Sa. Okt 19th, 2019

Schöne Medikamente

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Schöne Medikamente

Schöne Medikamente. Was ist Doping? Was nicht?  Nun die Definition ist ganz klar. Dopingmittel sind diejenigen, die auf der Liste der WADA stehen. Haben Verbände dazu eigene Regelungen, so können diese nichtig sein, wenn die WADA dies ausdrücklich erlaubt. Der Fall Luitz und seine Sauerstoffzufuhr hat da Klarheit verschafft.

Jetzt könnte man die WADA für den obersten Gesundheitsschützer der Athleten  halten. Das ist jedoch zu bezweifeln. Die WADA hat als erste Funktion, die Aufrechterhaltung ihrer eigenen Interessen.

Die meisten Dopingfälle sind nicht von der WADA und ihren nationalen Pendants aufgeklärt worden, sondern von Whistleblowern und staatlichen Behörden. Es gibt natürlich auch NADA´s die sich bemühen. Oft sind ihnen aber die Hände gebunden. Es gibt viele Athleten die behaupten, gedopt gewesen zu sein, obwohl sie es waren.

Aber reden wir lieber von den legalen Methoden der Leistungssteigerung. Wir reden nicht davon, dass Experten welche das Blutbild der Athleten überwachen, davon ausgehen, dass sich das Blutbild der meisten Athleten seit dem Dopingskandalen nicht wesentlich verbessert hat.

Nein, wir reden von den Schlupflöchern. Das Wichtigste sind die Ausnahmegenehmigungen durch die WADA. Die sogenannten TUES. Sie sind für die Athleten eine Einladung, sich über ihren Sportarzt mit Medikamenten zu versorgen, die auch die Leistung steigern. Wir reden hier in erster Linie von den Ausnahmegenehmigungen bei den Asthamitteln. Die Nebenwirkungen dieser Mittel sind im Ausdauersportbereich besonders erwünscht. Es gibt auch Athmamittel wie Sabutamol, für die keine TUES erforderlich ist. Hier müssen dann bestimmte Grenzwerte eingehalten werden. In jeden Fall erhöhen diese Mittel die Sauerstoffaufnahme. Salbutamol hat auch eine anabole Wirkung. So wundert es nicht, dass viele Ausdauerathleten asthmakrank sind. Auch viele Fußballer gehen diesen Weg.

Natürlich gibt es noch andere Mittel zur Leistungssteigerung. Solange diese nicht auf der Liste der WADA stehen, kann jeder Athlet behaupten, dass er nicht dope. So gibt es viele Mittel, die noch in der Erprobung sind oder dessen Zulassung wegen der schwerwiegenden Nebenwirkungen für die Gesundheit verweigert wurden. Die Spezialisten der Dopingszene untersuchen alle diese Forschungen dahin, ob sie zum Vorteil von Sportlern angewendet werden können. Der Nachbau findet dann in speziellen Labors statt.

Das holländische Team Visma Jumbo hat jetzt in Eigenregie gehandelt. Sie verbietet ihren Athleten das Mittel Thyrax einzunehmen. Thyrax ist ein Medikament gegen Schildrüsenerkrankungen. Es steht nicht auf der Dopingliste. Das Hormonpräparat wurde von einigen Athleten bei den letzten Olympischen Winterspielen  angewandt. Die holländische NADA versuchte es vergeblich auf die Dopingliste der WADA zu setzen. Wegen der enormen Nebenwirkungen, wie ein erhöhtes Herzinfarktrisiko, schließt  nun Visma Jumbo seine Sportler aus dem Team aus, auch wenn sie  aus medizinischer Sicht  Thyrax wirklich benötigen sollten. Dazu muss man bemerken, dass es im letzten Jahr einige Fälle von Herzinfarkten im Radsport gab.

Siehe auch: Wie dopt man eigentlich,ohne dass es auffällt?

 

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