Doping. Wie dopt man eigentlich, ohne das es auffällt?

Wenn deutsche Athleten vorne liegen, dann hört man oft die Massen schreien. Jetzt geht es los! jetzt geht es los. Geht es nur mit Doping?

Es gab ja schon zahlreiche Dopinggeständnisse mit Hinweisen auf eine internationale Dopingszene. Nur sind die Ermittlungen meist im Sand verlaufen. Das liegt natürlich auch oft daran, dass die Innenministerien der Staaten sowohl für den Leistungssport als auch für die Polizeiarbeit zuständig sind. Viele Sportler sind ja auch direkte Untergebene der Sportförderer. Diese haben zudem die Kriterien für die Leistungsförderung an den Standard von gedopten Sportlern angepasst. Wer diese Leistung nicht erbringt, bekommt auch keine Förderung und fliegt aus dem Kader.

Dass es Staatsdoping nicht nur in der DDR,  sondern auch in der BRD gab , wird gerne von den Verantwortlichen verschwiegen. Ist aber durch verschiedene Studien längst belegt. Ich verweise da auf die Seite von Wikipedia. >>>> mit zahlreichen Quellen.

Eigentlich hatte ich aus diesem Grund gedacht, dass die Anschuldigungen vom dem österreichischen Langläufer aus diesem Grunde mal wieder im Sande verlaufen würden. Aber ich habe mich getäuscht.

Viele Doper und Doperinnen stellen sich als Einzeltäter dar. Ob sie von ihrem Verband dazu gezwungen werden, ist eine andere Sache. Man denke nur an die finanziellen Folgen für die Einzelnen. Das Motto: ” Halt die Schnauze und in zwei Jahren sehen wir weiter” ist weit verbreitet.

Wenn es um die Landesehre geht, dann sind Einzelschicksale nicht von Bedeutung. Wen von den hohen Herren kümmert es schon, wieder einen jungen Menschen in den Abgrund gestoßen zu haben. Der Medaillenspiegel zählt und sonst gar nichts.

Die österreichischen Behörden haben nun durchgegriffen. Ob die deutschen so ganz freiwillig oder nur auf Basis der Amtshilfe mitgewirkt haben, wird sich noch zeigen. Die Hinweise auf eine deutsche Dopingmafia ließen sich allerdings nur schwer vertuschen.

Die Lawine ist los getreten. Tatsächlich. Das ist ein gutes Zeichen. Es steht allerdings zu befürchten, dass eine ganze Masse Leute wieder mal am Rand der Katastrophe stehen und so zu tun, als hätten sie mit der Angelegenheit überhaupt nichts zu schaffen.

Somit stellt sich doch die Frage, wie kommen die Athleten bei den Dopingtest durch, obwohl sie gedopt sind.

Nun, die einfachste Methode ist das Eigenblutdoping. Das ist praktisch nicht zu entdecken, solange der Patient nicht mit dem Beutel am Arm erwischt wird. Ist der Beutel weg und das Blut inside, gibt es keinen Nachweis der Tat. Das Blut wird meist nach einem Höhentraining entnommen, dann hat es viele rote Blutkörperchen und wird kurz vor dem entscheidenden Wettkampf zugeführt. Sinn macht diese Art von Doping nur bei Ausdauersportlern.

Obwohl man es nicht glauben mag, ist heutzutage immer noch Doping mit Epo eine viel verbreitete Anwendung. Epo hat im Prinzip den gleichen Effekt wie Eigenblutdoping, nur muss man sich dafür in der Höhe nicht schinden. Epo wurde für Nierenkranke entwickelt und ist seit 1985 auf dem normalen Weg zu erhalten. Illegal wahrscheinlich schon länger. Es hat lange Zeit Kobalt ersetzt und konnte erst spät durch Tests im Körper nachgewiesen werden. 

Beim heutigen Gebrauch von Epo gibt es im Prinzip drei Missbrauchlösungen. Das Einspritzen in die Blutbahn, das Einspritzen unter die Haupt und das Auftragen auf die Haut. Man darf sich dann 2 Stunden nicht erwischen lassen, danach ist ein Missbrauch nicht mehr nachweisbar. Lippenstift geht übrigens auch.

