Mo. Aug 19th, 2019

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Den Giro ohne Ambitionen gefahren

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Der 102. Giro D´Italia ist Geschichte. Die meisten großen Teams sind den Giro ohne große Ambitionen gefahren. Sind einfach mit geradelt und haben jeden Tag die 8000 Euro kassiert. Punkt.

Dieser Giro wurde im Vorfeld als die spannendste Ausgabe ever angekündigt. Nun gut, im Vorfeld wurden aber auch die meisten Schlagzeilen gemacht, mit anderen Themen wie, Valverde steigt aus, Geraint Thomas verzichtet auf den Giro oder Egan Bernal  nicht dabei.

 

Viel bliebt nicht mehr und die restlichen Beteiligten hatten den Giro schon unter sich auf geteilt. Nibali, Dumoulin und Roglic. Darauf lief es hinaus. Die anderen lehnten sich  nicht  aus dem Fenster, schon gar nicht als Tom Dumoulin vom Team Sunweb die Segel strich. Andere Fahrer hatte man nicht auf dem Plan, auch keinen Herrn Carapaz aus Equador. Als dieser auf der Etappe nach Courmayeur das rosa Trikot übernahm, nahm das niemand so richtig ernst.

Natürlich gab es noch die anderen Fahrer, Simon Yates, Mikel Landa oder

Sivakov. Aber so richtig voll nahm die doch keiner. Team Ineos hatte seinen großen Auftritt schon am ersten Tag des Giro, als Brailsford mit einen Mc Laren Boliden und aufgeschraubten Fahrrädern die Zeitfahrer begleitete. Britischer Humor, den Italienern wäre ein Ferrari lieber gewesen.

Kommen wir zu den Sprintern. Natürlich war es ein großartiger Erfolg von Pascal Ackermann, dass er das Maglia Ciclamino sich sicherte. Aber die Jungs mit den schnellen Beinen hatten von Anfang keine Chance auf das rosa Trikot. Zu schwer war die Bergankunft  direkt am ersten Tag beim Zeitfahren. So nutzte Ackermann der Sieg am zweiten Tag überhaupt nichts. Zu weit war er schon vom rosa Trikot entfernt. Das Maglia Ciclamino ist da sicher nur ein Trostpreis gewesen.

Die ersten Etappen des Giro hätten spannend sein können. Leider zeigte keines der Teams, angesichts der Berge irgendwelche Ambitionen, sich aus der Deckung zu wagen. So blieb die Last  bei Jumbo Visma und den kleinen Teams, die die Rolle der Appetithappen übernehmen mussten. Die Rechnung ging ja auch auf. Jumbo Visma verschleißte sich in der ersten Woche und hatte am Ende nichts mehr zuzusetzen. Team Sunweb verschwand nach dem Abgang von Tom Dumoulin in der Versenkung.

Die Italiener erfreuten sich eine Zeitlang daran, dass mit Paolo Conti einer der ihren in rosa durchs Land radelte. Letztendlich sah man das nur als Zwischenspiel an und jeder fragte sich, wann Roglic oder Nibali liefern würden. Sie taten es nicht und schließlich schlich sich Richard Carapaz an die Spitze. In der letzten Woche zeigte sich dann, dass das Team Movistar sich auf diese Situation vorbereitet hatte. Sicherlich war Valverde, derjenige welcher. Aber Valverde war nicht dabei und so zogen die Helfer den Plan B durch. Der gelang zur Überraschung aller. 

Bora hansgrohe ging gegen Ende der drei Wochen auch auf dem Zahnfleisch. Sie hatten das Maglia ciclamino unglücklich, aber selbstverschuldet verloren. Eigentlich konnten sie nur noch auf einen taktischen Fehler von Demare und seiner Mannschaft Groupama FDJ hoffen. Und der kam. Als die Bora`s schon aufgeben hatten, fuhren die Jungs von FDJ einen schönen Leadout für Pascal Ackermann und der nutzte seine Chance.

Obwohl es viele verschiedene Etappen Sieger gab, haben sich  fast alle großen Mannschaften während des Giro zurückgehalten. Da gab es keine großen Attacken. Die Ausreißversuche der weit zurückliegenden Fahrer, von denen ja auch viele mangels Desinteresse der big Boys gelangen, will ich hier nicht zählen. Das waren Einzelstücke und es ging nur darum, sich an einen einzigen Tag mal zu zeigen. Man kann deshalb nicht sagen der Giro wäre schwerer als die Tour gewesen. Die Tour de France hat einen ganz anderen Medienwert und um die Trikots wird sehr viel härter gestritten. Wir werden das im Juli wieder sehen.

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