So. Nov 17th, 2019

Jasper Stuyven besiegt die deutsche Armada

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Selten sind bei einem internationalen Rennen so viele deutsche Fahrer am Start wie bei der Deutschland Tour. Damit meine ich nicht die Masse, sondern auch die Anzahl der Oberklassefahrer. Quasi ließt sich die Startliste als das who is who des derzeitigen deutschen Radsports.

Trotzdem kann einem der alte Song “Kreuzberger Nächte sind lang” in den Sinn kommen. Halt nur rückwärts gesungen. Erst fangen sie großartig an, aber dann…..

Der Stimmung tat es sicherlich keinen Abbruch, dass Simon Geschke das Vorspiel zur Nacht von Hannover, das sogenannte Ausscheidungsfahren gewonnen hatte. 25 Fahrer waren am Start, in jeder Runde schied der letzte aus und am Ende gewann Simon Geschke. Der war am Ende auch der beste deutsche Fahrer der Deutschland Tour. Weiß überhaupt nicht, warum der immer so kniepelich in meine Kameralinse guckt.

Nach dem Gewinn der ersten Etappe durch Pascal Ackermann von Bora hansgrohe sah man bei allen nur zufriedene Gesichter.

Geht doch. Auch Bora hansgrohe kann bei der Deutschland Tour gewinnen. So der einmütige Tenor. Dass einige Journalisten dann wieder etwas übermütig werden und Ackermann den Toursieg anhängen wollen, kann nur der guten Stimmung oder dem Unwissen geschuldet sein. Das ist nun mal typisch deutsch, erst hoch hinaus und dann im Keller die Erpsen zählen.

Lange sah es auch gar nicht so schlecht aus. Buchmann, Geschke und Politt hielten sich in Stellung. Nach der zweiten Etappe war alles noch im grünen Bereich. Dann kam der schwarze Samstag für Nils Politt vom Team Katusha Alpecin, der sich auf der Eröffnungspressekonferenz noch voller Hoffnung zeigte. Immerhin war er der Vorjahreszweite und der Vorjahreserste war nicht mit dabei. Doch die 1:20 Minuten, die er in den Anstiegen um Eisenach aufgebrummt bekam, ließen seine Siegesaussichten extrem schwinden. Buchmann und Geschke blieben noch im Rennen. Die 17 Sekunden Rückstand bei der 3. Etappe waren sicher nicht nötig gewesen. Doch schon beim Einschreibprotokoll am Morgen in Eisenach machten sich beide keine Hoffnungen mehr auf den Gesamtsieg. Und so kam es dann auch. Simon Geschke endete als bester Deutscher auf dem 12. Rang.

Ich bin die Liste mal durchgegangen. 37 deutsche Fahrer waren am Start, von 131 insgesamt. Da könnte man jetzt sagen, einer von denen sollte doch die Eier haben und die Rundfahrt abschießen. Aber der Profi Radsport kann nicht nur durch die nationale Brille betrachtet werden. Es zählt der Sieg der Mannschaft und das ist keine Nationalmannschaft. Da müssen halt alle ihre eigenen Wünsche und Ziele ein wenig unterordnen.

Trotzdem wäre es ganz schön, wenn ein heimischer Fahrer mal wieder zu Hause ein großes Radrennen gewinnen würde. Das gäbe sicher einen Motivationsschub in vielen Bereichen. Es muss ja nicht die Deutschland Tour sein.

 

 

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