Intravenöses Epo Einspritzen gilt als effektivste Form des Dopings. 12 Stunden lang sollte kein Kontrolleur kommen. Subkutan dauert es etwas länger. Damit gut gedopte Athleten sichergehen können durch alle Kontrollen zu kommen, bedient man sich in auch in Europa der Wada Doping Labors. Gegen einen kleinen Beitrag wird das Blut auf missliche Rückstände untersucht. Jedenfalls hat das eine ARD Studie ergeben.

Daneben gibt es für Ausdauerathleten zahlreiche legale oder halblegale Anwendungsmöglichkeiten. Bei Radsportlern und Langläufern ist Sommers wie Winters die Asthmamedizin ein beliebtes Hilfsmittel. Man muss sich nur eine TUES von der Wada ausstellen lassen und schon tut man man es. Man glaubt nicht wie Athleten darauf schwören. Das Mittel darf in gewissen Grenzen zu gesundheitlichen Förderung regelmäßig eingenommen werden und hat dann als Nebeneffekt die gewünschte anabole Wirkung. Auch in geringen Dosen. Hauptsache, man nimmt es häufig.

Eine schöne Anwendungsmöglickeit ist auch das Mittel S 107. Das Mittel ist seit 2009 bekannt. Soll bei Herzrhytmusstörungen angewendet werden. War lange in der Testphase. Das Dopingkontroll Laber ín Köln hat sogar direkt  einen Kontrollnachweis erbracht. Das Mittel bringt eine Leistungsteigerung von 20 Prozent bei Ausdauersportlern. Steht aber bislang nicht auf der Dopingliste. Jeder Besitzer eines Chemiebauskastens konnte sich das Mittel zusammenbasteln. Sofern man eine Firma gründet oder vortäuscht, konnte man die dazugehörigen Chemikalien ohne Probleme online bestellen. Ard Studie  Jeder User des Zeugs konnte und kann ohne mit den Augen zu zwingern behaupten: “Leute, ich habe nie gedopt.”

Daneben gibt es noch sicher zahlreiche Methoden, die eigene Leistungsfähigheit zu verbessern. Bei den Verantworlichen sind die natürlich Top Secret. Denn niemand will seinen Entwicklungsvorsprung gegenüb er anderen Athleten preisgeben und niemand will die Wada unnötig auf etwas aufmerksam machen auf das sie vielleicht gar nicht aufmerksam gemacht werden will.

Dann gibt es ja noch die Schwergewichte im Leistungssport. Die Gewichtheber und die Sprinter. Alle sehr anfällig. Leistungssteigerungen sind ohne Doping heute im Prinzip nicht mehr möglich. Wer glaubt schon noch die Geschichte von den Naturtalenten. Trotzdem wachsen diese Athleten  in einem sehr geschützten Umfeld auf. Sie brauchen keine unangekündigten Kontrollen befürchten. Das ist wichtig. Und vor dem Wettkampf muss auch durch ein Labor das Blut geprüft werden, ob es clean ist.

Unfälle passieren natürlich immer wieder. Manchmal sind sie auch beabsichtigt. Auch die Drogenmafia macht den Behörden oft diese Geschenke, damit die zeigen können, wie effektiv sie arbeiten.

Für die Betroffenen gilt die schöne Sitte der Omerta. Schweigen. Keine Namen nennen, das ist die Regel. Und so wird auch dieser Dopingskandal wie alle anderen versíckern. Ein paar kleine Fische werden gehängt.  Die Nachricht an die Athleten ist: Haltet die Schnauze. Sonst geht es euch wie Johannes Dürr. Wir wissen alles über euch und ihr nur wenig über uns.

Das System Familie wird immer bestehen bleiben.

Siehe auch

FAZ PLUS ARTIKELAUSSAGEWILLIGE DOPER:Das Schicksal der Kronzeugen

 

 

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