht es erst mal nach Gap. Über 200 km. Start ist am Pont du Gard, dem Äquadukt der Römer. Vor Gap gibt es noch eine Welle, genannt Bergwertung der 3. Kategorie. Danach geht es nur bergab. Dort werden sich einige Cracks finden, die es dort versuch werden. Bis dahin geht es 180 km durch die Hitze Provence. Wir haben mal wieder an die 40 Grad.

Die Trikotinhaber, inclusive des Gelben, sollten heute einen ruhigen Tag haben. Da wird heute nichts anbrennen. Erst morgen geht es los. Dann kommt auch die Stunde von Emanuel Buchmann, der ja jetzt in der Boulevard Presse kolossal aufgestiegen ist. Wenn`s dem deutschen Radsport hilft.

Da die Sprinter sich heute nichts ausrechnen können, finden sich gleich 34 Herren zusammen und es auf eigene zu versuchen. Man fährt am Chateauneuf du Pape vorbei.

Ich erinnere mich an eine meine Jungendzeit als junger Seemann vor 50 Jahren. Damals versuchten wir, von Le Havre aus eine Schiffsladung Cognac, Champagner , und diverse Rotweine wie Chateauneuf du Pape und Chateau Lafitte Rothschild nach Venezuela zu transportieren. Die Ladung war fürs das dortige Verteidigungsministerium bestimmt. Meine Aufgabe war es, die Hafenarbeiter von Le Havre und von Caracas vor übermäßigen Alkoholgenuss zu bewahren. Das ist mir nicht gelungen. Ein wenig der Ladung kam auch im Verdeidigungsministerium an. Immer noch besser als Panzer.

Die Ausreißer haben nach 30 km einen Vorsprung von 1:30 Minute. Das wird schnell mehr.  137 km bei der Sprintwertung sind es 5:44 Minuten. Andrea Pasqualon vom Team Wanty Gobert holt sich die 1500 Euro.

Es geht durch die selbe Gegend wie 2013. Damals fuhr man noch am Vortag auf den Mont Ventoux und startete nach einem Ruhetag in Vaison la Romaine. Ich glaube der Ruhetag war noch heißer als heute.. Ich erinnere mich gut. Es war heiß damals und es bildete sich Windstaffeln. Der Wind wurde einigen Favoriten zum Verhängnis.

Der beste Fahrer der 33 köpfigen Spitzengruppe ist Xandro Meurisse von Wanty mit 28:35 Minuten Rückstand. Auch Herrada, Mollema und Van Avermaet dabei.

84 km vor dem Ende beginnt es zu regnen. Aber nur kurz. Am Ziel in Gap soll es gewittern. Die Spitzengruppe fährt 13 Minuten vor dem Feld. 35 km vor dem Ende zerfällt die Spitzegruppe. Der vordere Teil hat einen Vorsprung von über 15 Minuten. Aus dieser Gruppe wird der Sieger kommen. Das heißt aber nicht, dass die Favoriten im letzten Anstieg stillhalten. Anstieg beginnt rund 15 km vor dem Ende.

Wider besseres Erwarten kann sich Matteo Trentin vom  Team Mitchelton Scott am Ende absetzen und das das Rennen gewinnen. Die Favoriten liegen zu diesem Zeitpunkt 12 km zurück. Im Aufstieg zum letzten Gipfel tut sich aber nichts und so radeln sie gemeinsam dem Ziel entgegen. Das dauert aber 20 Minuten länger. Xandro Meurisse vom Team Wanty hat heute mit seiner Flucht einige Plätze gut machen können.

Ergebnis >>>>

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