So. Okt 13th, 2019

Radsport. Es wird auch noch woanders Rad gefahren

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Die Tour de France überschattet im Juli alles. Ein paar tausend Journalisten konzentrieren sich im Juli auf das Radsportereignis  Nummer eins. Natürlich zu Recht.

Das Problem ist nur, wenn sich eine Masse Vögel um eine einzige Kirsche streitet, dann wird es schwierig. Man will in die Schlagzeilen und andere sind es schon. Da nur die Klicks zählen, sind der der Erfindungsgabe keine Grenzen gesetzt. Vor allem, wenn einem der Chefredakteur zu Hause auf den Socken steht und ständig fragt, warum immer nur die anderen es schaffen bei Google ganz oben zu stehen. Viele Zeitungen kaufen ja auch die News nur von einem einzigen Verteiler. Da muss man dann die Überschrift ein wenig abändern und so steht der gleiche Artikel unter verschiedenen Namen bei Google news. Wenn ich meine Pressepressespiegel veröffentliche, sehe ich das zu Tour Zeiten jeden Tag.

Aber es gibt auch die anderen Sachen. Heute morgen habe ich zum Beispiel bei Google eine Überschrift einer bekannten deutschen Zeitung gefunden. Natürlich an erster Stelle. ” Ullrich ist der Größte, aber….”. Das ist Interview mit Buchmann ist ja gar nicht so schlecht. Der Junge hat ganz gute Antworten. Aber… . Wer mit den Haien schwimmen will, muss auch das dann in Kauf nehmen.

Andere Schlagzeilen sind auch nicht von schlechten Eltern. 

Das aber Radsport woanders auch noch auf der Agenda steht, ist meist nur in den Fachjournalen zu erfahren. Da gibt es Menschen oder Radrennen, nach denen kräht kein Presse Hahn. Die meisten wissen nicht, dass es das Rennen oder den Radsportler überhaupt gibt.

Ich rede jetzt nicht nur von der Tour of Qinghai Lake. Das Team Bike Aid hat immerhin ein gewisse Renommee. Und wenn es in Deutschland fährt, werden die Jungs auch schon in der Zeitung erwähnt.

Nein, ich rede jetzt mal von der Tour of Venezuela. Ja, man soll es nicht glauben, auch da gibt es Radrennen. Zur Zeit wird die 56. Ausgabe der Vuelta a Cyclista a Venezuela ausgetragen. Ein 2.2. Rennen, also etwas für die kleinen Jungs. Wie die Tour de Bretagne oder so. Schon mal davon gehört?  Das Rennen dauert 8 Tage und hat 990 km Länge. Ja, so was sollten wir mal in Deutschland haben. Das haben sie nur in Krisenländern wie Mali oder Venezuela oder so. Die gestrige Etappe hat Orluis Aular gewonnen. Der kommt aus Venezuela und von dem haben weder sie noch ich bislang etwas   gehört. Weil. Ja, weil wir uns ja immer mit den ach so wichtigen Dingen beschäftigen. Die werden uns in appetitlichen Klickzahlen immer an erster Stelle auf dem Tablet Google serviert.

 

Also gut, reden wir über die Leute, über die keiner redet. Übrigens, über Buchmann hat vor gar nicht langer Zeit auch niemand geredet. Reden wir über Orluis Aular aus Venezuela, dem Sieger der 6. Etappe der Venezuela Rundfahrt. Der Junge ist 1996 geboren. Also schon 23 Jahre alt und hat dieses Jahr für sein Team Matrix Power Tag schon 5210 km gefahren. An 46 Renntagen. Matrix Power Tag gehört zu den Continental Teams, wie die meisten deutschen Teams auch. Es gibt kein deutsches Team in der 2. Liga (PCT), nur zwei in der World Tour.

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Für dieses Team hat Orluis Aularin diesem Jahr in aller Welt Rennen bestritten. In Spanien, Japan und halt Venezuela. Einige der Rennen im Ausland hatten sogar die Kategorie 2.1. Das heißt, die ganz großen Teams durften mitfahren. Haben sie auch gemacht, wie z.B. bei der Vuelta Castilla y Leon oder der Vuelta Ciclista Comunidad de Madrid.

Bei einigen Rennen hat Orluis Aular Etappensiege herausgeholt, bei anderen hat er die Gesamtwertung gewonnen. So bei der Tour de Kumano in Japan. Aular ist als ein guter. Trotzdem kennt ihn Europa kaum jemand. Aber jetzt kennen sie ihn ja und achten vielleicht auch einmal Menschen und Sportereignisse, die nicht so im Mainstream der Zeit stehen.

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