Jonas Koch steigt in die 3. Liga ab 11.12.2018 (hh)

 

11.12.2018 (hh) Da kommt sicher bei dem Betroffenen keine Freude auf. Des einen Freud, des anderen Leid. So heißt es nun mal. CCC hat sich bei BMC eingekauft und ist in die erste Liga des Radsports aufgestiegen. Die orangen Trikots werden jetzt an jedem Rennen der World Tour teilnehmen dürfen und so dicke Kohle machen können. Die Betonung liegt auf können.

Wenn zwei Teams wie BMC und CCC fusionieren, bleiben sicher einige Fahrer auf der Strecke. Zum einem stellt BMC schon einige Weltklassefahrer zur Verfügung, zum anderen ist das polnische Team auch den gegenüber den eigenen Landleuten verpflichtet. So kommen dann unter Umständen einige Leute ins Spiel, die vielleicht eigentlich nicht die Klasse hätten in der World Tour mitzufahren. Man kennt das aber auch vielen anderen Teams, die mit Rücksicht  auf die Sponsoren zumindest einen oder zwei Fahrer aus einem Land mitschleppen, die es aus eigener Kraft nicht in die Teams schaffen würden.

Profi Radsport ist nicht zuletzt ein von der Werbung abhängiges Showgeschäft. Bei aller Leistung.

Jonas Koch war wohl im richtigen Team, hatte aber die falsche Nationalität. Ich denke, als Pole wäre er sicher dabei gewesen. In der UCI Rangliste liegt nur ein Fahrer des Teams, Lukasz Owsian (Rang 199, 317 Punkte) vor ihm. Jonas Koch liegt auf Rang 263 und hat 299 Punkte. Aber auch andere wie der Slovene Jan Tratnik ( UCI Rang 97, 663 Punkte) kamen nicht ins World Tour Team.

 

Das tröstet dann wenig. Jonas Koch kann nicht in Deutschland in der 2. Liga der Procontinental Teams auf die nationale Karte setzen. Es gibt  keine deutschen Procontinental Teams. Zwar haben einige Teamleiter die Absicht bekräftigt in diese Liga aufzusteigen, ab es fehlt in einem der reichsten Länder Welt schlichtweg am Geld. Die Bedingungen der UCI  für ein solches Team orientieren sich am einem Standard, der allen Beteiligten, besonders den Fahrern, ein gesichertes Auskommen garantiert. Das sind anscheinend Bedingungen, die in diesem Land schlecht akzeptiert werden. Gut, die Geiz ist geil Welle ist nicht in allen Sportarten die Regel. Dort verteidigen die Cliquen mit sehr hoher Energie ihre Interessen. Dopingvorwürfe werden beispielsweise  sofort negiert. Zu groß ist die Interessenslage aller  Beteiligten.

 

Was heißt das für Jonas Koch? Er wandert zum Team Heizomat ab. Sicherlich kein schlechtes Team, aber eben dritte Liga.  Sein gesicherter finanzieller Status ist weg. Bei den Procontinental Teams haben die Fahrer Anspruch auf einen Mindestlohn von rund 50000 Dollar. In den Ligen darunter gibt es keine Regelungen.

 

Wenn man sich das neue World Tour Team CCC anschaut, dann wird man sehen, dass es sich natürlich verstärkt hat. Das Team wurde um den Belgier Greg Van Avermaet aufgebaut. Der Olympiasieger hat natürlich einige seiner Landsleute ins Team geholt. Guilliaume Van Keirsbulk hatte zuletzt die Antwerp Port Classics gewonnen. Simon Geschke, der einzige Deutsche im neuen Team, ist von Sunweb abgeworben worden. Obwohl Geschke im UCI Ranking nur auf Platz 74r liegt, hat man ihn Jonas Koch vorgezogen. Man setzt wohl auf dessen Erfahrung bei den Grand Tours. Anscheinend ist UCI Weltrangliste kein Kriterium für CCC und die anderen Teams gewesen. Die müssten sich eigentlich mit allen 10 Fingern nach Jonas Koch lecken. Der liegt nämlich in diesem Ranking weit vor Fahrern wie Marcel Kittel, Tony Martin oder Marcel Sieberg. Es sollte doch das Leistungsprinzip gelten und  da könnte ein Fahrer wie Koch ein wertvoller Fahrer für ein großer Team sein.

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