Fr. Okt 18th, 2019

Giro D`Italia. Ewans fährt nach Pesaro.

4 min read

Für den heutigen Tag hatte ich mir viel vorgenommen. Gestern Abend. Am Morgen sah das dann anders aus. Heute stand die längste Etappe auf dem Programm. 239 km und ich hatte noch zusätzlich 80 km bis zum Start vor mir. Dafür möchte ich die gestrigen Erlebnisse mit den Wildscheinen und den Wölfen nicht missen. Mann, wann steht schon mal ein ausgewachsenes Wildschwein direkt vor einem? Wenn man in den Spiegel schaut? Und dann gleich vier wilde freie rumlaufende Wölfe. Das vergesse ich so schnell nicht. Obwohl der Wolf ja das Wappentier des Giro ist.

Im Morgengrauen verflüchtigten sich die gute Vorsätze. Legt dich wieder hin und warte auf die Sonne. Obwohl ich schon gefrühstückt hatte. Und die Zähne geputzt. Also wieder in die Falle und scheiß auf den Giro. Um acht plagt aber das schlechte Gewissen. Aufstehen. Ganz langsam geht es los. Ich halte in jedem Strandort und fotografiere die künftigen Teutonengrills.

Man bereitet sich langsam auf die Touristensaison vor. Noch liegt auf den nahen Bergen dick Schnee, aber bald werden die Kolonnen anrücken. Dann muss das Geld fürs Jahr in drei Monaten verdient werden.

Ich sehe, das ich auf der Küstenstraße nicht recht voran kommen. Die permanenten 50 km hält zwar keiner ein, aber muss trotzdem auf die Autobahn. Die Strecke abzufahren haben ich mir verkniffen. Es ist jetzt 12 und das Rennen schon lange in den Gängen. Also auf der Autostrada nach Pesaro. Irgendwann überhole ich das Rennen. Das geht auf der Küstenstraße parallel zur Autobahn.

Könnte ja auch ein paar Fotos machen. In einer Einbahnstraße komme ich entgegensetzt auf die Strecke. Die Jungs sind noch vorbei. Ich erkläre der Polizistin, dass ich im Anschluss hinter dem Rennen herfahren werde. Scheiß ein auf die Einbahnstraße. Der Giro geht vor. In Italien jedenfalls. Du musst allerdings die richtigen Aufkleber auf dem Auto haben.

Ich fahre also hinter den Jungs her. Gute Stimmung am Straßenrand und bei der nächsten Gelegenheit, als der Giro in die Berge abbiegt, fahre ich gerade aus. Die Jungs sollen irgendwie auf die Küstenstraße zurückkommen. Ich finde sie nicht mehr. Dafür finde ich einen Mäckes und der hat bekanntlich Internet. Im Gegensatz zum Pressesaal. Auch bekommt man hier einen Kaffee. Den gibt es dort auch nicht.

So folge ich auch dem Rennen. Vorhin waren zwei Fahrer an mir vorbeigekommen. Die waren von den kleinen Teams. Sie hatten vier Minuten Vorsprung vor dem geschlossenen Feld. Es sind Frapporti und Cima.

Sie kommen noch gemeinsam über die ersten Berge. 200 km vor dem Ende wird Cima eingeholt. Frapporti macht es alleine. Sein Vorsprung ist im Sekundenbereich. In den Bergen ist Pascal Ackermann von Borahansgrohe zurückgefallen. Der wird jetzt nicht den Kittel machen. Doch dann findet er wieder Anschluss. Die Zielgerade ist flach und könnte was für ihn sein und er freut sich doch so gerne.

Frapporti wird zunächst von Davide Cimolai von der Israel Cycling Academy eingeholt. Wenig später sind die beiden Geschichte.

Den Versuch versuchen Verwaeke, Biddard und Ciccone. Es gelingt ihnen nicht. 6 km vor dem Ziel werden sie gestellt. Die Sprinter haben Blut geleckt und sortieren sich. Ackermann ist mit dabei.

Noch sind 2 km zu fahren, es ist flach und keiner wird mehr weggelassen. Ewan, Viviani oder Ackermann? Einer wird es machen. Caleb Ewan hält sich an das Hinterrad von Ackermann. Diesmal gelingt es. Er kommt aus dem Windschatten von Ackermann und segelt an ihm auf den letzten Metern vorbei. Das war natürlich ein Anfängerfehler von Bora hansgrohe. Am Hinterrad vom eigenen Sprinter sitzt ein Mann von Bora und nicht das Sprintass von Lotto Soudal. Oder war man so überheblich geworden, wegen der zwei Siege von Ackermann, dass man sich für Siegfried hielt. Nun, Ewan hat die Stelle mit dem Eichenblatt gefunden. Viviani wurde zweiter und Ackermann dritter.

Ergebnis >>>>>

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