Do. Aug 22nd, 2019

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Paris Roubaix. Durch die Hölle?

5 min read

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Der Champs Elysee ist , besetzt. Nicht durch die Gelbwesten. Nein die Marathonläufer haben die Prachtmeile okkupiert. Paris Roubaix hat damit sowieso zu tun, denn man startet seit Jahren vor dem Schloss von Compiegne. Vor Jahren waren wir einmal mit unseren Segelboot in Compiegne um dann von dort aus nach Paris zum Finale der Tour de France zu fahren. 

Von Compiegne geht  also nach Roubaix, über 257 km. Die ersten 100 km sind ohne Pflastersteine. Da stehen nur wenig Leute. Vor allem keine Belgier. Die stehen neben den Pflastersteinen im Norden des Landes. 29 dieser Abschnitte stehen wieder auf dem Programm. Damit die Fahrer nicht den Überblick verlieren, sind sie rückwärts nummeriert. Wenn also die 1 auf dem Plakat steht, wissen die Jungs, dass die Tortur wieder einmal vorbei ist. Aber viele kommen nicht im Stadion von Roubaix an. Die Strecke Fordert ihren Tribut. Nicht nur Blut und Knochenbüche diagnostizieren das Ende Reise. Auch Materialschäden, Erschöpfung oder einfach keinen Bock mehr auf diese Scheiße sind die Gründe für das gegen Ende immer mehr abnehmende Teilnehmerfeld. 

 

Es gibt zwei deutsche Sieger bei der Rundfahrt. Joseph Fischer hat gleich die erste Ausgabe von Paris Roubaix gewonnen. Das war wohl 1896. Dann dauerte es lange bis der zweite kam. John Degenkolb bekam 119 Jahre später in Roubaix den Pflasterstein in die Hand gedrückt.

Da Wetter ist heute gut. Wie übrigens in den vergangenen Jahren. Lediglich 2015 bei der Tour de France, als Tony Martin die verkürzte Etappe über die Pflastersteine in Cambrai gewonnen hatte, war es ein wenig schlechter.

Wer sich aktuell auf dem Laufenden halten will, findet den Liveticker der ASO auf Englisch hier.>>>>>

Es zeigen sich jetzt schon im Vorfeld schon einige Fahrer. Man kann aber davon ausgehen, dass diese Jungs heute nichts mehr vorhaben. 216 km vor dem Ende haben Marco Mercato und Mads Pedersen einen Vorsprung von 20 Sekunden. Die haben heute Nachmittag nichts mehr zu tun.

In den ersten Sektor geht eine große Gruppe. Das Peloton liegt 54 Sekunden dahinter.

Das es nicht regnet ist heute nicht das Problem. Das Problem ist der Staub über den Pavees. Wer vorne fährt hat noch Glück. Wer hinter den Autos fahren muss hat die Arschkarte gezogen. Der hat für den Tag seine Feinstaublunge weg.

Irgendwann kommen die Jungs auch an der Stelle vorbei wo Michael Goolaerts einen Herzinfarkt erlitten hatte.

Schon auf den auf den ersten Pavees gibt es Pannen. Einige der Favoriten wie Greipel, Kristoff und Trentin müssen den Hinterreifen wechseln.

139 km vor dem Ende geht es durch den Sektor von St. Python. Hier hatten wir bei der Tour de France 2015 gestanden. Allerdings kamen die Jungs damals noch aus der anderen Richtung. Irgendwo muss ich noch den Bierbecher haben.

Die Jungs hinten geben jetzt ordentlich Gas. Der Vorsprung der der Spitzengruppe sinkt unter 30 Sekunden. Im Peloton macht Jumbo Visma das Tempo. Vorne sind sie sich nicht mehr einig. Nils Politt vom Team Katusha hat nicht mehr die Lust oder die Kraft die Gruppe am Laufen zu halten.

Vor den schwarzen Sektoren kommen alle wieder zusammen. Jedenfalls die, die sich vorderen Bereich befinden. Jetzt werden die Karten neu gemischt und es bilden sich neue Konstellationen. Vor dem Wald von Arenberg versuchen sich die Favoriten an die Spitze zu setzen. Zunächst geht es durch das Pavees von Wallers. Hier kann man auf dem Randstreifen fahren. Im Wald von Arenberg nicht mehr. Am Ende des Sektors fällt Mohoric von Bahrain Merida durch einen Sturz den Rost.

Greg Van Avermaet von CCC führt das Feld in den Wald von Arenberg. Man glaubt nicht schnell die Jungs da durchfahren. Wout Van Aert Von Visma Jumbo kollidiert mit Peter Sagan, hat ein technisches Problem und muss auf den Service warten. Stijn Vandenbergh von Ag2R kommt mit 8 Sekunden Vorsprung aus dem Wald heraus. Van Aert hat 40 Sekunden Rückstand. Das Feld arbeitet zusammen. Gegen Wout van Aert.

86 km vor dem Ende kommt Wout Van Aert ins Peloton zurück. Noch 17 Sektoren gilt es zu bewältigen.

Wout Van Aert hat heute irgendwie die Kacke am dampfen. Er muss das Rad wechseln und legt dich kurz darauf mit dem neuen Fahrrad auf die Backe. Die Aufholjagd beginnt von neuen. Noch sind kilometermäßig mehr als die Hälfte der Pavees zu bewältigen. 72 km vor dem Ende ist Van Aert wieder zurück.

66 km vor dem Ende geht eine Gruppe mit Nils Politt, Philippe Gilbert von Deceuninck, Kreder und Rüdi Selig von Bora hansgrohe. Ist da jetzt eine Vorentscheidung? Das Tempo vorne ist hoch und Kreder fällt zurück. Die drei anderen könnten sich das Podest teilen. Noch sind es allerdings nur 23 Sekunden Vorsprung, die die drei Fahrer zu ihrem Gunsten haben.

53 km vor dem Ende löst sich eine Gruppe mit Peter Sagan und Wout van Aert aus dem Restfeld und nähert sich der Spitzengruppe. Rüdiger Selig fällt aus der Gruppe vorne raus unterstützt nun Sagan. Das dauert aber nicht lange und Selig ist am Ende seiner Kräfte. Gilbert versetzt Politt und macht es alleine. Er hat seinen Teamkollegen Yves Lampert in der Verfolgergruppe. Da braucht er nicht taktieren.

Wout van Aert ist der erste, der nicht mehr mithalten kann. 14 Km vor dem Ende erfolgt dann der Angriff von Nils Politt. Nur Philippe Gilbert kann ihm folgen. Sie kommen unbeschadet über die letzen Pflastersteine. Auch die Bahnschranke ist offen. Gilbert fährt taktischer, die Pavees von vorne, sonst hält er sich im Windschatten. Die beiden kommen zusammen auf die Bahn in Roubaix. Gilbert hält sich lange in der hinteren Position. Vor der letzten Kurve zieht er nach unten. Politt kann die Lücke nicht mehr schließen und verliert. Dritter wird Gilberts`s Teamkollege Yves Lampaert.

Ergebnis >>>>>>

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