La Planches des Belles Filles und die Tour des France

La Planches des Belles Filles und die Tour des France

Jetzt hat auch Thibaut Pinot vom Team FDJ  bekanntgegeben, dass er 2019  die Tour de France fahren will. Die Presse hofft natürlich immer auf einen Nachfolger von Bernard Hinault, der 1985, lang lang ist es her, die Tour de France gewonnen hatte. Eines seiner Argumente ist aber der Anstieg nach La Planche de Filles. Ihm würde diese Etappe besonders liegen.

La Planche des Belles Filles wird jedes Jahr von Les Trois Ballons,  einem 200 km langen Rennen, im Frühjahr angefahren. Aber auch die Tour de France hat in der kleinen Skistation schon des öfteren Station gemacht. Der Schlussanstieg ist spektakulär. Besonders die letzten 200 m auf der asphaltierten Skipiste. Im Winter sieht man dort nur Schnee.

 

2014, bei der 101. Austragung der Rundfahrt, war La Planche des Belles Filles das Ziel. Ich  bin damals nur bis zum 680 m hohen Col des Croix gekommen. Eigentlich stand ich schon zu Beginn des Anstieges in Thillot. Es war der 14. Juli, der Nationalfeiertag der Franzosen. Den wollte ich mal in einem kleinen Ort verbringen. Viel passiert ist diesbezüglich nicht, außer dass die Tour de France vorbei kam. Die größte Aufregung seit langem.

Das ließ uns jetzt nicht ruhen und so haben wir letztes Jahr das restliche Teilstück bis nach Les Planches des Belles Filles abgefahren.

Am Col de Croix zweigt die Strecke die Strecke auf eine kleine Nebenstraße ab. Das Bauarbeiterschild “die Strecke ist gesperrt” ignorierten wir. Dann ging es 20 km auf einer kleinen 3,5 m breiten Straße durch die Hochwälder der Vogesen. Wunderschön, nur Wald, keine Aussicht, keine Häuser und immer die Option wegen einer unpassierbaren Straße umkehren zu müssen. Die Option kam auch in Form eines Baggers und eines Erdhaufens. Aber es war Sonntag und die Straße war zur  Hälfte passierbar. Zum Glück gab es keine weiteren Überraschungen. Wäre ja schade gewesen nach 19,5 km, kurz vor dem Ende, umkehren zu müssen.

Die Straße nach Les Planches des Belles Filles  ist dann wieder breiter. Der Verkehr zur Skistation rollt von der anderen Seite des Berges an. Wenn man über den flachen Parkplatz der Station fährt, könnte man meinen, man hätte es schon fast geschafft. Aber dann kommt noch eine 180 Grad Kurve und es zieht einem 200 m lang nochmal die Schuhe aus.

La Planche des Belles Filles. Natürlich assoziiert der Name die Vorstellung von ein paar hübschen Mädchen die dort oben in einem romantisch gelegenen See baden. Vielleicht sogar hüllenlos. Wir sind doch in Frankreich.

Aber die Geschichte um den Namen hat einen viel schlimmeren Hintergrund.

c WikipediaPlanche de Belles Filles

Er stammt aus der Zeit der Religionskriege. Die gibt es nicht nur heute, die gab es auch damals vor 400 Jahren und davor auch schon unzählige Male.

La Planche des Belles Filles betitelt die Geschichte, von den jungen Frauen des Ortes Plancher-les- Mines am Fuße der Berges.

Planche de Belles Filles

Die jungen Frauen des Ortes haben sich oben in den Bergen vor den heranrückenden schwedischen Truppen verborgen. Trotzdem wurden sie aufgespürt. Bevor sie vergewaltigt und ermordet werden konnten, sind sie freiwillig von einer Planke in einen See gesprungen und ertrunken.

Das Denkmal mit der Planke steht noch oben auf dem Berg. Die Skistation trägt den Namen dieses Ortes. Ob die Geschichte sich so zugetragen hat weiß ich nicht.

Leider kann ich auch nicht sagen, dass sich die Verhältnisse gebessert hätten. Jeder kennt die schlimmen Attentate in 

Frankreich. Obwohl die Durchfahrt der Tour de France und deren Werbekarawane für die Menschen eine Art fröhlicher Karneval ist, sind die Sicherheitsvorkehrungen der Behörden enorm.

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