Mo. Dez 16th, 2019

Die schöne Welt der Sportsfreunde. Woanders wird auch gelogen.

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Jeden Tag lesen wir in den Medien Berichte über das Thema Doping. Jeder erzählt was und keiner was genaues. Da kann man herrlich spekulieren. Geht man in die Kneipe, so hört man, die sind doch alle gedopt. Nur natürlich gerade nicht die Sportler und die Sportarten, denen man gerade selber nahe steht. Womit die meisten vermutlich völlig richtig liegen. Anonyme Befragungen unter Sportlern haben erbracht, dass 25 Prozent gedopt haben und trotz Kontrollen nicht erwischt worden sind. Das ist wie in der Schule, man schreibt vom Nachbarn ab und wird vom Lehrer  nicht erwischt. Das tut nicht weh.

Dopingaufklärer sind übrigens bei Sportfunktionären so beliebt wie Hundescheiße an den Füßen. Zwar erklären Letztere der Öffentlichkeit immer wieder, wie wichtig das Ganze sei. Aber negative Schlagzeilen will keiner haben. So gibt es dann die nette Sportsfamilie, die das Ganze gerne unter sich regelt. Wenn die Polizei dann zuschlägt, ist das Erstaunen bei allen recht groß. Wie konnte das nur passieren, sicher nur Einzelfälle, ein paar schwarze Schafe, das große Ganze ist aber sauber.

Das sind die meisten Athleten tatsächlich. Man arbeitet sich ja heute an die Nachweisgrenze der Dopingnspekteure heran. Ein nettes Spiel. Recherchen unabhängiger Journalisten haben auch nachgewiesen, dass man in gewissen offiziellen Dopinglaboren sogar die Proben vor dem Wettkampf einreichen  kann. Ist der Wert zu hoch, dann muss der oder die Athlet/in halt absagen. Natürlich gibt es auch die vielen Mittel, die nicht auf irgendeiner Dopingliste stehen. Einmal weil sie noch nicht klinisch getestet wurden oder weil es über sie noch keine Erkenntnisse gibt. Produkte aus der Tiermedezin werden auch gerne auf leistungssteigernde Wirkung an den Athleten ausprobiert.

Ein Herr, dessen Schützlinge solche Versuchskanichen waren, ist jetzt aus dem Verkehr gezogen worden. Seine Athleten haben in dieser Zeit Weltrekorde gelaufen und kamen sicher durch die Dopingkontrollen.

Daneben gibt es ja noch die nationalen Behörden. Ich finde es immer witzig, wenn die Minister, die in der Regel zugleich für die Sportförderung und die Strafverfolgung zuständig sind, die Sportförderung nur solchen Athleten zugestehen, die die durch die Doper gesetzten Levels erfüllen. Auch konnten viele Journalisten oft nicht zwischen regulären und unregulären  Leistungen unterscheiden. Dabei  ist  man auf der nationalen Brille besonders blind.

 

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