Giro D`Italia. 4. Etappe. Wir fahren um Rom herum.

Heute morgen habe ich unter Palmen gefrühstückt. Na, es war eher ein frugales Mahl. Einen Karo Kaffee und ein Käsebrot mit Gurken. Das Foto lässt den Unbedarften aber eher von der Karibik träumen. Wobei ein Freund, dem ich dass Bild whatapste, mir erst mal empfahl, das Auto aufzuräumen. Ist das nun Neid?. Ich glaube, das ist mein Alltag. Ich denke es ist wunderbar und andere denken, was für eine Katastrophe. Ich werde mich mit knapp 64 nicht mehr ändern und mach mein Ding. Auch wenn es nicht mit Bier und Kaviar im Hilton endet.

Heute wollte ich den Start der Etappe in Orbetello fotografieren. Da es noch früh war setzte ich mich in eine Bar und trank einen Expresso. Der kostet nur einen Euro und war noch kleiner. Man schafft, die eh winzige Expresso Tasse, nur zur Hälfte zu füllen- Aber heißen die Autobahnen in Italien nicht auch Superstrada?

Die Karawane ist irgendwie zu schnell für mich. Auch heute habe ich die  wieder verpasst. Das hätte doch mal schöne Bilder in den winzigen Straßen von Orbetello gegeben. 

 

Dann kamen die Jungs mit ihren bunten Bussen an. Ich machte jede Menge Fotos, bis die Akkus kneiften. Da konnte ich dann gehen. Ich hatte die Dinger gestern nicht mehr aufgeladen. Das nennt man unverbesserlichen Optimismus, auch als gnadenlose Blödheit bekannt.

 

Eine kleine Reserve auf der einen Kamera sicherte ich mir noch für ein paar Fotos von den Jungs, als sie durch das Stadttor fuhren. Da hatte ich den Platz alleine. Von dort waren es zum Auto nur ein Schritte und ich konnte mich am Ende des Rennens bequem bis zur Autobahn nach Rom bringen lassen.

Die Jungs bogen aber links ab. Sie mussten erst eine kleine Runde in den Norden drehen.

Die Etappe heute von Orbetello nach Frascati ist mit 235 eine der längeren. Dazu kommen noch 9 neutrale Kilometer. Es gibt auch eine Bergwertung der 4. Kategorie. Die Etappe ist aber nicht  wirklich flach. Es geht über die Berge östlich von Rom. Der kniffige Teil ist der kleine Schlussanstieg nach Frascati. Der ist mit 70 Höhenmetern nicht für jeden Sprinter geeignet.

Nachdem die Jungs einigermaßen trocken in Orbetello losgekommen sind, empfängt sie in den Bergen ein wenig Regen. Drei Fahrer machen sich heute direkt mal auf die Socken. Und fahren schnell über 10 Minuten Vorsprung raus.Es windet ordentlich. Auf der Auto unten am Meer gab es bei Civitavecchia eine Windwarnung. Dafür scheint aber 140 km vor dem Ende wieder die Sonne. Und warm ist es geworden. Am Ziel in Frascati sind es 23 Grad.

Als ich mit meinen Wagen am Ziel ankomme, der Weg um Rom war sehr gut beschrieben, hatte ich mit schlimmer vorgestellt. gab es gleich mal zum Mittagsessen kalten Frascati gereicht. So was hatte ich auch erwartet. Maestri, Frapporti und Cima gehören ja zu den kleinen italienischen Mannschaften. Die müssen immer was zeigen, damit sie wieder eingeladen werden. Obwohl das in Italien für italienische Mannschaften nicht so schwer ist. Für Tour de France gibt es aber kaum Möglichkeiten. Frapporti streckt 100 km die Zunge raus. Die Jungs haben keine Lust Meer, alleine gegen den Wind zu reisen und sinkt der Vorsprung innerhalb weniger Kilometer um eine Minute. Die Jungs wissen eh, was ihnen am Ende blüht. Denn nach 200 km wird es gemein und sind dann 35 km zu fahren. Im Feld macht Lotto Soudal die Pace. Das Feld langgezogen durch das noch recht grüne Umbrien. Trotzdem geht der Vorsprung der Ausreißer wieder über 7 Minuten.

Wir sind schon bei der vierten Etappe, da kann man mal einen Blick auf die Favoriten der Rundfahrt werfen. Roglic, Nibali, Simon Yates, Supermann Lopez und Tom Dumoulin belegen die ersten 5. Plätze. Daran hat sich seit dem Zeitfahren auf der ersten Etappe nichts mehr geändert. Lediglich Mikel Landa vom Team Movistar liegt mit einer Minute schon ein wenig zurück. In der Bergwertung führt Guilio Cyclone vom Team Trek Segafredo mit 18 Punkten Vorsprung überlegen. Daran wird sich auch heute nichts ändern. Das Maglia Cyclamino, das Trikot für den besten Sprinter, ist dagegen härter umstritten. Gaviria führt mit 8 Punkten vor Ackermann und der hat 1 Punkt Vorsprung vor Demare von FDJ. Elia Viviani muss sich seit seiner Disqulifiktion gestern wieder hinten anstellen. Dann haben wir noch Trikot für den besten Nachwuchsfahrer. Hier führt Supermann Lopez mit 19 Sekunden vor Hugh Carthy vom Team Education First.

