Mo. Sep 16th, 2019

Jesus Herrada holt sich den Ruhm auf dem Mont Ventoux

3 min read

Jesus und der Berg. Ne das war Moses. Der Mont Ventoux ist für viele Radsportfans der heilige Gral. Nahezu jeder will mal hochgefahren sein. Ich es auch. Mit dem Auto und dann runter.  Das war viel einfacher und deutlich mehr Spaß gemacht, als den verschwitzten Hochgarern in die Augen zu schauen. Zugegeben, am Denkmal von Tom Simpson bin ich  vorbeigerauscht. Hab es gar nicht gesehen, standen wohl zu viele Wohnmobile davor. Ein toter Radsportler, in allen Ehren, aber ein Kind seiner Zeit und ohne Doping wäre vielleicht noch am Leben. Auf den Mont Ventoux ist er jedenfalls auch nicht hochgekommen. 

Bitte ersparen sie weitere Anmerkungen zum Thema Doping und Sport. Es sollte nun mal aufhören.

Wer mir wegen meiner Abfahrt vom Ventoux mangelnde Eier vorwirft, dem empfehle ich eine Winterbesteigung des Mont Blanc. Solo. Ich meine, wenn man ganz ganz alleine da oben steht.

Die heutige Fahrt auf dem Mont Ventoux konnte man sehr im Internet beobachten. Da viele Fahrer wegen der Dauphiné schon in der Gegend waren, nutzen sie die Gelegenheit für ein verschärftes Bergtraining.

Man kann auch Ausscheidungsfahren sagen. Wobei ich mir sicher bin, dass die Jungs viel Schweiß augeschieden haben. Das Rennen wurde in Vaison la Romaine gestartet und führte dann über Sault und noch einigen Berge zum legendären Anstieg. Also, von Sault wäre die Anfahrt sich angenehmer gewesen, aber das blieb den Amateuren am Wochenende vorbehalten. Ab Chalet Renard ist es dann wieder gleich. Dort beginnen die letzten 5 km durch die Kalkwüste.

Zwei Fahrer konnten sich absetzen. Es waren Roman Bardet Groupama FDJ und wie gesagt Jesus Herrada von Cofidis. Herrada hatte zuletzt die Luxembourg Rundfahrt gewonnen. Die Dauphiné nicht, denn da war er aus diesem Grund nicht dabei. Bei den vielen Bergankünften in Luxembourg hat er wohl auch den Mut zu diesem Alleingang mit Bardet gefunden. Vor allen aber den Mut, Bardet, den ausgewiesenen Bergfloh und Kletterkönig der Tour de France, auf den letzten Metern mal stehen zu lassen.

Ein Spanier besiegt einen französischen Berggott auf dem Mont Ventoux. Soweit sind nun schon gekommen.

Ach so, hab ich fast vergessen. Wenn sie in der Provence am Meer Urlaub machen, kann man den Berg an klaren Tagen auch vom Meer aus in der Ferne sehen. Das geht auch. Ich glaube, der Berg war aufgrund seiner ausgesetzten Lage schon vor dem Radsport ein heiliger Berg und hat nicht Petrarca seine Erstbesteigung des Berges in glühenden Farben geschildert. Das war am 26.4.1336. Wundere mich, dass danach überhaupt noch einer hochgegangen ist. Ich erinnere mich, dass wir auf der Nordseite am Vortag der Etappe auf den Mont Ventoux, die Tour 2013 war es, ja die Nummer 100, mal die Feuerwehr von dieser Seite auf den Berg fahren musste. Ein Franzose hatte die großartige Idee in den Morgenstunden, es war ja noch so kalt, nahe der Straße im trockenen Wald ein Feuerchen zu machen. Es war noch viel passiert, als uns die Blaulicht Karawane überholte und so ließen die Brandfachleute den Herren sein Feuer mit den eigenen Wasserflaschen löschen. Manche müssen eben da hoch.

Ergebnis >>>>>

Aussicht, Provence, Mont Ventoux, Dorf, Frankreich

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