Paris Roubaix. Der Herzensbrecher

Radsport hat in erster Linie etwas mit Emotionen tun. Man kann davon ausgehen, dass wir alle, die sich damit beschäftigen einen an der Klatsche haben. Es ist sonst nicht vorstellbar, dass sich erwachsene Männer mit so einem Scheiß wie Paris Roubaix abgeben. Das sind ja nicht nur die Radfahrer, die sich auf diesen beschissenen Pflastersteinen abmühen, auch die anderen darum haben sie nicht mehr alle. Selbst das Leuchten in den Augen der begleitenden Motorradpolizisten zeugt vom Ausbruch der Krankheit. Dabei fängt alles ganz normal an. Zunächst 100 km lange schöne glatte französische Landstraßen. Aber dann fangen die Jungens an zu Beißen. Man möchte unbedingt vorne mit dabei sein. Der sportliche Leiter spielt hinten im Mannschaftswagen  Maestro und dirigiert seine Truppen. Schade, das die Flöten und Geigen auf dem Geröll so schnell kaputt gehen. Da zerbröselt manche voll Euphorie geplante Theorie zu Staub. Den gibt es reichlich. Übrigens. Wenn die Sonne scheint und es trocken bleibt. Wenn es regnet oder schneit, dann kommt der Schlamm.

Dieses Mal sah es lange Zeit sehr geordnet aus. Aber dann kamen die Verluste. Manche Fahrer hatten Pech, andere konnten nicht mehr. Manche fuhren 30 km vor dem Ziel ganz vorne mit. Doch plötzlich versagten die Kräfte und man wurde gnadenlos durchgereicht. Auf 30 km 20 Minuten verloren, das bricht einem das Herz. Da sagt man bestimmt nicht, schon morgen da fahre ich wieder so ein Rennen. Nein, sicher nicht. 

Ein Wout Van Aert wird diesen Tag auch vefluchen. Dreimal hat er sich mit voller Kraft wieder nach vorne kämpfen können. Sich in der entscheidenden Spitzengruppe etablieren können und dann gehen 20 km vor dem Ende die Lichter aus. Wenn man dann nicht mal mehr in der Verfolgergruppe mithalten kann, dann wird es bitter. 1 oder 2 Minuten Rückstand sind ja gar nicht so schlecht. Aber wenn man gewinnen will und kann, dann ist es die Hölle des Nordens

Viel schlimmer muss es für Nils Politt sein. Die entscheidende Attacke gesetzt, alles richtig gemacht und dann wieder von einen anderen Fahrer gestellt worden zu sein. Einen , der es sich gemütlich macht, einen der einen arbeiten lässt und einen, der einen dann 100 m vor dem Ziel abzockt. Das kann einem schon das Herz brechen. Oder?

 

 

 

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