Es ist also alles in allen ein wenig langweiliger als angekündigt. Zumindest was das rosa Trikot angeht. Roglic kann das sicher noch eine Weile verteidigen.

Wird das der Tag der Ausreißer? Vielleicht wollen sich die Sprinterteams angesichts des letzten Anstiegs nicht wirklich hervortun. Zwar sieht man vereinzelt Leute von Bora hansgrohe und UAE an der Spitze des Pelotons, aber so wirklich ernst machen sie noch nicht. 80 km vor dem Ende sind immer noch an die 7 Minuten. Ein Teamkollege von Frapporti hat seinen Sattel verloren. Auf diesen Straßen wundert mich, dass es nur einen erwischt. Es dauert schon etwas bis der Teamwagen nach vorne kommt.

Marco Frapporti ist der beste in der Gruppe der Ausreißer. Er liegt gut 6 Minuten zurück. Im Moment ist er der virtuelle Leader, das wird Jumbo Visma am Ende sicher nicht zulassen.

Eine Zeitlang sieht es so aus, als ob die Jungs im Peloton die Sache laufen lassen wollen. Dann haben aber wohl die sportlichen Leiter ihren Fahrern gesagt wo Bartel den Most holt und nun fahren sie wieder. 36 Km vor dem Ende liegen sie nur 3:30 zurück. Da gibt es sicher Kasalla hoch nach Frascati.

Dann wird der Tag doch hektisch. Die sportlichen Leiter holen die Peitsche raus und die Pferdchen irren verwirrt durch Ebene auf Frascati zu. Es ist ein Ausscheidungsrennen von der schlimmsten Sorte. Die Pferde sind Panik und es kommen zu vielen Kollisionen. Einige der Kontrahenten bleiben auf der, das heißt sie kommen ins Krankenhaus. Auch auf der Zielgeraden macht sich diese Spannung breit. Schließlich bleibt eine kleine Gruppe von Fahrern übrig. Mit dabei sind die Favoriten in der Gesamtwertung. Vittorio Conti vom Team UAE versucht es als erster und bereut es bitter. Er wird von seinen wenigen Konkurrenten überrannt und endet mit 14 Sekunden Rückstand auf den Sieger. Dieser ist der Kolumbianer Richard Carapaz von Movistar. Der Junge sieht im letzten Anstieg durch und wird trotz extremen Beißens von Caleb Ewan nicht mehr eingeholt.

Roglic und Ackermann sind in der Gruppe dabei und beide bekamen so lila Trikots überreicht. Roglic baut seine Führung in der Gesamtwertung ein wenig aus und Ackermann holt sich das Maglia Ciclamino wieder zurück. Er führt nun in dieser Wertung 7 Punkten vor Arnaud Demare.

Tom Dumoulin erwischte es gründlich. Er war in einem der Stürze verwickelt und erschien gemeinsam mit seinem Team Sunweb über vier Minuten hinter den Sieger im Ziel. Er dürfte es nun schwer haben, den Giro Sieg zu wiederholen. Aber wir sind ja noch nicht mal in der zweiten Hälfte der ersten Woche.

Einige der Jungs kriegen auf den letzten Kilometern durch die Stürze ordentlich Zeit aufgebrummt. Nico Denz von Ag2R schafft es ins Ziel, er hat aber 18 Minuten Rückstand. Ob er sich noch weiterhin so auf den Giro freut?

Marco Frapporti, der erst gegen Ende der Etappe eingeholt wurde, bekam noch über 5 Minuten aufgebrummt. Bei den drei Jungs waren die Batterien am Ende so was von leer.

Ergebnis >>>>

Last 5 Km of Stage 4 (8:44 English, restricted to U.S. and Canada) — fubo
Last 2 Km of Stage 4 (10:26 Basque) — eitb
Last Km of Stage 4 (03:05 English, restricted to Europe) — eurosport
Last Km of Stage 4 (02:54 Spanish, restricted to Latin America) — espn
Last Km of Stage 4 (00:22 Ambient) — giroditalia
7 km to go: big Stage 4 crash takes out some GC riders (00:45 English) — @flobikes
7 km to go: big Stage 4 crash takes out some GC riders (01:38 English, restricted to Europe) — eurosport
The two crashes at 12 and 7 km to go, Stage 4 (02:08 Basque) — eitb
Bloodied Dumoulin finishes Stage 4 (02:43 Basque) — eitb
Winner’s Interview from Stage 4 (02:37 Spanish) — CyclingProNet
Winner’s Interview from Stage 4 (01:21 Spanish) — giroditalia
Race Leader’s Interview after Stage 4 (01:19 English) — CyclingProNet
Race Leader’s Interview after Stage 4 (01:25 English) — giroditalia
26 Big Photos from Stage 4 (descriptions to come) — rcs/corvos/bettini
Stage 4 Finish Montage (00:46 Music) — giroditalia
Stage 4 Highlights (03:03 English) — gcn
Stage 4 Analysis (09:00 English) — gcn
Resumé Etape 4 (03:03 French) — gcn
Highlights Etappe 4 (03:03 German) — gcn
Destaques Etapa 4 (03:03 Portuguese) — gcn
Destacados Etapa 4 (03:03 Spanish) — gcn
Extended Highlights from Stage 4 (10:22 English, restricted to Europe) — eurosport
Stage 4 Analysis w/ R Moore, L Birnie, D Friebe (46:26 English) — cyclingpodcast

Stage 4 Pre start interviews (01:52 English) — giroditalia

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