Do. Aug 22nd, 2019

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Bredene Koksijde Classic

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Bredene Koksijde Classic

Das Rennen Bredene Koksijde Classic hieß letztes Jahr noch Handzame Classic. Darunter konnten sich die Leute sicher mehr vorstellen. Obwohl es nicht Handzahm war. Sondern das war nur der Name des Zielortes. So ist das Rennen heute ein wenig kürzer. 199 statt 205 km. Geblieben sind die üblichen flandrischen Hellingen, wie die Hügel genannt werden. Kein  Rennen ohne Kemmelberg, möchte man meinen. Aber es gibt noch einige andere stevige Steigungen. Man muss dazu sagen, alle Klassiker nutzen das selber Terrain. Flandern ist nun nicht mal die weite Welt und so kreuzen sich die Strecken irgendwo und irgendwann mal. Manchmal geht es auch einfach anders rum. Im Frühjahr parken die Anwohner ihre Autos in der Regel auf dem Dach. Man weiß ja nie, ob nicht gerade heute mal wieder eine Veranstaltung vorbei kommt. Das hat natürlich auch den Vorteil, dass man nur aus dem Fenster schauen muss. Kommt ein Polizei Motorradmit Blaulicht vorbei, geht aus dem Haus und kann sicher sein, wenige Minuten später kommt ein Tross Radfahrer vorbei. 

Früher war es noch nerviger, da fuhr vorab ein Wagen, dessen Lautsprecher permanent Rodania auspuckten. Wer das ein zweimal erlebt hat, kehrt dem Radsport den Rücken zu und kauft sich schalldichte Fenster Marke Airport.

Jetzt haben sie es aber eingestellt. Entweder ist die Uhrenmarke wegen schleppenden Verkaufs eingegangen oder irgend jemand hat das Auto geklaut und nach Südamerika verschifft.

Bei den Rennfahrern ist die Rundfahrt aber immer noch beliebt. Für belgische Teams ist sie geradezu Pflicht. Andere World Tour Mannschaften bereiten sich auf die weiteren Ereignisse in Flandern vor.  Nach zwei drei Rennen hat man alles gesehen und auch die Einheimischen nehmen einen freundlich als einen der Ihren in die Bierrunden auf.

Die deutschen Fahrer von Bora hansgrohe und Jonas Koch von CCC waren ja sowieso in der Gegend. Bei Corendon Circus fahren auch zwei mit. Der deutsche Cyclo Cross Meister Marcel Meisen. Auch Philipp Walsleben hat hier wieder Anschluss gefunden. Ihm war es vermutlich zu langweilig zu Hause abzuhängen.

Wie üblich gibt es schon zu Beginn des Rennens einige Ausreißer. Die 6 Fahrer kommen noch zusammen über den Kemmelberg. Der liegt bei Km 90 und ist die höchste Erhebung der Bredene Koksijde Classic. Man sie nicht mit der Alpe von Huez vergleichen. Nicht von der Höhe, was der Stimmung dort sicher aber keinen abträgt. Das Rennen wird sowieso erst in Koksijde von den Sprinter entschieden.

70 km vor dem Ende haben die Ausreißer noch gut 2 Minuten Vorsprung. Im Feld halten die 2 Jungs von Lotto Soudal die 6 Ausreißer auf Abstand.

Es sind Justin Timmermans (Roompot), Morice Julien (Vital Concept), Dimitri Theyskens (Wallonie-Bruxelles), Michiel Dieleman (Cibel), Matthias Norsgaard (Riwal-Readynez) und Andrea Vendrame (Androni).

Das Wetter ist schön. Wirklich echt sonnig. Die platte eintönige Landschaft lässt das Herz eines echten Flandern wahrscheinlich höher schlagen. Alle anderen denken wollen hier vermutlich nicht tot über einen Zaunpfahl hängen wollen. Obwohl das hier mal schnell passieren kann. Jedenfalls freuen sich alle wieder auf den Mai. Dann ist bekanntlich das Grauen in der Hölle des Nordens vorbei.

Bei Bora sehe ich einige Jongens, die ich auch bei Paris Nizza gesehen habe. Meistens haben sie ja dort eine Vollburka getragen um ja nicht fotografiert zu werden .Gefühlt jedenfalls.

30 km vor dem Ende haben die Ausreißer noch eine Minute zu ihren Guten. Im Peloton sieht man jetzt Bora hansgrohe an der Spitze bei der Arbeit. Da will man wohl für Pascal Ackermann vorsorgen. Der Wind spielt heute keine große Rolle. Das ist hier auf dem flachen Land an der Küste immer so. Wenn kein Wind weht, dann kommt es zum Massensprint. Bald darauf geht es in die beiden letzten Runden um Koksijde. Noch sind 26 km zu fahren. Der Vorsprung sinkt auf 45 Sekunden.

Der wird noch weniger und schließlich löst sich die Gruppe auf. Der Norweger Mathias Norsgaard vom Team Riwal-Readynez versucht es als letzter Mohikaner alleine. Mit 14 Sekunden. Noch sind 14 km zu fahren. Mit 21 Sekunden geht er als alleiniger Leader in die letzte Runde.

9 km vor dem Ende ist es vorbei

Wenig später kommt es zum Massensprint. Deceuninck zieht den Sprint für Hodeg an. Pascal zieht vorbei und steht lange im Wind. Doch keiner kommt an ihm vorbei.

Ergebnis >>>>>

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