Di. Okt 22nd, 2019

Der Münsterland Giro läuft

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Wie jedes Jahr am Tag der Deutschen Einheit radeln Profis und Jedermänner durch das Münsterland. Für die Jedermänner und Frauen ist es das Abschlussrennen zum German Cycling Cup, Für die Profis ist eine gute Gelegenheit sich auf den Straßen von Münster im Zielsprint zu beweisen. Der Anlauf dazu ist recht lang. Vor dem Showdown wird den kleineren Teams 193 km die Gelegenheit geboten ihren Sponsor zu präsentieren.

Danach haben aber die Herren mit den ganz schnellen Beinen das Kommando. Diese sind auf  Grund der Gegebenheiten sehr zahlreich und in hoher Qualität erschienen. Ich rede von Hodeg, Gaviria, Ackermann, Greipel, Walscheid, Arndt, Teunissen und einigen Kalibern mehr.

Wir sind mal wieder einen Teil der Strecke abgefahren. Unterwegs regnete es heftig. Ich hoffe, dass die Jungs nicht all zuviel davon ab bekommen haben. Die sahen nach sehr regionalen Produkten aus. Hinter Landbergen  führte die Strecke durch weltbekannten Rieselfelder des Münsterlandes. So kann ich denn behaupten, dass mehr Vögel als Menschen an der Strecke standen. Das kann sich natürlich noch ändern. Denn immerhin dauerte es noch zwei Stunden bis die Jungs vorbeikamen. Man hat das in Emsdetten gesehen, wo pünktlich eine Stunde vor dem Start richtig der Bär los war. Und die Startgerade säumten sicher mehr Menschen als bei der Deutschland Tour. 

Kommen wir zum Rennen.Kurz vor dem Start sprach ich mit den Jungs von den Dauner Quellen. Die waren der Meinung, dass einer von Ihnen sich in einer Ausreißergruppe zeigen würde. Das taten sie dann mit Mart Clauss auch. Jury Hollmann hat nun ein ungewisse Zukunft vor sich. Er fuhr wieder für das Team Heizomat. Mich würde es freuen, wenn er bei dem neugestalteten World Tour Team mitmachen würde.

Fünf Jungs machten heute die Vorhut. Sie hatten über 4 Minuten Vorsrpung. Das war die Distanz, die ihnen vom Feld zugestanden wurde. Noch waren über 100 km zu fahren. Es gab auch einen größeren Sturz. Nicht alle Fahrer standen wieder auf . Die es taten, holten das Peloton rasch wieder ein. Jury Hollmann hat es wohl auf die Bergwertung des Münsterland Giros abgesehen. Er gewann die Anstiege 3 und 4.

Auch die 5. Bergwertung geht an den Fahrer des Heizomatteams. Der wird heute sicher auf dem Podium stehen.

Neben den Profi und den Jedermännern und Frauen sind in Münster noch viele Kiddies unterwegs. Die ganz Kleinen werden von ihren Eltern auf die fetten Reifen gesetzt. Die Gewinner strahlen und am Ende des Rennens gibt es die enttäuschten Tränen. Mir kommt immer wieder der Schock, wenn ich zuhören muss, wie engagierte Eltern ihre Kleine coachen, damit sie ja an der richtigen Stelle Gas geben. Sorry , liebe Erzieher, das soll ein Spaß für die Kinder sein und kein Egotrip für engagierte Helicoptereltern.

Ich sitze mittlerweile im Pressesaal im Münster und schaue mir die Timeline des Rennens an. Und Überraschung Überraschung. Ich habe mich nicht geirrt. Mir war so in Emsdetten, das ich das Profil von  Mathieu Van der Poel vom Corendon Circus an mir habe vorbeifahren sehen. Habe mir auch die Nummer am Rad gemerkt und auf der Startlist nachgeschaut. Dort stand 244 Jonas Rickart. Also habe ich das als Irrtum abgetan. Im Altern sieht man ja nicht mehr so gut. Doch im liveticker taucht dann ein Herr Mathieu Van der Poel auf. Und er macht sogar an der Spitze des Rennens das Tempo. Habe mal wieder nicht nicht aufgepasst wer auf dem Podium stand.

 

59 km vor dem Ende regnet es in Strömen. 2 Fahrer aus der alten Gruppe sind noch vorne. Lammertink von Roompott und Van Goethem von Lotto Soudal haben 22 Sekunden Vorsprung. Dahinter folgen sieben Fahrer und ein paar Meter später das Peloton. Man will kein Risiko eingehen. Weder wegen des Abstandes noch wegen des Regens und der nassen Straßen. Die Herbst wird kein leichter sein für den Radsport. Es ist wie in England, wo man doch sagt: Gefällt ihnen das Wetter nicht, dann warten sie doch 5 Minuten. Machen wir und schon scheint die Sonne im Münsterland.

50 km vor dem Ende sind alle Ausreißer eingeholt. So fuhr man dann geschlossen Richtung Münster. Als die Jungs dort ankamen, hatten sie den Regen im Gepäck. Der schüttete von der ersten Zieldurchfahrt bis zur Siegerehrung. Auf den nassen Straßen in Münster riskierte nun nicht jeder das Letzte. So waren die Sprinter am Ende auf sich alleine gestellt. Trotzdem schaffte es die Gruppe auf den 200 Metern vor dem Ziel noch einen fulminanten Massensturz hinzulegen. Die Spitzenfahrer waren allerdings nicht davon betroffen. Alvaro Hodeg, der eigentlich Hotsch ausgesprochen wird. wurde vom Sprecher permanent Hodeg genannt. Das musste er öfters tun, weil der Fahrer vom Team Deceuninck Quickstep nämlich das Rennen um Reifenlänge vor Pascal Ackermann gewonnen hatte. Auch die ARD sollte nach einigen Jahren den Namen richtig aussprechen können. Pascal Ackermann von Bora hansgrohe konnte sich nur mäßig über seinen Sieg freuen, zumal er vor Kälte klappernd die Zeremonie der Siegerehrung über sich ergehen lassen musste. Alvaro Hodeg konnte sogar die erste Strophe der kolumbianischen Nationalhymne am Mikro mitsingen. Dass der Veranstalter daraufhin die restlichen 16 Strophen abspielte wäre echt nicht nötig gewesen.

Der Dauner Marc Claus verpasste die Siegerehrung für den besten Zwischensprint. Die ließ sich Juri Hollmann vom Team Heizomat nicht entgehen. Dafür gab es auch 500 Euro und das Trikot von Alpecin. Das hätte Juri sicher gerne in der nächsten Saison getragen.

Ergebnis<<<<<

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